Arabische Umschrift – stressfrei?

Beispiel für arabische Umschrift in einem Literaturverzeichnis. (In einem recht eigenwilligen Stil
)
- Word kann auf dem Mac die arabische Schrift nicht darstellen.
- Ich kann dort kein Tastaturlayout aktivieren, das mit Unicode Schriften arbeitet.
- Mir gefällt schon seit längerem das Schriftbild und der Schriftsatz nicht.
- Bei NeoOffice kam hinzu, dass es bei mir ab 20 Seiten so extrem langsam wurde, dass ich irgendwann entnervt aufgab.
Da ich aber damals schon mitten im Schreiben war, war eine Umstellung für mich eher schwierig. Ich hatte zwar einen LaTeX-Kurs im Rechenzentrum meiner Uni besucht, kam aber durch den Zeitdruck nicht zur Umsetzung. Das hab ich mir aber nun für die Dissertation vorgenommen…
Ich stecke zwar noch in den Anfängen für die Arbeit an meiner Promotion, recherchiere allerdings schon fleißig. Ich stehe also wieder vor der lästigen Umschrift. Meine Doktormutter hat mir heute einen Hinweis gegeben, der mir das Schreiben wohl vereinfachen wird. Auf der Seite des orientalischen Seminars der Universität gibt es eine Reihe an Hilfen für das Benutzen der Umschrift. Ich kann jetzt mithilfe eines Transkriptionslayouts für die Tastatur Unicodeschriften (Gentium ist eine besonders schöne) benutzen. Das funktioniert zwar immer noch nicht in Word (und seinen Verwandten), allerdings in dem zu Mac OSX gehörendem Texteditor TextEdit.
Buchneuerscheinung: at-Tirmidhis “al-Shama’il Muhammadiyya”
Ich habe vor ein paar Tagen per Rundmail von einer interessanten Neuerscheinung erfahren. Es geht dabei um die Übersetzung der “Al-Schama’il al-Muhammadiyya” von Imam al-Tirmidhi. Bei dem Buch handelt es sich um das früheste seines Genres, denn diese Sammlung von Hadithen widmet sich speziell der Person des Propheten (saws), seinem Äußeren, Charakter, Verhalten usw. Hier kann man das Buch beim Warda Verlag bestellen.
Ein gesegnetes Opferfest!
Ramadan in Osnabrück
Seitdem ich wieder in Osnabrück bin, gehe ich selten in die Moschee. In Berlin hatte ich eine ganz gute Anbindung an einen multiethnischen deutschsprachigen Moscheeverein mit sehr aktivem Gemeindeleben, an dem ich mich beteiligte. Dadurch hatte ich dann automatisch eine alltägliche Anbindung an die Moschee.
In Osnabrück kenne ich wenig Muslime, das Gemeindeleben ist – soweit ich das mitbekommen habe – eher nach nationalen Gruppen organisiert und ich habe mich auch nur vereinzelt um Kontakt bemüht, da ich früher oder später sowieso Osnabrück verlasse.
Nun im Ramadan gehe ich regelmäßig zum Tarawih-Gebet in unterschiedliche türkische Moscheen hier vor Ort. Die Gemeinden sind völlig anders als ich es aus Berlin gewohnt bin. Und was soll ich sagen … Ich finde diese Erfahrung wunderschön. Die Frauen (und wahrscheinlich auch die Männer), die zum Gebet kommen sind überwiegend alt, die Atmosphäre ist sehr ruhig und konzentriert und vor allen Dingen ganz einfach. Die Leute sind dort tatsächlich nur für das Gebet. Es gibt wenig Gerede, viel gemeinsames Dua (ich liebe es). Einfach schön.
Einen gnadenreichen Ramadan…
…wünsche ich uns allen. Auf dass dieser Monat uns ermöglicht, unserem Schöpfer näher zu kommen und unsere Seelen zu reinigen. Amin.
Ich habe ihn dieses Jahr besonders sehnsuchtsvoll erwartet und jetzt ist er endlich da. Es tut mir leid, dass ich mich nur noch selten gemeldet habe in der letzten Zeit, aber isA werde ich bald wieder etwas mehr Zeit für den Blog und besonders für den Rest dieser Seiten haben.

Bildnachweis: ramadan von leo heart
Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur’aan als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. (2:185)
In meine abgenutzten Hände, Herr
Ich liebe es, in Antiquariaten zu stöbern. Eine Sache, die mich dabei besonders reizt, ist zu sehen was Menschen so alles mit ihren Büchern anstellen. Da finden sich liebevolle Widmungen und manchmal auch Bleistiftanmerkungen an den Rändern. Ich habe z.B. ein Buch, das dem Vorbesitzer wohl gar nicht gefallen hat. Man findet an den Rändern Anmerkungen, die auf einen intensiven inneren Dialog mit dem Autor hinweisen, wie z.B.: “So einfach war das nicht, mein Herr”; “Kleingeist!”; “Aha, wieso nicht?”; “Linguistenidiot”; “Hier vergisst er sich”; “Kotz!” usw. auf vielen Seiten des Buches. Es war ein riesiges Vergnügen für mich, dieses Buch zu lesen.

Foto: psilver
In einem anderen Buch mit den Namen “Der Rosengarten” entdeckte ich zuhause viele wunderbar duftende Rosenblätter, die der Vorbesitzer zum Trocknen dort ablegte.
Aber eigentlich wollte ich ja nur meinen heutigen Fund mit der Welt da draußen teilen. Ich habe nämlich einen Papierschnipsel mit einem ganz schönen Gedicht von Rainer Maria in einem kürzlich antiquarisch erworbenem Buch gefunden:
In meine abgenutzten Hände, Herr:
wie darf ich meine schwere Seele nehmen
in meine abgenutzten Hände, Herr?
Vielleicht sind jene Stellen grad noch rein,
an denen ich im Heben sie berühre:
vielleicht sind jene Stellen grad noch rein.
Un dann: erheb ich sie, mein Gott, wer weiß.
Nimmst du sie ab, wenn ich sie aufwärts halte,
so lange und so hoch ich halten kann:
Nimmst du sie ab, wenn ich sie aufwärts halte?
Gesegnetes Fest!
Ich wünsche allen Muslimen der Welt ein friedliches Fest und allen ein gesegnetes neues Jahr!
Gnade
Wenn Er dir die Zunge löst zum Bitten, so wisse, dass Er dir geben will.
Ibn Ata’Allah al-Iskanderi
Hoffnung
Ein Kennzeichen davon, dass man noch auf eigene Werke vertraut, ist, dass sich bei einem Fehltritt die Hoffnung vermindert.
Ibn Ata’Allah al-Iskanderi
Die Liebe zum Propheten Muhammad (saws)
Während meines Aufenthalts in Kairo habe ich zum ersten Mal die qasidat al-Burdah (Mantel-Ode) gehört. Dass sie mir so lange unbekannt war, ist eigentlich merkwürdig, da sie sich überall in der islamischen Welt seit mehr als 700 Jahren sehr großer Beliebtheit erfreut.
Dieses Gedicht geht zurück auf Scharafuddin al-Busiri, der im 13. Jahrhundert in Ägypten lebte. Er war eine Zeit lang halbseitig gelähmt und konnte deshalb nicht laufen. In einem Traum legte der Prophet Muhammad – Friede sei mit ihm – seinen Mantel über ihn und als er aufwacht konnte er wieder gehen. Vor lauter Freude und Dankbarkeit verfasst er dieses Gedicht, welches aus insgesamt zehn Teilen besteht. Interessierte können sich die Englische Übersetzung und das Arabische Original herunterladen.
Es gibt einige neuere Aufnahmen der Burdah von bekannten muslimischen Interpreten, so wie z.B. von Mesut Kurtis, Khalid Belrhouzi und Yusuf Islam (ehem. Cat Stevens) oder den marokkanischen Fez Singers. Am besten gefällt mir jedoch die wunderschöne Rezitation eines Imam Jilani aus England. Auf der von mir verlinkten Seite sind auch viele andere schöne Audiodateien zum Download bereitgestellt.
Interessant ist auch ein kleiner Artikel aus der Islamischen Zeitung, der die Hintergründe der Entstehung des Gedichts darstellt und auch ein sehr schönes Hörbeispiel zur Verfügung stellt.


