Befreit durch Schönheitswettbewerb

Anlässlich eines Schönheitswettbewerbes für pakistanische Frauen, der vor kurzem in Ontario, Kanada stattfand, gibt es hier bei Muslimah Media Watch einen herrlich-kritischen Kommentar.

Peinlich hoch zehn

Mit zunehmender Depression verfolge ich die Nachrichten rund um den Ritterschlag Salman Rushdies. Einerseits kann man die hiesige Berichterstattung nicht kritisch genug betrachten – wie auch mXP auf dem Watchblog deutlich macht –, andererseits geben manche Akteure in der muslimischen Welt allen Anlass zur Sorge und Entrüstung. So zum Beispiel der Vorsitzende des pakistanischen Ulema-Rats, Allama Tahir Ashrafi, der jetzt aus Trotz Osama bin Ladin den Titel “Schwert des Islam” verleihen will:

Aus Wut über den Ritterschlag für Rushdie wollen radikale pakistanische Geistliche den Chef des Terrornetzwerks Al Qaeda, Osama bin Laden, den Titel «Saifullah» (Schwert Gottes) verleihen. «Wenn die Briten Rushdie zum Ritter machen können, dann haben auch wir das Recht, unsere Führer und Helden auszuzeichnen», sagte der Vorsitzende des pakistanischen Ulema-Rats, Allama Tahir Ashrafi, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

Gehts noch? Dieser Reaktionismus ist wirklich nicht zum Aushalten. Wozu regt man sich eigentlich auf? Wenn der Westen doch eh so doof ist, dann kann es einem doch auch egal sein, wer von ihm als was ausgezeichnet wird. Außerdem ist es doch auch nicht so, dass Salman Rushdie erst kürzlich wieder aus der Versenkung hervorgekommen wäre (der Mann ist mittlerweile so oft ausgezeichnet worden, da kommt man gar nicht mehr mit), so dass man das in der muslimischen Welt jetzt mit großem Geschrei kommentieren müsste. Aber wahrscheinlich sind es auch dieses Mal nur kleine Gruppierungen, die sich dafür um so lauter zu Wort melden und unverhältnismäßige Beachtung westlicher Medien bekommen. Dieser Pakistanische Ulema Rat scheint dann auch wohl nicht allzu bekannt zu sein, denn der pakistanische Religionsminister ist nicht bekannt mit ihm:

Ashrafi, who has campaigned for the release of jailed Islamic militants, said his group represented over 3,000 clerics.However, Religious Affairs Minister Mohammed Ijaz ul-Haq said he was not familiar with it.