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	<title>Musafira &#187; Orientalismus</title>
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		<title>Das Orienttheater</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jun 2007 22:10:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musafira|Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Muslimische Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Orientalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Schulze]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem früheren Beitrag hatte ich ja schon mal auf den Zusammenhang zwischen Fremdzuschreibungen und Eigenwahrnehmung bei Muslimen hingewiesen. Demnach ist die Eigenwahrnehmung fast schon diktiert durch die Zuschreibung, die von außen kommt. Das Denken unterliegt dadurch leider sehr starken Zwängen und Einschränkungen – der Tellerrand, über den man eigentlich hinausdenken sollte, erscheint in Diskussionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem <a href="http://www.musafira.de/page3/files/Muslime%20und%20Stereotype.html" rel="self" title="Musafira | Blog:Muslime und Stereotype">früheren Beitrag</a> hatte ich ja schon mal auf den Zusammenhang zwischen Fremdzuschreibungen und Eigenwahrnehmung bei Muslimen hingewiesen. Demnach ist die Eigenwahrnehmung fast schon diktiert durch die Zuschreibung, die von außen kommt. Das Denken unterliegt dadurch leider sehr starken Zwängen und Einschränkungen – der Tellerrand, über den man eigentlich hinausdenken sollte, erscheint in Diskussionen oft unerreichbar. Auf den Alltag runtergebrochen, kommt eine eine typische Unterhaltung unter Muslimen über z.B. Rechte und Freiheiten muslimischer Frauen nicht ohne Bezugnahme auf &#8220;westliche Vorurteile&#8221; aus, auch wenn diese von keinem der Gesprächspartner erwähnt wurden. Authentische und originelle Ansätze werden so im Keim erstickt. Darüber hinaus ist die thematische Auswahl dessen, womit sich der innerislamische Diskurs seit ungefähr einhundert Jahren intellektuell beschäftigt, beschränkt auf Themen, die der Zeitgeist bestimmt: Gewalt, nichtvorhandene Frauenrechte, Unvereinbarkeit mit Demokratie, Rückständigkeit, Aufklärungsfeindlichkeit usw.</p>
<p>In einer <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/forschungundgesellschaft/614682/" target="_blank" rel="external">Sendung des Deutschlandfunks zum Thema Orientalismus</a> findet Prof. Dr. Reinhard Schulze folgende Worte für dieses Dilemma:</p>
<blockquote><p>Der Orientalismus beschreibt ja eigentlich nur für den Westen jetzt, wie der Orient ausgestaltet sei. Und das Interessante ist, dass sich die &#8220;Orientalen&#8221;, in Anführungsstrichen, also diejenigen, auf die sich diese Diskurse beziehen, nach dieser Redeweise ausrichten und sich auch so verhalten, wie der Orientalismus es eigentlich vorschreibt. Der ganze Orientalismusdiskurs ist eigentlich nicht nur ein Diskurs des Westens über den Orient, sondern ist quasi auch ein Diskurs beider Seiten über sich selbst. Man teilt die Rollen zu, die der eine und der andere zu spielen hat, einigt sich auf diese Rolle und spielt das ganze Orienttheater aus.</p></blockquote>
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		<title>Muslime und Stereotype</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Jan 2007 11:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musafira|Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Muslimische Identität]]></category>
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		<category><![CDATA[Edward Said]]></category>
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		<category><![CDATA[Kopftuch]]></category>
		<category><![CDATA[Orientalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu jeder Nationalität/ Religionsgemeinde/ Gruppierung gibt es das passende oder unpassende Stereotyp. Auch gibt es keine Gruppierung die nicht über Stereotype in Bezug auf Nicht-Zugehörige verfügt. Ich möchte hier nur über den Umgang von Muslimen mit Stereotypen sprechen, welche von außen an sie herangetragen werden. In Gesprächen unter Muslimen hört man oft eine starke Unzufriedenheit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu jeder Nationalität/ Religionsgemeinde/ Gruppierung gibt es das passende oder unpassende Stereotyp. Auch gibt es keine Gruppierung die nicht über Stereotype in Bezug auf Nicht-Zugehörige verfügt.</p>
<p>Ich möchte hier nur über den Umgang von Muslimen mit Stereotypen sprechen, welche von außen an sie herangetragen werden. In Gesprächen unter Muslimen hört man oft eine starke Unzufriedenheit mit dem mitunter vorurteilsbeladenen Umgang mit ihnen heraus: sei es in den Medien, im Dialog, auf politischer oder auch privater Ebene. Diese Vorurteile existieren tatsächlich, und das nicht erst seit gestern, und auch nicht nur unter dem &#8220;gemeinen&#8221; Volk (vgl. auch die von Edward Said ausgelöste Orientalismus-Debatte). Solche Fremdbeschreibungen erfüllen eine bestimmte Funktion für den, der sie ausführt. Diese hat mit der Konstruktion seines Selbstbildes zu tun. Das funktioniert dann ungefähr so:</p>
<p>1. Behauptung: Gruppe B ist ganz anders als Gruppe A.</p>
<p>2. Behauptung: Gruppe B ist zurückgeblieben.</p>
<p>Aus beiden Behauptungen folgt, dass Gruppe A fortschrittlich ist. Gruppe B ist so nur die Projektionsfläche für alles das was Gruppe A nicht ist. Ich denke, dass keine Gruppierung frei von solchen Mechanismen ist, man sollte sie sich nur bewusst machen um zu einer authentischen Identität zu kommen.</p>
<p>Weit über die Diskriminierung hinaus, haben solche Zuschreibungen jedoch noch einen tiefergehenden Effekt auf die Muslime. Dies wird besonders in der Identitätsbildung von Muslimen deutlich, denn die erfolgt meiner Beobachtung nach oft nur noch als (trotzige oder zustimmende) Reaktion auf die Fremdbeschreibungen. Dies kann man an zahllosen Beispielen verdeutlichen, ich bringe hier nur zwei:</p>
<blockquote><p>- So wird die Behauptung &#8220;Das Kopftuch ist ein Symbol der Unterdrückung von Frauen&#8221; einfach übernommen oder es wird die (meiner Meinung nach unsinnige)* Gegenbehauptung &#8220;Es ist ein Symbol für die Befreiung der Frau&#8221; aufgestellt. Womit gleichzeitig die Behauptung aufgestellt wird, die muslimische Frau sei an sich ja schon befreit und bedürfe keiner weiteren Unterstützung.</p></blockquote>
<blockquote><p>- Der Islam wird oft als absolut inkompatibel mit einer wie auch immer gearteten Demokratie bezeichnet. Dies wird von vielen Muslimen einfach übernommen. So meinen sie entweder außerhalb eines islamischen Referenzrahmens für Demokratie argumentieren zu müssen. Oder aber, sie lehnen Demokratie schlichtweg ab, und argumentieren so oft (gewollt oder unbewusst) für autoritäre und ausbeuterische Systeme.</p></blockquote>
<p>Das Problem bei dieser Art des Umgangs mit Vorurteilen ist aber, dass wir so einfach nicht mit unseren tatsächlichen Problemen fertig werden. Wir ignorieren sie dadurch vielmehr und machen uns selber unfähig zur Selbstkritik und der daraus folgenden Verbesserung von Missständen. Ich will bei dem Beispiel &#8220;unterdrückte muslimische Frau&#8221; bleiben. Wenn wir immer nur auf Vorwürfe von außen antworten und bei der Behauptung bleiben der Islam unterdrücke die Frau nicht (was ja an sich stimmt), dann verschließen wir damit die Augen vor tatsächlich bestehendem Unrecht. Nämlich dem, dass es ein Problem in der Behandlung von Frauen in musl. Gesellschaften und Familien gibt. Es kann so passieren, dass eine Beratungsstelle für Frauen mit familiären Problemen innerhalb einer Moscheegemeinde als ein Angriff auf den Islam an sich und die Gemeinde verstanden wird. Das kann doch nicht sein! Es gab so einen Fall wirklich (kann den Artikel nicht mehr finden) und ich kann dies auch aus der eigenen Erfahrung teilw. bestätigen. Wenn man sich als Muslim oder den Islam nur als Gegenentwurf zur &#8220;westlichen Gesellschaft&#8221; versteht, läuft man Gefahr die Bedürfnisse der Muslime in unserer Gesellschaft zu missachten und dadurch ihren Zustand zu verschlechtern.</p>
<p>* Unsinnig deshalb, weil Frauen in weiten Teilen der menschlichen Geschichte nun einmal unterdrückt waren/sind und das völlig unabhängig davon, ob sie nun bedeckt waren oder sind. Außerdem haben bis vor ca. 100 Jahren in den meisten Gesellschaften des Nahen und Mittleren Ostens Frauen aller Religionen eine Kopf- bzw. Gesichtsbedeckung getragen, ohne dadurch befreiter zu sein. Dies übrigens auch schon lange bevor der Koran offenbart wurde. Der Grad der &#8220;Befreiung&#8221; einer Frau steht einfach in keinem Zusammenhang zum Grad der Bedeckung.</p>
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		<title>Das Bild der muslimischen Frau</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Sep 2006 14:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mohja Kahf]]></category>
		<category><![CDATA[Orientalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich näher mit der Wahrnehmung der muslimischen Frau auseinandersetzen möchte, dem kann ich folgende Literaturempfehlungen ans Herz legen, die sich dem Thema wissenschaftlich annähern: Mohja Kahf &#8211; Western Representations of the Muslim Woman: From Termagant to Odalisque Irmgard Pinn &#8211; EuroPhantasien. Die islamische Frau aus westlicher Sicht]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich näher mit der Wahrnehmung der muslimischen Frau auseinandersetzen möchte, dem kann ich folgende Literaturempfehlungen ans Herz legen, die sich dem Thema wissenschaftlich annähern:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Western-Representations-Muslim-Woman-Termagant-Odalisque/dp/0292743378/sr=8-4/qid=1157980434/ref=sr_1_4/302-4188334-2018406?ie=UTF8&amp;s=gateway" target="_blank" rel="external">Mohja Kahf &#8211; Western Representations of the Muslim Woman: From Termagant to Odalisque<br />
</a><br />
<a href="http://www.amazon.de/EuroPhantasien-Die-islamische-Frau-aus-westlicher-Sicht/dp/3927388491/ref=sr_11_1/302-4188334-2018406?ie=UTF8" target="_blank" rel="external">Irmgard Pinn &#8211; EuroPhantasien. Die islamische Frau aus westlicher Sicht</a></p>
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