Freisinn

Freisinn

Lasst mich nur auf meinem Sattel gelten
Bleibt in euren Hütten, euren Zelten!
Und ich reite froh in alle Ferne,
Über meiner Mütze nur die Sterne.

Er hat euch die Gestirne gesetzt
Als Leiter zu Land und See:
Damit ihr euch daran ergetzt,
Stets blickend in die Höh’.

Talismane

Gottes ist der Orient!
Gottes ist der Okzident!
Nord- und südliches Gelände
Ruht im Frieden seienr Hände.

Er, der einzige Gerechte,
Will für jedermann das Rechte.
Sei, von seinen hundert Namen,
Dieser hochgelobt! Amen.

Mich verwirren will das Irren;
Doch du weißt mich zu entwirren.
Wenn ich handle, wenn ich dichte,
Gib du meinem Weg die Richte!

Ob ich Ird’sches denk’ und sinne,
Das gereicht zu höherem Gewinne.
Mit dem Staube nicht der Geist zerstoben,
Dringet, ins ich selbst gedrängt, nach oben.

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einziehn, sich ihrer entladen.
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
So wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich presst,
Und dank’ ihm, wenn er dich wieder entlässt.

J.W. von Goethe

Der Rosengarten

Wenn jemand von einem anderen Gutes sagt, wendet sich das Gute zu ihm zurück, und in Wirklichkeit ist dieses Lob für ihn selbst. Er ist ähnlich wie jemand, der um sein Haus einen Rosenhag und Duftkräuter pflanzte; wann immer er hinsieht, erblickt er Rosen und Duftkräuter und ist ständig im Paradies. Wenn er sich angewöhnt hat, gut von anderen zu sprechen, sprechen die anderen auch gut von ihm. Wenn er Gutes von jemandem sagt wird der sein Freund; und an einen lieben Freund zu denken ist wie Rosen und Rosenhag, Dufthauch und Rast. Aber wenn er schlecht von jemand spricht, dann erscheint er diesem verhasst – wenn er an ihn denkt, und sein Bild ihm erscheint, ist es, als ob eine Schlange oder ein Skorpion, ein Dorn oder eine Distel vor seinen Augen erschienen sei.

Nun, wenn du Tag und Nacht Rosen und Rosengärten und die Wiesen von Iram sehen kannst, warum gehst du inmitten von Dornbüschen und Schlangen umher? Liebe alle, damit du immer unter Rosen und in einem Garten weilst.

Rumi

Live as long…

Live as long as you will, for verily you must die. Love whoever you wish, for one day you shall taste its seperation, and do whatever you will, you will be rewarded accordingly.

Imam Ghazali

Beten ist Vertrauen

Wenn man Allah während einer schwierigen Zeit des Verlusts bittet, das Beste für einen zu entscheiden, ist dies oft sehr schmerzhaft und schwer für den einzelnen. Warum? Kann man nicht zulassen, dass Allah, der über alles mächtig ist, etwas für einen entschiedet was einem zu diesem Zeitpunkt als schlecht erscheint? Beten ist Demut, man gibt die (Illusion der) Kontrolle über das eigene Schicksal ab. Wenn es einen Schöpfer gibt, dann ist der Mensch nur ein hilfloses Geschöpf und abhängig. Dies zu akzeptieren tut weh, weil wir in der Illusion leben zu wissen was wir wollen und was das Beste für uns ist. Und weil wir denken dies zu wissen und zu wollen, wäre das wichtigste auf der Welt…

Nächste Seite »