Anne Will zum 3.

Durch einen offenen Brief an die Redaktion der Sendung von Anne Will entstand eine öffentliche Diskussion zwischen dem Initiator Mohssen Masserat und Andreas Cichowicz, dem für die “Anne Will”-Sendung verantwortlichen Chefredakteur des NDR. Auf Wunsch dokumentiere ich hier die Korrespondenz. Die Korrespondenz mit der ARD und der Offene Brief zu “Anne Will” wurde dem deutschen Presserat und einigen großen Tageszeitungen zur Kenntnis gebracht.

Hier die letzte Email Herrn Masserats in Antwort auf die Stellungnahme Herrn Cichowicz (folgt weiter unten):

Betreff: Re: ANNEWILL / Ihr Offener Brief
Datum: Thu, 22 Jan 2009 18:27:20 +0100
Von: Mohssen Massarrat
An: a.cichowicz@ndr.de, Anne Will

Sehr geehrter Herr Cichowicz,
sehr geehrte Frau Will,

gestatten Sie mir, an dieser Stelle auf Ihren Antwortbrief vom 14. 01. 09, Herr Cichowicz, und auf Ihre Stellungnahmen in den Medien, speziell im FAZ-Interview vom 17. Januar, Frau Will, gleichzeitig einzugehen.

Ich komme gern Ihrer Bitte nach, sehr geehrter Herr Cichowicz, und leite Ihren Brief an die Unterzeichner des “Offenen Brief” vom 13.01.09 weiter. Ihnen allen ist allerdings die Auffassung der ARD längst bekannt. Denn in einem Begleit-e-mail, das dem besagten Offenen Brief vorangestellt wurde, hatte ich Herrn Baumann, den ARD-Chefredakteur, aus einem Telefongespräch vom 12. Januar wortgetreu wie folgt zitiert: “Herr Baumann hat in einem Telephongespräch mit Nachdruck hervorgehoben, dass die ARD in diesem Zusammenhang weder unter Druck gestanden habe noch unter Druck handeln würde.”

Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich diesen Brief an Sie, zusammen mit dem “Offenen Brief” und Ihrer Antwort, informationshalber dem deutschen Presserat und einigen bundesweit bekannten Tages- bzw. Wochenzeitungen zur Kenntnis bringe.

Ich bedauere sehr, weiterhin Ihrer offiziellen Darstellung der Entscheidungsfindung für die Sendung am 11. Januar nicht folgen zu können, so gern ich dieser Darstellung um der Gewissheit willen, “in Deutschland sei die Pressefreiheit nicht in Gefahr”, Glauben geschenkt hätte. Die immer noch offenen Fragen zu dem ganzen Vorgang sind m. E. sehr schwerwiegend. Angesichts der grundsätzlichen Bedeutung des Vorfalls für eine Debatte über die Gefahren für die Pressefreiheit, die m. E. im Zusammenhang mit der Solidarität zu Israel als deutscher Staatsräson zu sehen ist, und gerade weil diese politische Selbstverpflichtung von den Massenmedien als Selbstbeschränkung bei allen Israel bezogenen Themen missverstanden werden kann, möchte ich im folgenden doch auf Ihre Entgegnung detailliert eingehen:

1) Die von Ihnen Beiden herausgestellte Entgegnung, “die Redaktion diskutiert bis zur endgültigen Entscheidung parallel über mehrere aktuelle Themen”, entkräftet in keiner Weise meinen und unseren Vorwurf gegen die “Absetzung” des Themas Krieg in Gaza. Denn der Umstand der parallelen Planung kann Ihre Behauptung schwerlich glaubwürdig machen, dass die Redaktion gleichzeitig alle potentiellen Gäste für die in engerer Wahl stehenden Themen einlädt, bevor die endgültige Entscheidung zum Thema getroffen ist. Ein derartiges Verfahren hätte nicht nur wie in dem hier zur Diskussion stehenden Fall, sondern auch in allen anderen Fällen durch ständige Ein- und Ausladungen sicherlich für alle Beteiligten unangenehme Folgen. Da ich ausschließe, dass die Redaktion einer ARD-Talkshow mit den höchsten Quoten so unprofessionell arbeitet, blieb und bleibt immer noch nur die Möglichkeit übrig, die zunächst getroffene Entscheidung für das Thema Krieg in Gaza wurde nachträglich geändert.

2) Ich kann Ihre Argumentation im konkreten Fall der Sendung am 11. Januar, Frau Sumaya Farhat-Naser als “potentiellem Gast” musste der Termin wegen der Reiseumstände aus der Konfliktregion frühzeitig mitgeteilt werden, ebenso wenig nachvollziehen. Erstens hatte die Redaktion nicht nur Frau Farhat-Naser, sondern auch Rupert Neudeck und Daniel Barenboim gleichzeitig mit eingeladen, für die der Aspekt “Reiseumstände” nicht zutrifft. Zweitens hätte die Redaktion “alle potentiellen Gäste” schon bei der ersten Einladung unmissverständlich über den etwaigen unverbindlichen Status der Einladung und die Möglichkeit der Programmänderung informieren müssen. Soweit mir bekannt ist, geschah dies aber nicht, was als Indiz dafür zu werten ist, dass das Thema zum Zeitpunkt der verbindlichen Einladung von Frau Farhat-Naser, also am Mittwoch, dem 7. Januar, entschieden war.

3) Die Änderung der Redaktionsentscheidung selbst könnte aus meiner Sicht durch folgende Umstände veranlasst worden sein:

- Erstens Relevanz und Aktualität. Für das Thema “Krieg in Gaza” war dieses Kriterium auch nach Ihrer eigenen Einschätzung unbestritten erfüllt, während es niemandem leicht fallen dürfte, allen Ernstes dem Thema “Freitod” eine vergleichsweise noch höhere Aktualität und Relevanz zuzumessen.

- Zweitens eine politische Einflussnahme, für die es, wie Frau Will im FAZ-Interview meint, “nicht einmal den Versuch” gegeben habe. Ich möchte die eindeutige Aussage durchaus nicht in Zweifel stellen, zumal eine Falschaussage für alle Beteiligten verhängnisvoll wäre. Sehr wohl möchte ich aber die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass

- drittens das ursprünglich beschlossene Thema, als Folge eines eingesetzten Nachdenkens innerhalb der Redaktion, einer Selbstzensur zum Opfer gefallen ist. Dies wäre aber ein genau so “harter Schlag” gegen Pressefreiheit und Demokratie in Deutschland.

Im “Offenen Brief” wurde, nicht wie Sie, sehr geehrte Frau Will, mir unterstellen, “unter Annahme falscher Tatsachen” “ideologisiert”. Vielmehr habe ich wegen eigener Ungewissheit über die genauen Hintergründe der Redaktionsentscheidung aus der Feststellung – “uns sind die Umstände, die zur Absetzung der geplanten Sendung führten, nicht bekannt” – für alle drei o. g. denkbaren Möglichkeiten den Schluss gezogen, dass – unabhängig vom tatsächlichen Anlass – “diese Entscheidung der Redaktion auf jeden Fall ein harter Schlag gegen die Pressefreiheit und die Demokratie in Deutschland” ist und das “umso inakzeptabler, wenn die ARD unter politischem Druck gehandelt” haben sollte.

4) Auch die Tatsache, dass die FAZ allein Frau Will Gelegenheit gab, die eigene Entscheidung ins rechte Licht zu stellen, anstatt durch die Gegenüberstellung der Sicht der ausgeladenen Gäste der Wahrheit näherzukommen, ist m. E. ebenfalls ein weiterer konkreter Beleg für die herrschende Einseitigkeit mit Bezug auf Israel.

Gern reiche ich Ihnen, sehr geehrter Herr Cichowicz, wie Sie es in Ihrem Brief wünschen, einige wenige Beispiele nach, die die im Offenen Brief von mir beklagte überwiegend einseitige Berichterstattung in Deutschland über den Krieg in Gaza belegen: Ich möchte jedoch den Beispielen den alles andere überragenden Aspekt der Berichterstattung zum Gaza-Krieg, der zu der Kategorie der subtil wie gefährlichen Manipulation der öffentlichen Meinung gehört, voranstellen:

1) Hamas ist die Übersetzung für “Islamische Widerstandsbewegung”. Immerhin ist sie auch die legitime Vertreterin der Palästinenser, auf jeden Fall im Gazastreifen, da sie 2006 bei den demokratischsten Wahlen, die je in der arabischen Welt stattgefunden haben, gewählt wurde. Und dennoch gibt es in deutschen Massenmedien, einschließlich der beiden öffentlichen Fernsehanstalten, keine Nachricht über die Hamas zu hören, ohne dass sie nicht gleichzeitig mit dem Attribut “radikalislamisch” dämonisiert wird. Die ständige Kombination von “radikalislamisch” mit Hamas ist m. E. nichts Anderes als eine subtile Dämonisierung, da sie so den Zuschauern und Zuhörern gleich die nötige Vorverurteilung mitliefert. Auf diese Weise wird bei den Menschen die Empathie abgetötet und ihre Haltung begünstigt, sich über Israels Bomben auf palästinensische Frauen und Kinder nicht zu empören – nach dem Motto, “wer eine extremistische Organisation unterstützt, ist für die Folgen selbst verantwortlich”.

Die Dämonisierung ist somit alles Andere als eine sachliche Information, sie ist darüber hinaus auch eine gefährliche Manipulation der öffentlichen Meinung, die dazu dient, Kriege gegen vermeintliche Gegner zu rechtfertigen. Der Holocaust – um die Folgen einer derartigen Manipulation der Menschen drastisch vor Augen zu führen – wäre beispielsweise ohne die Dämonisierung der Juden durch die Nationalsozialisten und die Immunisierung der Deutschen gegen das Leid der Juden nicht möglich gewesen.

Können Sie, sehr geehrte Frau Will, sehr geehrter Herr Cichowicz, mir erklären, wie es kommt, dass alle Journalisten der öffentlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten, selbst wenn dies manchmal sprachlich ziemlich unpassend wirkt, gebetsmühlenartig die Hamas mit dem Zusatz “radikalislamisch” versehen? Halten Sie diese offenbar verordnete Sprachregelung angesichts ihrer manipulativen Substanz mit der Pressefreiheit noch vereinbar? Wenn nicht, bitte ich Sie, sich umgehend für die Abschaffung dieser diskriminierenden Sprachregelung einzusetzen.

2) Richard Schneider und Karin Storch, beide ARD-Korrespondenten, berichteten in den Tagesthemen jeden Abend über den Krieg in Gaza nicht etwa aus Gaza selbst, sondern aus Tel Aviv, von wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach gefilterte Informationen des israelischen Verteidigungsministeriums erhielten. Kein Wunder, dass sie systematisch und ohne Ausnahme, statt objektiver Informationen den Zuschauern der ARD erklärten, weshalb die israelische Luftwaffe Gaza bombardiert, weshalb Israels Bodentruppen vor Gaza auf den Angriffsbefehl warten, weshalb sie in Gaza einmarschieren etc.. Beiden Reportern ging es in meinen Augen durchweg stärker darum, bei den Zuschauern Verständnis für Israels Kriegshandlungen zu wecken.

3) Richard Schneider begann am 12. Januar seinen Bericht in den Tagesthemen damit, dass Israel “endlich” mit der Mobilisierung der Reservisten begonnen habe!

4) Auf die Frage der Tagesschaumoderatorin oder des -moderators in den letzten Kriegstagen, was die Bundesregierung tun müsse, damit es zum Waffenstillstand kommt, antwortete Karin Storch sinngemäß: die Bundesregierung könne nicht vermitteln, sie könne aber helfen, die Bedingungen herzustellen, die Israel für einen Waffenstillstand stellt. Wenige Tage später, und während Außenminister Frank-Walter Steinmeier sich in Nahost aufhielt, antwortete Richard Schneider auf die Frage von Tom Burow, was der Außenminister tun könne, damit es zum Waffenstillstand kommt, ebenfalls sinngemäß: Frank-Walter Steinmeier müsse auf den ägyptischen Präsidenten Druck ausüben, um mit deutscher Hilfe den Stopp der Waffenlieferungen für die Hamas durch die Tunnels durchzusetzen. Beide Antworten stimmen genau mit Israels Forderungen für einen Waffenstillstand überein, der Israel die Möglichkeit verschaffen soll, seine völkerrechtswidrige Blockadepolitik des Gazastreifens ungestört weiter zu betreiben.

Wie Sie sehen, gibt es für den Vorwurf der pro-israelischen Einseitigkeit deutscher Massenmedien viele Belege. Bei mir sind im Zuge der Veröffentlichung des Offenen Briefes weitere Beispiele für die Absetzung von geplanten Interviews und Gesprächen in diversen Hörfunk- bzw. Fernsehsendungen eingegangen. Mir liegt sogar ein Bericht für die direkte Intervention “von oben” während eines laufenden Gesprächs am 05.01.09 (10.10 – 11.30 Uhr) im Deutschlandfunk mit dem Nahostexperten Michael Lüders vor.

Ich melde mich, sehr geehrter Herr Cichowicz und sehr geehrte Frau Will, deshalb ausführlich zu Wort in der Absicht, die deutsche Wahrnehmung der islamischen Welt so gut es meine Zeit und Kraft erlaubt, aus einem anderen Blickwinkel heraus zu beleuchten. Denn ich beobachte mit großer Sorge, wie inzwischen der Islam und die islamische Welt in Deutschland den Platz von längst überwundenen historischen “Erbfeinden” eingenommen hat. Zu dieser verhängnisvollen Entwicklung haben deutsche Massenmedien leider erheblich beigetragen. Insofern sehe ich als Deutsch-Iraner es sogar für meine Pflicht an, die verantwortlichen Persönlichkeiten, wie Sie, auf künstlich geschaffene Gegensätze in Deutschland aufmerksam zu machen. Nichts liegt mir mehr am Herzen als zur Überwindung der Feindbilder und der im wesentlichen gezielt geschürten kulturellen Kluft zwischen meiner deutschen Heimat und Europa einerseits und meiner iranischen Heimat und der islamischen Welt andererseits ein wenig beizutragen.

Feindbilder und Dämonisierung der Anderen bereiten psychologisch den Boden für Gewalt und Krieg vor. Helfen Sie daher bitte mit, stattdessen den Geist der Kooperation und des Respekts vor anderen Kulturen zu fördern. Haben Sie bitte auch Verständnis für meine scharfe Kritik an den deutschen Massenmedien in Bezug auf die leider zu konstatierende einseitige Berichterstattung über den Krieg in Gaza.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat

Hier nun die Stellungnahme Herrn Cichowicz:

a.cichowicz@ndr.de schrieb:

Sehr geehrter Professor Massarrat,

vielen Dank für Ihren „Offenen Brief“ vom 13. Januar 2009, den Sie an Anne Will, an mich und ARD-Chefredakteur Thomas Baumann geschickt haben. Ihren Brief haben Sie mit einem Anschreiben versehen, in dem Sie u.a. mehrfach von einer „Absetzung“ einer geplanten ANNEWILL-Sendung zum Krieg in Gaza“ sprechen. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Weder der NDR, noch Thomas Baumann oder der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens haben eine Sendung zum Gaza-Konflikt „abgesetzt“, wie Sie behaupten.

Wie Ihnen bereits telefonisch von der zuständigen Redakteurin und von Thomas Baumann mitgeteilt wurde, entspricht es durchaus dem üblichen redaktionellen Verfahren, dass die Redaktion zeitgleich mehrere Themen vorbereitet. Zu diesem Zweck werden natürlich auch frühzeitig Terminanfragen an verschiedene potentielle Gäste gerichtet. So verhielt es sich auch vergangene Woche als mögliche Teilnehmer einer in Planung stehenden Sendung zum Thema Gaza angefragt wurden. Darunter war u.a. die von uns hoch geschätzte Frau Sumaya Farhat-Naser. Deren mögliche Teilnahme setzte eine frühzeitige Anreise aus der Konfliktregion voraus. Dass Frau Farhat-Naser erst bei ihrem Eintreffen in Berlin am vergangenen Freitag von der redaktionellen Entscheidung zugunsten einer Sendung zum Thema „Freitod“ erfahren hat, bedauern wir, stellen aber fest, dass dies den Unwägbarkeiten und Hindernissen ihrer Anreise geschuldet ist und nicht auf Versäumnisse der Redaktion zurückzuführen ist.

Die endgültige Themenfestlegung, eine entsprechende Ankündigung auf den von uns autorisierten Internetangeboten (www.annewill.de und www.daserste/annewill.de) und die Information der Programmpresse erfolgen freitags. Es entspricht weder den Tatsachen, dass eine Sendung zum Gaza-Konflikt von uns angekündigt, also veröffentlicht worden ist, noch, dass eine Themenfestlegung bereits vier Tage vor der Sendung – wie von Ihnen behauptet am Mittwoch – vorgenommen worden ist.

Die Entscheidung der Redaktion von ANNEWILL, die rein nach journalistischen Kriterien in großer Einmütigkeit mit dem NDR getroffen wurde, als „harten Schlag gegen die Pressefreiheit und die Demokratie in Deutschland“ zu bewerten, liegt vollständig neben der Sache. Eine wie auch immer geartete Einflussnahme auf die Entscheidung hat es nicht gegeben.

Und, wenn ich das abschließend anfügen darf: Für Ihren pauschalen Vorwurf, die Berichterstattung der ARD sei einseitig, bleiben Sie jeden Beleg schuldig. Die ARD hat insgesamt ausführlich über den Krieg in Gaza berichtet, sowohl in einer 30minütigen Hintergrundreportage als auch täglich in den Nachrichtensendungen mit Berichten, Interviews und Schalten und nicht zuletzt mit einem nahezu monothematischen Weltspiegel.

Ich erwarte, dass Sie diese Antwort an den gleichen Verteiler senden, der Ihren „Offenen Brief“ erhalten hat.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Cichowicz
Chefredakteur Fernsehen

Offener Brief an die Bundeskanzlerin Merkel

In letzter Zeit erreichten mich verschiedenen Offenen Briefe an unsere deutsche Bundeskanzlerin zum Gazakrieg. Ich will hier beide Briefe Dokumentieren. Da sie beide recht lang sind, stelle ich hier nur Auszüge zur Verfügung. Die kompletten Briefe kann man sich aber als PDF herunterladen. Einmal gibt einen aktuellen Brief von Prof. Dr. Mohssen Masserat und einen von Dr. Obeidullah El-Mogaddedi von letzter Woche.

Auszüge aus dem offenen Brief von Dr. El-Mogaddedi:

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,
[…]
Die Angriffe Israels auf Gaza zum Anlass nehmend, hat die Bundesregierung die Öffentlichkeit am 29.12.2008 wissen lassen, dass die Verantwortung für die Entwicklung in der Region “eindeutig und ausschließlich” bei der Hamas liege, darin sei sie sich mit dem Ministerpräsidenten Israels einig.
[…]
Bitte erlauben Sie mir Ihnen in Ihrer Eigenschaft als höchste Vertreterin unserer Bundesregierung und Ihrem Kabinett mit klaren Worten zu widersprechen, im Interesse der Bundesrepublik, wie auch im Interesse der Menschen, von denen viele auch in Palästina, wie auch in anderen Ländern der Muslimischen Welt, vor dem seit Jahrhunderten in Europa verwurzelten Antisemitismus, immer eine Zuflucht gefunden haben.
Die Bundesregierung verstösst damit gegen die universellen Menschenrechte, weil sie deren Einhaltung von Israel nicht einfordert. Menschenrechte besitzen eine nicht qualifizierbare Gültigkeit, unabhängig von Rasse, Geschlecht und religiöser Zugehörigkeit. Diejenigen, die heute die Regierung Israels für den Tod von über 630 und die Verstümmelung von über 2700 Menschen – Tendenz steigend- bei dem seit über sechs Monaten (!) geplanten Angriff auf Gaza, das „größte Freiluftgefängnis der Welt“ (Bischof Desmond Tutu), verantwortlich machen, haben längst erkannt, dass der Konflikt in Palästina nicht auf ein paar, primitive von der Hamas auf die Städte Sderot und Ashkelon abgefeuerten Geschosse zurück zu führen ist. Damit Sie mich nicht falsch verstehen, der Tod von israelischen Zivilisten durch Kassam-
Projektile ist durch nichts zu rechtfertigen!
[…]
Die explosive Situation, die in Gaza existiert, ist nicht “ausschließlich und eindeutig” das Produkt der Hamas-Regierung. Achtzig Prozent der Menschen, die in Gaza leben, sind Personen und deren Nachkommen, die im Jahr 1948 bei der Staatsgründung Israels in den Gazastreifen geflohen sind, auch aus ehemals arabischen Städten wie Ashkelon, auf arabisch „Askalaan“ genannt. Die Mehrheit der Menschen in Gaza stammt nicht aus Gaza, sondern sie sind Opfer von Vertreibung!
[…]
Die von Ihrem Außenminister Steinmeier angekündigte Erhöhung der humanitären Hilfe für die Menschen in Gaza ist zu begrüßen, aber sie ist dennoch Ausdruck einer fehlgeleiteten Nahost-Politik. Diese vermittelt den Eindruck, man könne einem Volk von mittlerweile mehr als neun Millionen Palästinensern dauerhaft das natürliche und unveräußerbare Recht auf Menschenwürde und sichere Heimstätte nehmen lassen und durch eine permanente humanitäre Hilfe ersetzen. Ist dieser Zustand nicht erniedrigend?
[…]
Mit der pauschalen Unterstützung für Israels Kriegspolitik hat die Bundesregierung dem Ansehen der Bundesrepublik Deutschland in der Muslimischen Welt großen Schaden zugefügt und Israel einen gewaltigen Bärendienst erwiesen, wie die Zukunft leider zeigen wird.
[…]
Vielleicht überdenken Sie und Ihre Minister dieoffizielle Haltung Deutschlands zu Israels
Krieg in Gaza noch einmal.
Mit freundlichen Grüssen
Obeidullah El-Mogaddedi
06.01.2009

Auszüge aus dem offenen Brief von Prof. Dr. Masserat:

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,

Als die israelische Luftwaffe die ersten Bomben auf palästinensische Häuser, auf Frauen und Kinder undauf Hamas-Einrichtungen in Gaza geworfen hatte, hielt ich mich gerade in meiner iranischen Heimat auf. Die überwiegend staatlich kontrollierten Medien machten übereinstimmend das “Zionistische Besatzerregime” für den Kriegsbeginn verantwortlich, das staatliche Fernsehen reduzierte seine
Kriegsberichterstattung darauf, den Zuschauern immer wieder neue Leichenberge, eben “islamische” Opfer des Zionismus, zu präsentieren. Als sich herausstellte, dass über die iranischen Medien in diesem Zusammenhang objektive Informationen nur schwer zu bekommen sind, wandte ich mich ARD und ZDF, eben den öffentlichen Fernsehanstalten meiner deutschen Heimat, zu. Zu meiner Verblüffung erlebte ich auch dort eine nicht minder einseitige Kriegsberichterstattng, mehr noch: ich erfuhr, dass Sie, Frau Bundeskanzlerin, „allein und ausschließlich“ die Hamas für das Auslösen des Krieges verantwortlich gemacht hatten. Zunächst traute ich erschrocken meinen Ohren nicht, dann wurde aber diese
Nachricht zur Gewissheit, als ich mir in Erinnerung rief, wie Sie sich schon während Ihrer ganzen Regierungszeit zum Nahostkonflikt verhalten hatten. Dass auch Ihr SPD Außenminister Frank Walter Steinmeier sich ähnlich wie Sie positioniert hatte, machte Ihre Haltung weder verständlicher noch glaubwürdiger.
[…]
Frau Bundeskanzlerin, Sie haben persönlich die Mitverantwortung für Israels systematische und umfassende Blockadepolitik des Gazastreifens, für diese menschenfeindliche Politik des Aushungerns der Zivilbevölkerung. Diese alle Ideale der Demokratie verratende Politik hat der Hamas keine andere Wahl gelassen, als sich zu radikalisieren und im Ausbau ihres Arsenals an primitiven Kassam-Raketen,
die in militärischer Hinsicht mehr symbolisch als waffentechnisch wirken, ihre einzige Hoffnung zu sehen. Diese Politik Israels und des Westens musste zum aktuellen Krieg führen, den Israels Regierung offensichtlich von langer Hand sorgfältig vorbereitete, um ihn zur Jahreswende und während die halbe Welt sich unter dem Weihnachtsbaum befand, vom Zaun zu brechen.
[…]
Israels Krieg in Gaza stellt m. E. ein Novum in der Geschichte dar: Die fünftstärkste Armee der Welt führt gegen ein kleines wehrloses Volk einen Krieg aus der Luft, von der See und auf dem Boden, sie, die Armee, zerstört die Stromversorgung, die Wasserversorgung, beschießt Krankenhäuser, verwehrt tagelang, trotz Protesten des IKRK, Ambulanzen den Zugang zu den von der Armee beschossenen Stadtvierteln, bombardiert UNRWA-Konvois mit Hilfsgütern für die Zivilbevölkerung und setzt sich
über die Resolution des UN-Sicherheitsrats, die Kriegshandlungen sofort einzustellen, bedenkenloshinweg. Und dies alles geschieht vor unserer aller Augen, vor den Augen der gesamten „zivilisierten“ Weltöffentlichkeit.Es gibt keinerlei Proteste Ihrer Regierung und jener Regierungen anderer Staaten, die in vielen anderen Fällen -wie beispielsweise im Falle von Menschenrechtsverletzungen der VR China und der Islamischen Republik Iran -nicht zögern zu protestieren oder gar Sanktionen zu verlangen. Mehr noch: Im Falle von Israel sind die gezielt
ausgesuchten Journalisten in manipulativer Absicht augenfällig bemüht, für die Verbrechen der israelischen Armee Verständnis zu wecken, anstatt über die grausamen Folgen des Krieges objektiv zu berichten. Es ist alarmierend, dass die ARD-Talkshow-Redaktion „Anne Will“ eine für den 11. Januar geplante Sendung über den Krieg in Gaza, aller Wahrscheinlichkeit nach auf politischen Druck hin,
absetzte. Dies wäre in meinen Augen ein harter Schlag gegen die Pressefreiheit und die Demokratie in Deutschland. Daher ist es durchaus nicht zufällig, dass die Öffentlichkeit in Deutschland sich so gut wie überhaupt nicht rührt, obwohl Israel im Begriff ist, vor unseren allen Augen in Gaza einen Völkermord zu begehen.
[…]
Sie, Frau Bundeskanzlerin, auch die politische Elite in Europa und in den Vereinigten Staaten von Amerika, Sie alle sind mitverantwortlich nicht nur für das Leid der Palästinenser, sondern auch für das Leid der Bevölkerung Israels, ständig in Angst und Schrecken leben zu müssen. Es ist an der Zeit, diese verhängnisvolle Israelpolitik durch eine zukunftsfähige Politik zu ersetzen, die auf echter ökonomischer, kultureller und politischer Kooperation zwischen Israel und dessen Nachbarn aufbaut.
Mit Respekt vor Ihrem Amt und
freundlichen Grüßen
(Prof. Dr. Mohssen Massarrat)

Offener Brief und Unterschriftenaktion an die Anne Will Redaktion

Die Absetzung der Anne Will Sendung zum Thema Gaza vergangenen Sonntag hat für viel Diskussion gesorgt. Prof. Dr. Mohssen Massarat aus Osnabrück hat sich die Mühe gegeben, Unterschriften für einen Offenen Brief an die Redaktion zu sammeln. Nach eigener Aussage war er selbst überrascht, dass der Aufruf offensichtlich auch außerhalb von Deutschland verbreitet wurde. So haben auch Personen wie Immanuel Wallerstein, Norman G. Finkelstein, Tarik Ali und viele andere aus Nicaragua, England, Dänemark, Jemen, Frankreich, Iran, USA, Österreich, Schweiz, Kanada etc. mit unterzeichnet. Ich veröffentliche hier das Anschreiben als auch den offenen Brief mit den Unterschriften, der heute an die ARD Redaktion versandt wurde.

Ich finde, dass dies eine Ermutigung ist, um selber aktiver zu werden in Bezug auf die einseitige Medienberichterstattung hier in Deutschland.

Hier also das Anschreiben:

Prof. Dr. M. Massarrat, Hofbreede 64, D-49078 Osnabrück
mohssen.massarrat@uos.de

Osnabrück, 12. Januar 2009

Sehr geehrter Herr Baumann,
sehr geehrter Herr Cichowicz,
sehr geehrte Frau Will,

sie erhalten nachstehend den Offenen Brief anläßlich der Absetzung der für die ARD-Talkshow “Anne Will” geplanten Sendung zum Krieg in Gaza zu Ihrer Kenntnis. Der Brief wurde inzwischen (innerhalb von ca. 20. Stunden nach dessen Versand) von mehreren Hundert Personen bzw. Organisationen unterzeichnet. Wir haben über 250 von ihnen registriert. Minütlich kommen neue dazu. Wir fühlen uns außerstande, alle eingegangene Namen aufzuführen. Wir können insofern davon ausgehen, dass die Sorgen, die im Brief zum Ausdruck kommen, von einem beachtlichen Teil der Menschen in unserem Land geteilt werden.

Die wenigen Zeilen, die Frau Anne Will uns und vielen anderen Menschen als Grund der Absetzung in ihrem mail vom 12. Jan., 13.57 Uhr, genannt hat, werfen mehr Fragen auf als offene Fragen zu beantworten. Uns ist zwar das Verfahren bis zur endgültigen Entscheidung für das Thema der Woche sehr wohl bekannt. Es fällt uns jedoch sehr schwer, dem von Anne Will genannten Grund für die Absetzung zu folgen, weil
- erstens das Palästinathema bis zum 8. Januar in Fernsehprogrammankündigungen zu sehen war und erst ab dem 9. Januar ohne Begründung verschwand,
- zweitens die ausgewählten Teilnehmer sicherlich nicht eingeladen werden, bevor die Themenauswahl entschieden ist, und hier wissen wir definitiv, dass Rupert Neudeck, Daniel Barenboim und Sumaya Farhat-Naser eingeladen worden waren und letztere sogar in Deutschland angereist war,
- drittens ein politisch hoch brisantes und aktuelles Thema nicht so ohne weiteres zu Gunsten eines zeitlosen Themas einfach fallen gelassen wird,
- und weil viertens eine Redaktion in aller Regel sich hütet, zunächst eine so prominente Besetzung wie die o. g. Personen sowie Joschka Fischer und Avi Primor einzuladen, um sie dann ohne irgend einen schwerwiegenden Grund wieder auszuladen,
- und weil fünftens und letztlich derartige Entscheidungen, soweit uns bekannt ist, in der Regel Mittwochs endgültig feststehen, die Ausladung aber in diesem Falle am Donnerstag, dem 08. Januar, ausgesprochen worden ist.

Mit freundlichen Grüßen
i. A. aller Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat

Und hier der offenen Brief mit Unterschreibern:

Offener Brief
An den Chefredakteur der ARD, Herrn Thomas Baumann,
an Herrn Andreas Cichowicz
und an Frau Anne Will

Sehr geehrter Herr Baumann,
sehr geehrte Frau Will,

wir haben mit Entrüstung davon Kenntnis erhalten, dass die ARD eine aktuelle Sendung der Talkshow “Anne Will” zum Konflikt im Gazastreifen kurzfristig abgesetzt hat, die für Sonntag, den 11. Januar, vorgesehen war. Zu dieser Talkshow wurden nach unserer Kenntnis u. a. auch der israelische Dirigent Daniel Barenboim und die palästinensische Hochschullehrerin Frau Dr. Sumaya Farhat-Naser sowie Rupert Neudeck eingeladen. Herr Barenboim, Frau Farhat-Naser und Herr Neudeck gehören zu den herausragenden Persönlichkeiten, die sich jeweils auf bewunderswerte Weise für den palästinensisch-israelischen Dialog engagieren und dafür sorgen, dass der noch bestehende dünne Faden menschlicher Beziehungen zwischen beiden Völkern nicht abreisst. Daniel Barenboim hat mit seinem West-Eastern-Divan-Orchestra palästinensische und israelische Musiker zusammengebracht. Sumaya Farhat-Naser sorgt seit Jahren unerschrocken für einen ständigen Dialog zwischen palästinensischen und israelischen Frauen.

Uns sind die Umstände, die zur Absetzung der geplanten Sendung führten, nicht bekannt. Im Ergebnis ist diese Entscheidung der Redaktion auf jeden Fall aber ein harter Schlag gegen die Pressefreiheit und die Demokratie in Deutschland, um so inakzeptabler, wenn die ARD unter politischem Druck gehandelt hat.

Wir bedauern sehr die Absetzung der Sendung. Die deutsche Öffentlichkeit hat gerade wegen der besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel und Palästina einen Anspruch auf umfassende und differenzierte Information über den Krieg in Gaza, zumal die deutschen Massenmedien ihrer Verpflichtung, über den aktuellen Konflikt objektiv zu berichten, überwiegend nicht nachkommen und die Menschen hierzulande nur einseitig informieren. Die erst geplante und dann abgesetzte Sendung der ARD-Talkshow “Anne Will” wäre ein erster und dringender Versuch gewesen, den bestehenden Missstand der einseitigen Berichterstattung zu einem höchst brisanten wie aktuellen Krieg ein wenig zu beheben.

Wir wollen Sie, sehr geehrter Herr Baumann, sehr geehrte Frau Will, ermutigen, Ihre Entscheidung zu revidieren und die Sendung mit der Teilnahme von Daniel Barenboim und Sumaya Farhat-Naser so bald wie möglich nachzuholen und gegen jeglichen politischen Druck, von welcher Seite auch immer, standhaft zu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschriften:
Bernd Fischer, Ludwigsburg; Maxine Heldmann, Winterbach; Dr. Soraya Adambakan; Steffen Geißler, Chemnitz; Prof. Dr. Cornelia Mansfeld; Albrecht Kieser, Köln; Gertrud und Teo Dom, Osnabrück; Hamid Skif, Hamburg; Dr. Werner Rügemer; Bezad Fazeli; Dr. Dietrich Loeff, Cottbus; Mohammad Taghi Bromand; Arasch Bromand; Omit Bromand; Achtar Asgari; Prof.Rainer Roth; Dr. Susanne Schön, Berlin; Brune Düllmann, Ulm; Dr. Lutz Kleinwächter, Potsdam; Dr. Raimund Krämer, Potsdam; Helag Dittmann-Pätsch; Christoph Geyer; Otto Meyer, Münster; Dieter Egbert; Prof. i. R. Dr. Jürgen Schneider, Göttingen; Elias Davidsson, Alfter; Björn Reich, Rünningen; Dr. Kutz Franz, Halle-Wittenberg; Prof. Dr. Adelheid Biesecker, Bremen; Martin Regelsberger, A-Gleisdorf; Jürgen Schleif, Leipzig; Prof. Dr. Ingrid Lohmann, Hamburg; Herausgeber der Zeitschrift WeltTrends; Nora Alim; Prof. Dr. Norman Paech, MdB, Berlin; Dr. Ursula Günther, Hamburg; Johannes Bartelt, Osnabrück; Kerstin Kretzschmar; Armin Köning, Bergisch-Gladbach; Annkatrin Jepsen; Joachim Both; Karolin Sengebusch; Reinhard Stolle, Osnabrück; Gerlinde Scherer, Ohlsbach; Hans-J. Schmidt, Steinen; Dr. Jilla Siassi; Mohammad Lari, Berlin; Leonie Holthaus; Prof. Dr. Elias Jammal, Heilbronn; Werner Ruhoff, Köln; Dr. Stephan Rosiny, Berlin; Prof. Dr. Heike Walk, Berlin; Jörg Schreiner, Weisenheim; Wolf D. Amad Aries, Hannover; Uwe Afemann, Osnabrück; Alexander Haridi, Bonn; Jochen Kaufmann, Köln; Ezer Bekir; Zahi Alawi, Berlin; Annika Stienen; Eberhard von Goldammer, Witten; Martin Schwander; CH-Oberburg; Jürgen Cain Külbel, Berlin; Dr. Shahrooz Mohbajeri; Heide Janicki, Braunschweig; Haleh Agandj; Paula Abrams-Hourani, A-Wien; Dieter Krogmann; Peter Tobiassen, Bockhorn; Stefan Mertin; Helmut Adolf, Berlin; Achim Mueller, Dietzenbach; Dr. Dietrich Schulze; Anneliese Fikentscher, Köln; Andreas Neumann, Köln; Werner Schmiedecke; Jens Loewe, Stuttgart; Irene Ryseck; Muriel Mirak-Weissbach, Mainz-Kastell; Ali Fathollah-Nejad, GB-London; Leonore Schröder, Castrop-Rauxel; Michael Held, Bad Hersfeld; P. Rainer Fielenbach, Straubing; Erik Mohns; Lioba Meyer, Osnabrück; Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft, Osnabrück; F. Farzanefar; Luay Radban, Heidelberg; Matthias Reichl, A-Bad Ischl; El-Saleh Firas; Dr. Winfried Wolf; Gabriele Lang, Riedlingen; Bernd Geisler, Riedlingen; Lutz Metz, Berlin; Dr. Judith Dellheim, Berlin; Christoph Krämer, Helmstedt; Djafar Sadigh, Nicaragua-Managua; Ahmad Ahgary, Berlin; Mohebarangeh, Faria, Berlin; Radjaie, Fatima; Dr. Wolfgang Beer; Prof. Dr. Reinhold Mokrosch, Osnabrück; Hans-Christoph von Sponeck; Dr. Lucian Reinfandt, A-Wien; Ayse Köse; Nadir Pervaiz; Antonio Andrioli, A- Linz; Dr. Yvonne Schmidt, A-Granz; Thomas Müller, Osnabrück; Ivesa Lübben, Bremen; Willy H. Wahl; Dr. Anja Zorob, Bochum; Mostapha Belmahi; Neslihan Akbulut-Belmahi; Thomas Immanuel Steinberg, Hamburg; Dr. Viktoria Waltz, Dortmund; Henriette Baltz, Schwabsoien; Salem Said, Bremen; Dr. Ingrid Jaschke, Olching; Stefan Wilker, Osnabrück; Prof. Dr. Günter Meyer, Mainz; Sabine und Saddek Kebir, Berlin; Hans Haußmann, Wolfschlugen; Prof. Dr. Jörg Becker, A-Innsbruck; Elisabeth Gschaider, A-Wien; Horst und Lilo Werder, Osnabrück; Bernhard Trautvetter, Essen; Margrit und Jens Laukner, Stuttgart; Schenk, Günter, F-Strassbourg; Rolf Czeskleba-Dupont, DK-Hvalsö; Fritz Tiemann; Christoph Hörstel, Belrin/München; Eveline und Jacques Crombée, F-Lisieux; Dominik Kuppels, Osnabrück; Dr. Inge Schmidt, Kanada-Athabasca; Raif Hussein, Hannover; Waltraud Schauer, A-Wien; Nazih, Busharbash, Bad Iburg; Dr. Bahman Nirumand, Berlin; Prof. Dr. Werner Ruf, Edemünde; Prof. Dr. Wolfgang Asholt, Osnabrück; Nahed Samour, Berlin; Hans-Jörg Schmid, Neustadt a.d.Aisch; Ute Lampe, Braunschweig; Volker Siebeke, Ibach; Paul Schäfer, MDB, Berlin; PD Dr. Johannes M. Becker, Marburg; Volker O’Barden, Rheinfelden; Dr. George A. Kouchaikji; Liesel Schulze-Meyer, Bonn; Koordinationsgruppe des ökumenischen Netzes in Deutschland; Amad Mazouri, Ellwangen; Dr. Miachela Prokop; Wolfgang Neef; Prof. Dr. Joachim Hoefele, Sirnach; Frank Ebert, Berlin; E. Fried, Rastatt; Karl Schmitt, Stuttgart; Prof. Dr. John P. Neelsen, Tübingen; van Benthum, Sascha B.; Wolfgang Theophil; Michael Kursawe; Giovanna Brizzi; Aneta Barcik; Rainer Ibold, Freiburg; Gerd Höfinghoff, Osnabrück; Hartmut Niemann; Christian Fiege; Volker Bräutigam; Dr. Wilhelm Wille, Ehrenkirchen; Helmus und Hanna Jasolski, Erftstadt; Lutz Schulenburg, Hamburg; Hanna Mittelstädt, Hamburg; Nasrin Karimi, Berlin; Sylivia Wenzel, Baden; Gerda Peters; Dr. Ramez Isrusch; Dr. Martin Schwertl, Weil a.Rhein; Dr. Annelise Butterweck; G. Reiter, Bamberg; Ashin Adib-Moghaddam, GB-Cambridge; Elisaveta Kostova, Heilbronn; Hermann F. Schillerwein, Bad Säckingen; Annette Klepzig, Wilhelmsfeld; Dr. Mehran Barati, Berlin; Hans-J. Schmidt, Steinen; Bianka Buddeberg, Köln; Anreas Kautzsch, Freiburg; Yasemin Karakasagh; Sadegh Sadeghipour, Berlin; Katharina Schlegel; Angela Klein; Wolf Steinhuber, A-Granz; Winfried Belz, Wilhelmsfeld; Alia Rayyan; Heinz D. Trost, Stuttgart; Jutta Müsser, Düsseldorf; Wolfgang Sternstein, Stuttgart; Ute Hermann-Horvath; Kirsten Herfel; Janina Miller, Heilbronn; Elisabeth Arend; Darius Köster; Claudia Altmann, Algier/Berlin; Barbara Stoller, Lindau; Klaus Winkes, Düsseldorf; Prof. em. Helmut Mejcher; Dr. Marianne Schmidt-Dumont; Rosemarie zur Nieden, Hattingen; Krystyna Schydlo, Essen; Ekkehard Lentz, Bremen; Dr. Rainer Werning, Frechen; Marianne Baitsch, CH-Riehen; Hildegard Trefter; Harkus Riemann; Leila Dregger, Belzig; Dr. Jost F. Noller, Schopfheim; Gudrun Schweisfurth; Sasa Pöllmann; Kritische Inititive Heidelberg; Jochen Vogler, Wuppertal; Almut Möller, GB-London; Sabine Broeck, Bremen; Simone Brede, Schwalmstedt; Hamid Dabashi, USA-New York; Miriam Shabafrouz, Hamburg; P. Rainer Fielenbach, Straubing; Tariq Ali, GB-London; Prof. em. H. J. Krysmanski, Münster; Christina Lipps, Baden-Baden; Prof. Immanuel Wallerstein, F-Paris; Esther Alves; Inga Becker; Dennis Krombach, Köln; Christine Belakhdar, Berlin; Prof. Dr. Albert Fuchs, Meckenheim; Barde B. Barden, F-Wissembourg; Anusch Massarrat, Berlin; Mechthild Massarrat, Osnabrück; Hannah Bennhold-Rohwer, Osnabrück; Janine Wulff; Wolf Gauer, Brasilien-Sao Paulo; Dr. Behrouz Khosrozadeh, Göttingen; Jürgen Nieth, Mainz; Ulrike Zeilinger; S. Dehdarian; Jürgen Jung; Gerhard Drexler, A-Wien; Ferdinand Drexler, A-Wien; Dr. Natascha Ueckmann, Bremen/Osnabrück; Annegret Ergenzinger, Bremen; Gabriele Senft, Berlin; Alfred Vestring, Botschafter a. D.; Peter Mende, Botschafter a. D., Berlin; Gerd Plobner, Dortmund; Monika Ogorsolka; Thomas Wüppesahl, Hamburg; Alaheh Amin Moghadam, Bensberg; Tobias Balke, Berlin; Carola Richter, Erfurt; Monika von Lauer-Munchhofen, München; Gisela-Maria Hachtroudian-Fichter; Hamid Hachtroudian; Prof. Dr. Elmar Altvater, Berlin; Prof. Dr. Peter Grottian, Berlin; Sabine Badge; Iris Hefets; Judith Schlenker, Donaueschingen; Frank Thöle, Osnabrück; Rainer Missalek; Dr. Klaus Patzer; Zahra Tabaie; Horst Bowitz; Prof. Dr. Peter Hennicke, Wuppertal; Lotfali Semino; Norman G. Finkelstein; Fritz Tiemann; Angelika Claußen; Ellen Rohlfs; Prof. Dr. Peter Strutynski, Kassel; Prof. Dr. Gert Sommer, Marburg; Michael Körner, Karlsruhe; Insa Klingberg, Balingen; Hanne Adams, Gleichamberg-Bedheim; Wilfried Rupflin, Dortmund; Hartmut Barth-Engelbart, Hanau/Gründen; Senne Glanschneider; Elisabeth Sureau, Stuttgart; Helga Kuhnert; Rut und Ulrich Enkelmann, Dresden; Netty Müllere-Grosse; Behzad Fazeli; Michael Masson; Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger, Landau; Udo Terjung, Rickenbach; Ralf Mannsperger; Ursula Grohe, Pfullingen; Prof. Dr. Karin Kulow, Berlin; Maja Ilic; Günter Mauersberger Botschafter a.D., Berlin; Peter Grohmann; Ingeborg u. Hans Otto Möller, Ludwigshafen; Inga Schmalz, Hannover; Dr. Arnold Wiebel, Münster; Siglinde Adan de Rivadeneira, Stuttgart; Christel Baumann, Haltern a.See; Karin Laier, Offenbach; Nadia u. Hakim Karim, Hagen a.T.W.; Kathrin Vogler, Emsdetten, Stefan Cantré, Rostock; Laura von Winnersperg, Berlin;
Gisela Helbig, Zirndorf; Dr. Hubert Schneider, Bochum; Harald Neuber, Berlin; Marlene Pfaffenzeller; Norbert Ahrens; Winfried u. Veronika Engl, Bilefeld; S. Böhnke; Heinrich Ruhemann; Jutta Behne, Rossau; Brigitte u. Eckhart Hauff, Dornstadt; Frieder Schöbel, Braunschweig; Anette Groth, Stuttgart; Heinz Eckel, Berlin; Dietrich Zeilburger, Karlsruhe; Eckart Spoo, Berlin; Dr. Jakob Borchardt, Berlin; Dr. Wolfgang Wittrock, Kaiserslautern; Dr. Ulrich Daske, Gummersbach; Dietrich Kluge, Münster; Anna Schneider; Mounir Baghdadi; Christine u. Dr. Hartmut Höfer, Osnabrück; Parto Teherani-Krömer, Berlin; Doris Auerbach, Hajo G. Meyer; Eva Neukamp; Ingrid u. Dr. Peter Hauber, Berlin; Karl-W. Koch, Hillesheim; Maria Klewer; Benjamin Brosig; Heinz Reinke, Heidelberg; Jutta Kausch, Berlin; Regine Schuster, Geltendorf; Uwe Schnabel; Karin Almasy, Osnabrück; Phil Hill, Berlin; Manfred Grüter, Berlin; Sonnhild u. Ulli Thiel, Karlsruhe; Brigitte Keyl; Margrit u. Berthold Raunecker; Rolf Stiefel, Gerlingen; Heiko Holtgrove, Dortmund; Katharina Yacoub, Bonn; Anna Schumacher; Barbara Dietzfelbinger, Nürnberg; Sohiedorothea Berger, CH-Bern; Regina Meyer, Steinen; Norbert Rheinländer, Berlin; Karin Köhler, Ulm; Barbara Kohlstruck, Kaiserslautern; Mehmet Sivga, Lörrach; Prof. J. Christoph Bürgel u. Gertraude Tissafi-Bürgel; Manfred Lotze, Hamburg; Dr. Ursula Günther, Hamburg; Prof. Dr. Alexander Flores, Bremen; Dr. Hildegard Jurisch, Erlangen; Dr. Rainer Funk, Tübingen; Prof. Dr. Tilman Westphalen, Osnabrück; Ellen Diederich, Oberhausen; Prof. Dr. Christoph Th. Scheilke, Stuttgart; Faroch Negahbani u. Angelika Grospitsch, Osnabrück; Dr. Brigitte Müller, Aurich……. und zahlreiche andere Personen und Organisationen

Verantwortlich i.S.d.P.: Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat, Hofbreede 64, 49078 Osnabrück.