Kopftuchverbot verletzt Menschenrechte…
Aufgrund von Zeitmangel hier nur ein Link zur Studie (basierend auf Gesprächen mit gut 30 verhinderten Lehrerinnen in Deutschland) von Human Rights Watch: Diskriminierung im Namen der Neutralität von Haleh Chahrokh.
Hier noch ein guter Kommentare zu dem Bericht “Kopftuchverbot für Lehrerinnen:
Glaube oder Beruf? Beides!” von Claudia Kirsch. (Überraschenderweise aus der Brigitte).
Infolinks zu Gaza/Palästina
Electronic Intifada
Gegründet im Jahr 2001, informiert dieses Online Portal regelmäßig mit Hintergrundberichten, Medienanalysen, Augenzeugenberichten und Aktionen zu aktuellen Themen zu Palästina und Israel. Die Autoren sind Aktivisten, Akademiker und Nahostexperten.

v.l.n.r.: EI-Gründer Ali Abunimah, Nigel Parry, Arjan El Fassed, Laurie King-Irani.
Eine weitere Rubrik ist die der Satire. Dort findet man aktuell ein Telefongespräch mit einem IDF-Offizier. Noch während der Luftattacken wurden Flyer über Gaza abgeworfen, die die Bewohner dazu aufrufen, mit den israelischen Streitkräften zu kollaborieren und Verstecke von Terroristen Preis zu geben.
B’tselem
Das israelische Informationscenter für Menschenrechte in den besetzten Gebieten wurde 1989 von israelischen Akademikern, Anwälten, Journalisten und Knesset-Mitgliedern gegründet, um die israelische Öffentlichkeit und Politiker über die Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten zu informieren. Es stellt in der letzten Zeit vor allen Dingen sogenannte Testimonies online, die dokumentieren wer in den besetzten Gebieten zu welchem Zeitpunkt durch feindliche Angriffe ums Leben gekommen ist – dies beeinhaltet Opfer sowohl auf israelischer als auch auf palästinensischer Seite. Weiterhin gibt es derzeit fast täglich Nachrichten aus dem Gazastreifen über Menschenrechtsverletzungen im Krieg.
Palestinian Blogs

Auf dieser Seite sammeln sich viele verschiedene Blogs die über Palästinarelevantes berichten. Aktuell eine gute Quelle für Live-Berichte.
Yohay Elams Blog
Dieser private Blog eines Israelis hat interessante Informationen und Videomaterial zu Demonstrationen in Tel Aviv gegen den Militäreinsatz Israels in Gaza.
Jewish Peace News
Jewish Peace News (JPN) ist ein Informationsservice, der Kommentare, Analysen und Benachrichtigungen zu Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Israel/Palästina-Konflikt zur Verfügung stellt. Ziel ist die Förderung eine gerechte Lösung für den Konflikt, ein Ende der Besatzung und kompletter Rückzug aus den palästinensischen Gebieten, sowie eine Lösung des Flüchtlingsproblems. Aktuell findet sich eine Zusammenstellung verschiedener Artikel zum Widerstand gegen den Krieg in Gaza auf dem Blog.
Raising Yousuf and Nour
Diesen Blog einer Mutter aus Gaza, gibt es schon recht lange. Laila El-Haddad ist Journalistin, lebt in den USA und schreibt regelmäßig Informatives zu den aktuellen Ereignissen aus ihrer persönlichen Perspektive.

Aktion von Jewish Voice for Peace zum Versand anti-muslimischer DVDs während des vergangenen Wahlkampfes in den USA.
Auf der Seite kann man sich auch über die grundlegenden Fragen des Konflikts informieren wie: Was ist eigentlich Basatzung?, Ist Israel die einzige Demokratie, umgeben von Diktaturen?, Wo ist die palästinensische Stimme für Frieden?
Update:
Auf der Seite InkforGaza kann sowohl Artikel auf Deutsch lesen als auch einreichen. Ein sehr lohnenswertes Projekt.
Bericht über die Situation im Gazastreifen
Über den DAVO-Newsletter kam heute ein gemeinsamer Lagebericht und Spendenaufruf von medico international e.V., Ärzte für Menschenrechte – Israel, Palestinian Medical Relief Society (Ramallah), Al-Mezan Center (Gaza) bei mir an. Ich möchte hier der Bitte um Bekanntmachung nachkommen. Den kompletten Bericht kann man hier ansehen:
Seit dem Beginn der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen und bis zum Sonntag 16 Uhr sind 282 Tote, darunter 20 Kinder und 9 Frauen, und ca. 700 verwundete Personen (darunter 130 Kinder und 28 Frauen), von denen 100 schwerverletzt sind, wie von den Krankenhäusern in Gaza festgestellt werden musste
Das Gesundheitssystem kollabiert unter den derzeitigen Umständen: es gibt zu wenig Ärzte, Krankenhäuser und Medikamente. Lager für medizinische Hilfsmittel wurden am Sonntag bombardiert und somit zerstört. Zudem werden Patienten laut Bericht massiv bedroht:
Das israelische Militär bedroht Zivilisten
Viele Patienten haben die Ärzten für Menschenrechte – Israel in der letzten 24 Stunden telephonisch informiert, dass sie übernacht aufgezeichnete Drohungen per Telefon erhielten. Die erste aufgezeichnete Drohung forderte sie auf, ihre Häuser zu verlassen, da sie geplantermaßen bombardiert würden. Die zweite Drohung warnte davor, Militante zu unterstützen oder Waffen zu verstecken, da sie ansonsten bombardiert würden.
Spenden kann man an diese Bankverbindung oder direkt online überweisen:
Spendenkonto:
medico international
Frankfurter Sparkasse
Kontonummer 1800
BLZ 500 502 01
Stichwort: „Israel/Palästina“
Rassismus in Deutschland
Kurzer Lesetipp zu einem interessanten Interview mit Yonas Endrias von der Internationalen Liga für Menschenrechte Berlin. Er findet, dass in Deutschland zu wenig effektive Programme gegen Rassismus geführt werde, was u.a. an einem engen und falschen Verständnis von Rassismus liege:
Deutschland hat leider ein verengtes Verständnis von Rassismus. Für viele Behörden scheint das Problem eigentlich mit dem Ende der NS-Herrschaft abgehakt. Auch der Regierungsbericht sieht Rassismus weitgehend als Randerscheinung, die sich hauptsächlich auf Rechtsextremisten bezieht. Rassismus wird aber längst in umfassenderer Weise als soziales Phänomen begriffen. Dies ist leider in Deutschland noch nicht angekommen. Die Vereinten Nationen und das Forum Menschenrechte gehen deshalb davon aus, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt.
Touristen gegen Menschenrechtsverletzungen
Eine tolle Idee hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung im Auswärtigen Amt, Günter Nooke von der CDU, vorgestern im Kampf zur Verteidigung der Menschenrechte in aller Welt verlautbart: Nun sollen deutsche Touristen in ihrem Lieblingsferienziel offensiv gegen Menschenrechtsverletzungen eintreten, denn – so Nooke – „Gerade die außereuropäischen Hauptreiseziele der Deutschen führen in Länder mit katastrophaler Menschenrechtsbilanz.” Touristen sollen dies tun, indem sie Passanten ansprechen (selbst in China sei das auch in Englisch möglich, was ja der deutsche Tourist bekanntlich einwandfrei beherrscht!) und “nach ihrer persönlichen Situation und Einschränkungen ihrer Freiheit” befragen. Auch Reiseführer und -prospekte solle man auf ihre oft zu beschönigende Darstellung der Realität in den Urlaubsländern kritisch hinweisen.
Nooke berichtete von religiösen Verfolgungen in Ägypten, von Polizeiwillkür in Thailand und der Misshandlung von Arbeitsmigranten in der Dominikanischen Republik.
Ich versuche mir grade vorzustellen, wie glaubwürdig ein Tourist rüberkommt, der solche Dinge mit Einheimischen diskutiert, während er sich grade als Sextourist betätigt, von Kindern hergestellte Souvenirs einkauft etc. Viel sinnvoller wäre es doch, mal die eigenen Politiker dazu aufzufordern, die Menschenrechtsverletzungen internationaler Politik- und Handelspartner (und nicht nur die zitierten “außereuropäischen”) anzuprangern. Die handeln nämlich so, als wüssten sie von nichts…

Bildnachweis: 3Monkeys von d’n'c

