Kopftuchverbot verletzt Menschenrechte…
Aufgrund von Zeitmangel hier nur ein Link zur Studie (basierend auf Gesprächen mit gut 30 verhinderten Lehrerinnen in Deutschland) von Human Rights Watch: Diskriminierung im Namen der Neutralität von Haleh Chahrokh.
Hier noch ein guter Kommentare zu dem Bericht “Kopftuchverbot für Lehrerinnen:
Glaube oder Beruf? Beides!” von Claudia Kirsch. (Überraschenderweise aus der Brigitte).
Rassismus in Deutschland
Kurzer Lesetipp zu einem interessanten Interview mit Yonas Endrias von der Internationalen Liga für Menschenrechte Berlin. Er findet, dass in Deutschland zu wenig effektive Programme gegen Rassismus geführt werde, was u.a. an einem engen und falschen Verständnis von Rassismus liege:
Deutschland hat leider ein verengtes Verständnis von Rassismus. Für viele Behörden scheint das Problem eigentlich mit dem Ende der NS-Herrschaft abgehakt. Auch der Regierungsbericht sieht Rassismus weitgehend als Randerscheinung, die sich hauptsächlich auf Rechtsextremisten bezieht. Rassismus wird aber längst in umfassenderer Weise als soziales Phänomen begriffen. Dies ist leider in Deutschland noch nicht angekommen. Die Vereinten Nationen und das Forum Menschenrechte gehen deshalb davon aus, dass es sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt.
Touristen gegen Menschenrechtsverletzungen
Eine tolle Idee hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung im Auswärtigen Amt, Günter Nooke von der CDU, vorgestern im Kampf zur Verteidigung der Menschenrechte in aller Welt verlautbart: Nun sollen deutsche Touristen in ihrem Lieblingsferienziel offensiv gegen Menschenrechtsverletzungen eintreten, denn – so Nooke – „Gerade die außereuropäischen Hauptreiseziele der Deutschen führen in Länder mit katastrophaler Menschenrechtsbilanz.” Touristen sollen dies tun, indem sie Passanten ansprechen (selbst in China sei das auch in Englisch möglich, was ja der deutsche Tourist bekanntlich einwandfrei beherrscht!) und “nach ihrer persönlichen Situation und Einschränkungen ihrer Freiheit” befragen. Auch Reiseführer und -prospekte solle man auf ihre oft zu beschönigende Darstellung der Realität in den Urlaubsländern kritisch hinweisen.
Nooke berichtete von religiösen Verfolgungen in Ägypten, von Polizeiwillkür in Thailand und der Misshandlung von Arbeitsmigranten in der Dominikanischen Republik.
Ich versuche mir grade vorzustellen, wie glaubwürdig ein Tourist rüberkommt, der solche Dinge mit Einheimischen diskutiert, während er sich grade als Sextourist betätigt, von Kindern hergestellte Souvenirs einkauft etc. Viel sinnvoller wäre es doch, mal die eigenen Politiker dazu aufzufordern, die Menschenrechtsverletzungen internationaler Politik- und Handelspartner (und nicht nur die zitierten “außereuropäischen”) anzuprangern. Die handeln nämlich so, als wüssten sie von nichts…

Bildnachweis: 3Monkeys von d’n'c
