EuroPhantasien von Marlies Wehner und Irmgard Pinn

Lange war das Buch vergriffen, jetzt kann man es online lesen: EuroPhantasien (der islamische Frau aus westlicher Sicht) von Irmgard Pinn und Marlies Wehner ist schon bald 20 Jahre alt, hat aber an Aktualität nichts eingebüßt, auch wenn das Thema (das Bild der muslimischen Frau im Westen) immer wieder aktuell bearbeitet wird. Hier also der Link.

Die Grünen…

…sind ja eigentlich die letzten, denen ich Rassismus im Wahlkampf zugetraut hätte. Falsch gedacht. Die Kaarster Grünen haben sich in diesem Wahlkampf dazu entschlossen unter dem Slogan “Der einzige Grund Schwarz zu wählen”, das nackte Gesäß einer weiblichen schwarzen Person abzubilden. Kommt also auch noch Sexismus dazu.

Am allerübelsten ist jedoch die Reaktion der Kaarster Grünen auf die berechtigterweise eingehenden Protestmails. Man weißt dort argumentationslos alle Vorwürfe von sich, mit der Begründung, die Grünen stünden “für eine Politik, die sich durch Toleranz, Weltoffenheit und Gleichberechtigung auszeichnet”. Peinlich, Peinlich.

Die Stellungnahme scheint seit heute geändert worden zu sein. Dort war gestern nämlich noch zu lesen:

Im Gegenteil könnte dieses Motiv als „antirassistisch“ bezeichnet werden, entsprechende Äußerungen erhielten wir als Reaktion auch von Menschen mit Migrationshintergrund”

Glaubt der/die VerfasserIn dieser Stellungnahme wirklich, dieses billige Argument würde davon überzeugen können, hier läge kein Rassismus vor? Wie rassistisch ist es eigentlich zu glauben, dass man nur einen “Migranten” zum Freund haben muss, um sich von Rassismus rein waschen zu können?

Auf dem Blog von derbraunemob.info wird die Aktion gegen das Plakat koordiniert. Bitte unterstützen, Rassismus geht wirklich alle an.

Newsupdate on the Murder of Marwa el-Sherbiny 06.07.2009

This is a translation of my latest news-summary on the Case of Marwa el-Sherbiny’s murder in Dresden.

A lot of new articles and statements appeared on the murder of Marwa in Dresden during the weekend. I try to summarize:

Marwas husband, Elwie Okaz, woke up from his coma on Friday. His condition is stable, but he still has to stay at the hospital.

Both secretary generals of the German Jewish and Muslim Central Council (Stephan Kramer and Aiman Mazyek) visited Marwa’s Husband today. Kramer is quoted as follows:

“We want to send a signal against Islamophobia”, says Kramer. “A lot of Muslims are afraid and we cannot ignore this.” The reactions on the case so far are “absurdly meager”. (Source: TAZ)

A meeting is scheduled between both secretary generals and the Saxon prime minister (CDU).

A mourner’s prayer took place at Berlin Dar el-Salam Mosque. The Egyptian ambassador, Ramzi Ezzeldin Ramzi, and the victim’s brother participated. The victim’s body was brought to Egypt in the evening, the German ambassador to Egypt Bernd Erbel was present at the airport among others.

In a short address he pointed out, that the headscarve is not forbidden in Germany and the the murder is condemned by the German people. The diplomat explained that the 3 million Muslims in Germany enjoy all kinds of freedom and that the German nation is not hostile towards muslims. (Quelle: al-Sharq)

Today, the burial of Marwa el-Sherbiny took place in Alexandria, Egypt. Al-Jazeera reports, that the German embassy in Cairo announced, that this crime doesn’t reflect the general attitude towards Muslims. Sulaiman Wilms, chief editor of the Islamic Newspaper, utters his partial disagreement in the same articlesaying that this incident reveals the resentments that Muslims are confronted with in Europe.

The Intercultural Council spoke out for for public demonstration of solidarity with the victims of the sćrime, especially from political stakeholder. This would demonstrate the attitude of the majority of the German people, who condemn anti-islamic racism.

Peter Widmann of the Institute for Research on Antisemitism at Berlin Technical University expresses his viewpoint in the daily TAZ:

“If it’s true, what the media reports, this was obviously an anti-islamic attack”, says Peter Widmann, who is a researcher on islamophobia at the Centre for Research on Antisemitism.
(…)
“This assault was probably mentally prepared through a hate-scene in the internet and through problemtatic tendencies among certain intellectuals, which have a place in mainstream society”, said the scienist Widmann. Anyhow, the topic is barely discussed in public until now.

“This is”, according to Widman, “in part because of the “widespread discomfort over Islam” well into the middle of German society.” “Furthermore there is an insecurity about what is legitimate critique and where an enemy stereotype begins. From my point of view this is petty simple though: ceriticism is legitimate, whenever it is directed at a specific individual or organisation, but it is not, when a collective character is assumed. (Quelle: TAZ)

Since now rumours and outbursts of of anger have started to circulate, I want to comment some of these.

In different paces on the net I read about a rumour, that the charge against Marwa’s murderer is be manslaughter – and not murder. Fact is that the charge is not yet filed. The police investigate for malicious murder on behest of the prosecuting attorney. After Investigation are closed the charge will be filed – most probably for malicious murder.

I have heard all kinds of accusation against the German state. I have to say that, at least that part of the German state that is represented in this case by the prosecuting attorney Christian Avenarius and the judge has been operating well. This may sound surprising to some, but I want to put to record that the first sentence affirmed the criminal offence of discrimination and racism and punished it. Furthermore, the prosecuting attorney filed the follow-up suit against Alex W., because of his insisting and continuing harassment of Marwa during the first trial, that would have probably ended in a prison sentence. Furthermore the prosecuting attorney is investigating the behavior of the policeman, who accidental shot Marwa’s husband while he was trying to protect her. this investigation should verify if his behaviour is of criminal relevance. Of course I see a big responsibility for the increasing anti-islamic and racist atmosphere in this society on the side of politicians and public personalities as I noted elsewhere.

Newsupdate zum Mord an Marwa el-Sherbiny 06.07.2009

Über das Wochenende sind wieder viele Berichte und Stellungnahmen zu dem Mord an Marwa in Dresden zusammengekommen. Ich fasse zusammen:

Marwas Ehemann, Elwie Okaz, ist seit Freitag aus dem Koma erwacht und in stabilem Zustand, liegt aber weiterhin im Krankenhaus in Dresden.

Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, hat zusammen mit Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime den Ehemann der Getöteten besucht. Kramer zu seiner Motivation:

“Wir wollen ein deutliches Zeichen gegen Islamophobie setzen”, sagte Kramer. “Viele Muslime haben Angst und das dürfen wir nicht ignorieren.” Die bisherigen Reaktionen auf den Fall seien “unverständlich spärlich”. (Quelle: TAZ)

Am heutigen Abend ist ein Treffen der beiden Generalsekretäre mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) geplant.

Am Sonntag fand ein Totengebet in der Berliner Dar el-Salam Moschee statt, an der auch der ägyptische Botschafter, Ramzi Ezzeldin Ramzi, und der Bruder der Ermordeten, Tariq El-Sherbiny, teilnahmen. Daraufhin wurde der Leichnam von ihrem Bruder nach Ägypten gebracht. Am Flughafen in Kairo nahm ihn u.a. auch der deutsche Botschafter Bernd Erbel in Empfang.

Er verwies in einer kurzen Ansprache darauf, dass das Kopftuch in Deutschland nicht verboten sei und der Mord vom deutschen Volk verurteilt werde. Der Diplomat erklärte, dass die 3 Millionen in Deutschland lebenden Muslime alle Freiheiten genießen und und das deutsche Volk den Muslimen nicht feindlich gegenüberstehe. (Quelle: al-Sharq)

Heute fand die Beerdigung von Marwa in Alexandria, Ägypten, statt. Al-Jazeera berichtet, dass die deutsche Botschaft in Ägypten verlauten ließ, dass diese Tat nicht die allgemeine Haltung gegenüber Muslimen reflektiere. Sulaiman Wilms von der Islamischen Zeitung, widerspricht im selben Artikel dieser Aussage teilweise, indem er sagt, dass dieser Vorfall die Ressentiments deutlich mache, mit denen Muslime in Europa konfrontiert seien.

Der Interkulturelle Rat hat sich in seiner Pressemitteilung dafür ausgesprochen, dass es besonders von politischer Seite Solidaritätsbekundungen mit den Opfern geben sollte, da die Haltung der Mehrheit der Menschen in Deutschland reflektieren würde, die antimuslimischen Rassismus ablehnen.

Peter Widmann von Institut für Antisemitismusforschung äußert sich zu de Fall in der TAZ:

“Falls es stimmt, was die Medien schreiben, war es ganz offensichtlich ein islamfeindlicher Anschlag”, sagte Peter Widmann, der am Zentrum für Antisemitismusforschung zu Islamophobie forscht.
(…)
“Dieser Anschlag wurde möglicherweise atmosphärisch durch eine Hassszene im Internet vorbereitet und durch problematische Tendenzen unter bestimmten Intellektuellen, die bis in die Mitte der Gesellschaft reichen”, sagte Wissenschaftler Widmann. Dennoch würde das Thema Islamfeindlichkeit in der Öffentlichkeit bislang kaum diskutiert.

Das liege, so Widmann, zum einen an einem “verbreiteten Unbehagen über den Islam” bis in die gesellschaftliche Mitte hinein. “Zudem gibt es Unsicherheit darüber, was legitime Kritik ist und wo ein Feindbild beginnt”, sagte Widmann. Aus seiner Sicht ist das aber einfach: Legitim sei Kritik immer, wenn sie sich an konkrete Personen oder Organisationen richtet, nicht aber, wenn ein Kollektivcharakter angenommen werde. (Quelle: TAZ)

Da nun ja diverse Gerüchte und Wutausbrüche die Runde machen, noch ein paar Anmerkungen von mir. Ich habe des öfteren gelesen, dass Leute sich in Foren, bei Twitter usw. darüber aufregen, dass die Anklage gegen Marwas Mörder auf Totschlag – nicht auf Mord – lauten solle. Das ist nicht wahr, aus dem einfachen Grund, weil noch gar keine Anklage erhoben wurde. Noch laufen die Ermittlungen laut einem Bericht der “Welt” wegen heimtückischen Mord. Eine Anklage wird dann aufgrund der Ermittlungsergebnisse erhoben.

Weiterhin habe ich des öfteren Vorwürfe gegen den deutschen Staat vernommen. Ich muss sagen, dass zumindest der Teil des deutschen Staates, der in diesem Fall durch den Dresdner Staatsanwalt und den Richter repräsentiert wird, gut funktioniert hat. Das mag vielleicht einige überraschen, allerdings muss festgehalten werden, dass durch das erste Gerichtsurteil der Tatbestand der Diskriminierung und des Rassismus festgestellt und bestraft wurde. Die Staatsanwaltschaft kam sogar zu der Auffassung, dass aufgrund der wiederholten Beleidigungen des Alex W. vor Gericht eine Revision angestrebt werden müsste, die möglicherweise eine Freiheitsstrafe nach sich gezogen hätte. Natürlich sehe ich auch eine Verantwortung für eine zunehmend islamfeindliche Stimmung in der Gesellschaft seitens Persönlichkeiten der Politik und Gesellschaft, wie ich an anderer Stelle schon erwähnt habe.

Nachrichten-Update zum Mord an Marwa el-Sherbini

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den Täter Alexander W. wegen Mordes. Ermittler haben unterdessen seine Wohnung durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt, die derzeit ausgewertet werden. Der Prozess soll innerhalb kurzer Zeit anberaumt werden.

Nun wird auch das Verhalten des Polizisten auf strafrechtliche Relevanz überprüft, der versehentlich den zum Schutz eilenden Ehemann für den Täter hielt und auf sein Bein schoss.

Marwas Leichnam ist inzwischen freigegeben und wird wohl noch an diesem Wochenende nach Ägypten zur Beerdigung überführt werden.

Nachdem ägyptische Botschaftsangehörige zunächst keinen Zugang zum dreijährigen Sohn der Getöteten hatten, befindet er sich nun in der Obhut der Schwester des immer noch im Krankenhaus liegenden Ehemannes. Sie ist, so wie der Bruder der Toten, am Freitag aus Kairo angereist und wird das Kind mit nach Ägypten nehmen.

Die Schwester des Ehemanns kam am Nachmittag als Erste in Dresden an und fuhr unverzüglich ins Krankenhaus, um ihren Bruder zu besuchen. Begleitet wurde sie von vielen Freunden und Bekannten der Familie, unter anderem von Hamid el-Seyid, der ebenfalls aus Ägypten stammt und seit zwei Jahren in Dresden arbeitet. „Wir sind geschockt von der Tat. Die Verwandten können es nicht fassen“, sagt er. „Es leben nicht viele Ägypter in Dresden. Die meisten kennen sich und bei so einem Unglück hilft man sich natürlich.“ (Quelle: Sächsische Zeitung)

Die Ägyptische Botschaft in Berlin hat zwei Mitarbeiter nach Dresden abbestellt um sich um den Sohn, Ehemann und die Verwandten vor Ort zu kümmern. Außerdem kommuniziert die Ägyptische Botschaft Deutschland die Geschehnisse in die ägyptische (und somit die ganze arabischsprachige) Öffentlichkeit, die den Fall natürlich sehr besorgt betrachtet.

Nach und nach kommen immer mehr Einzelheiten zu den Hintergründen der Tat durch. So wohnten der Täter und die ägyptische Familie in derselben Straße, wie die Welt berichtet.

Ich werde an dieser Stelle immer mal wieder versuchen, neueste Erkenntnisse in dem Fall zusammenfassend zu kommentieren. Nur kurz noch ein paar Gedanken von mir zur Berichterstattung: Es wird immer wieder davon Gesprochen, dass es sich bei dem Täter um einen Einzeltäter und der Tat um eine Eizeltat handelt. Das ist offensichtlich, allerdings handelt es sich bei den Anfeindungen, gegen die Marwa sich gerichtlich zur Wehr setzte um Alltagserfahrungen muslimischer Frauen und Mädchen (mit Kopftuch). Immer wieder wird das Kopftuch als “Flagge des Islamismus” (O-Ton Alice Schwarzer) behauptet, oder das Kopftuch als “Symbol für Unterdrückung” (O-Ton Renate Schmidt, Ekin Deligöz, Wolfgang Thierse, und unzählig viele mehr) tituliert, immer über die Köpfe und Absichten muslimischer Frauen hinweg. All diese Aussagen kommen immer wieder von Menschen aus dem politischen und gesellschaftlichen Mainstream– nicht nur aus unserer allseits bekannten politisch inkorrekten Internetschmuddelkiste. Zudem wird diesen Aussagen immer und immer und immer wieder eine doch recht unkritische Medienplattform gegeben. Wie, um alles in der Welt, soll sich dies nicht in einem Feindbild “muslimische Frau mit Kopftuch” niederschlagen?

Quellen
MDR-Sachen-Online: Neue Erkenntnisse nach tödlicher Messerattacke
Sächsische Zeitung: Verwandte kümmern sich um Dresdner Opfer von Messerattacke
FR-Online: Mehr als Ausländerhass
Sächsische Zeitung: Mitgefühl für Opfer des Dresdner Landgericht-Attentats

Marwa E. – Opfer eines anti-islamisch motivierten Mordes

Ich fasse zusammen, was ich den letzten Tagen aus Medienberichten über den Mord am Mittwoch in Dresden in Erfahrung bringen konnte.

Die Apothekerin Marwa E. lebt seit dem Jahr 2005 mit ihrem Mann Ali in Dresden. Sie arbeitet dort in einer Apotheke und er ist Stipendiat am renommierten Max-Planck-Institut.

Im August 2008 begegnen sich Marwa E. (32) und Alexander W. (28) auf einem Dresdner Kinderspielplatz im Stadtteil Johannstadt. Nachdem sie ihn bittet auf einer Schaukel Platz für ihren Sohn zu machen, beschimpft er sie unter anderem mit den Worten “Islamistin”, “Terroristin” und “Schlampe”. Marwa E. ist Ägypterin, Muslima und trägt Kopftuch.

Marwa E. will sich gerichtlich gegen diese Beleidigungen wehren. Es kommt zur Verhandlung, in der Alexander W. vom Amtsgericht Dresden zu einer Geldstrafe von 780 € verurteilt wird.

Es kommt aber zu einem Berufungsverfahren. Die Berufung ging von der Staatsanwaltschaft aus, weil ihr das vorherige Urteil als zu Milde erschien und der Angeklagte sich uneinsichtig zeigte. Am 1. Juli um 9.30 beginnt also die Verhandlung vor dem Landgericht Dresden.

W., der zuvor nicht anwaltlich vertreten worden war, wurde nun Markus Haselier als Pflichtverteidiger beigeordnet. Die 12. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Tom Maciejewski hatte ihn dazu verpflichtet – wegen der Unfähigkeit des Angeklagten, sich selbst zu verteidigen, wie es hieß. (Quelle: Sächsische Zeitung)

Weil Alexander W. in dem Strafverfahren am 1.Juli Marwa E. erneut massiv beleidigte, hatte die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht auf eine Haftstrafe gedrängt. Nach einer Stunde eskaliert die Situation, gerade in dem Moment in dem Marwa E. ihre Zeugenaussage beendet hatte. Alexander W. stürzt sich auf Marwa E., sticht innerhalb von 30 Sekunden 18 mal auf sie ein. Er ruft dabei “Du hast kein Recht, zu leben”. Marwa E. ist zu diesem Zeitpunkt im 3. Monat schwanger, ihr drei-jähriger Sohn wird Zeuge des Mordes und ihr Ehemann, der ihr zu Hilfe eilen wollte, wird ebenfalls lebensgefährlich verletzt und zudem noch versehentlich von einem Polizisten angeschossen. Ali O. ist mittlerweile, alhamdulillah, aus der Lebensgefahr. Der drei-jährige Sohn wird betreut.

Während viele Medienberichte noch über das (so offensichtliche) Motiv rätseln, ihre Artikel teilweise irreführend betiteln mit “Mord wegen Streit um Schaukel”, gibt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft folgendes über den Täter bekannt:

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Donnerstagabend im MDR-Fernsehen, der Täter sei ein “notorischer Ausländerhasser”. (Quelle: FR-Online)

Nabil Yacoub, ehemaliger Geschäftsführer des Dresdner Ausländerrats, gab der Sächsischen Zeitung gegenüber Aufschluss über die Hintergründe des Falles.

Der 72-jährige Ägypter kümmerte sich jahrelang um die Sorgen von Migranten. Die jetzt so schwer geschädigte ägyptische Familie habe seit vier Jahren in Dresden gelebt, sagt er.
(…)
Die Frau sei Apothekerin gewesen, ihr Mann Pharmakologe am Max-Planck-Institut. „Er ist Stipendiat seiner Regierung. Der Anschlag macht bereits in Ägypten Schlagzeilen.“ Die Botschaft habe sich eingeschaltet.
(…)
Frauen anderer Stipendiaten, die wie Marwa S. Kopftuch tragen, hätten bereits über Anfeindungen geklagt. „Wir wollten ihnen Mut machen, sich an die Behörden zu wenden, damit die Verwaltung Bescheid weiß“, sagte Yacoub.(Quelle: Sächsische Zeitung)

Viele muslimische Frauen, die wegen ihrer Kleidung angefeindet oder diskriminiert werden, trauen sich nicht, sich damit an die zuständigen Stellen zu wenden. Deswegen versucht man in vielen Gemeinden, Ausländerbeiräten und Antidiskriminierungsstellen, diese Frauen dazu zu ermutigen, ihre Stimme zu erheben. Marwa E. hatte sich dazu entschlossen, sich nicht als “Terroristin” und “Islamistin” beleidigen zu lassen. In drei Monaten wollte sie zusammen mit ihrem Mann zurück nach Ägypten gehen.

Inna lillahi wa ilayhi raji’un – Zu Allah gehören wir und zu ihm kehren wir zurück. Möge Allah Marwa gnädig sein. Amin.

Update
Der Ehemann der Toten befindet sich laut neueren Berichten weiterhin in kritischem Zustand.

Quellen:
Sächsische Zeitung: Streit um eine Schaukel endet tödlich
Sächsische Zeitung: 18 Messerstiche in 32 Sekunden
Sächsische Zeitung: Im Gericht: Polizist schoss auf Falschen
FR-Online: Motiv war Ausländerhass
MDR-Info: Haftbefehl nach tödlicher Messerattacke

Dokumentation der Konferenz „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“

Ich bin selbst nicht auf der umstrittenen Konferenz im Dezember vergangenen Jahres in Berlin gewesen. Nun wurde die Tagung dokumentiert:

Die wachsende Feindschaft gegen Muslime war Thema einer Tagung, die das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin im Dezember 2008 veranstaltete. Ziel der Konferenz war es, die aktuellen Ressentiments gegen Muslime in Europa und insbesondere in Deutschland zu thematisieren und mit dem Instrumentarium der Vorurteilsforschung, der Antisemitismus als wichtigstes Paradigma dient, zu untersuchen. Die teilweise heftigen Reaktionen in der Presse, in Internetforen und in der Bloggerszene, überwiegend ohne Kenntnis der Vorträge verfasst, gaben Anlass, die Tagung zu dokumentieren.

Das Buch kann man hier für 16 Euro bestellen.