Buchneuerscheinung: at-Tirmidhis “al-Shama’il Muhammadiyya”

Ich habe vor ein paar Tagen per Rundmail von einer interessanten Neuerscheinung erfahren. Es geht dabei um die Übersetzung der “Al-Schama’il al-Muhammadiyya” von Imam al-Tirmidhi. Bei dem Buch handelt es sich um das früheste seines Genres, denn diese Sammlung von Hadithen widmet sich speziell der Person des Propheten (saws), seinem Äußeren, Charakter, Verhalten usw. Hier kann man das Buch beim Warda Verlag bestellen.

Literaturverwaltung professionell

Für alle, die viel schreiben (wollen), lesen, Texte in der Bibliothek ausleihen, Artikel sammeln und in einem unübersichtlichen Papierberg untergehen gibt es eine wirklich gute Lösung.

Schon während des Studiums sah ich mit einem Papier- bzw. Verwaltungsproblem konfrontiert. Dies aus folgenden Gründen:

  • Ich kopiere mir gerne die für die jeweilige Arbeit notwendige Literatur, falls zu teuer in der Anschaffung. Zum einen, weil ich nicht an Ausleihfristen gebunden sein möchte, die ich grundsätzlich verpasse; zum anderen gebe ich einmal gelesenes ungern wieder her, denn man könnte es ja zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal benötigen. Das heißt aber, dass mittlerweile ziemlich viel Papier bei mir herumliegt
  • Ich habe zwar ein relativ funktionierendes System um diese Texte zu sortieren und abzuheften, dennoch vergesse ich ab und zu wo ich was abgelegt habe. Manchmal erinnere ich mich auch nur schwach, etwas zu einem bestimmten Thema gelesen zu haben, kann aber den Autoren oder den Titel nicht mehr ausmachen.
  • In den letzten Jahren sind eine Unmenge elektronischer Texte zu meiner Sammlung hinzugekommen. Ich nutze relativ häufig internetbasierte Dokumentlieferdienste, sammle aber auch sonst alles an wissenschaftlichen bzw. relevanten Texten, die mir im Internet über den Weg laufen. Auch diese Texte archiviere ich lokal auf meinem Computer. Auch hier bin ich gut strukturiert.
  • Aufgrund der Menge der Texte und ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit bin ich nun schon seit längerem an Grenzen gestoßen und hatte die verschiedensten Literaturverwaltungsprogramme ausprobiert, mit denen ich insgesamt unzufrieden war. Bis ich auf das serverbasierte Literaturverwaltungssystem Aigaion aufmerksam gemacht wurde. Ich benutze es zusammen mit meinem Mann und einer Freundin nun seit ca. einem halben Jahr und bin immer noch begeistert davon. Ich war lange auf der Suche nach einem Programm,

  • in dem ich meinen kompletten Literaturbestand aufnehmen kann unabhängig vom Format (Bücher, Artikel aus Sammelbänden, Artikel aus Zeitschriften, Konferenzberichte usw.). Die verschiedenen Textsorten sollten aber wiedergeben werden.
  • das unkompliziert Literaturverzeichnisse erstellen kann,
  • in das ich digitale Texte laden kann, so dass meine ganzen Artikel sich auf dem internen Server befinden und dort auch wieder herunterladbar sind
  • das www-Adressen zur Publikation mit aufnimmt,
  • das mir erlaubt den kompletten Bestand zu durchsuchen
  • in dem ich mehrere Schlagworte/Themen für einen Text vergeben kann
  • das verschiedene Formate im- und exportieren kann
  • All das kann Aigaion und noch einiges mehr. Hinzukommt, dass das Programm ein Opensource-Projekt ist, das aktuell weiterentwickelt wird.

    Neue Übersetzung der Reisen des Ibn Battuta

    Meiner Liste deutscher Übersetzungen arabischer Klassiker habe ich heute einen Neuzugang zugefügt. Die Reisen des Ibn Battuta liegen in völliger Neuübersetzung vor. Übersetzt wurden sie von Horst Grün. Hier ein Auszug aus dem Verlagstext:

    Auf 120.000 Kilometer hat man die gesamte Reisestrecke geschätzt, die Ibn Battuta im 14. Jahrhundert zu Pferd und Kamel, zu Schiff, im Ochsenwagen und in der Sänfte zurücklegte. Siebenundzwanzig Jahre lang reiste der Marokkaner bis an die Grenzen der damals bekannten Welt. Er lernte Heilige und Wandermönche, Könige, Sultane und Despoten in den entlegensten Teilen der muslimischen Reiche kennen, während er die heiligen Stätten des Islam besuchte: Bagdad, Mekka, Kairo und Damaskus, aber auch Indien, die Malediven und China sind seine Stationen. Nach einem kurzen Besuch Spaniens und einer zweijährigen Reise nach Mali und Niger legte der rastlos Reisende den Wanderstab endgültig zur Seite. Der Bericht, den er nach seiner Rückkehr diktierte, trug ihm nicht nur in der arabischen Welt den Beinamen des größten Reisenden des Islam ein.

    Update: Hier gibt einen Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen über die Entstehung dieser neuen Übersetzung.

    In meine abgenutzten Hände, Herr

    Ich liebe es, in Antiquariaten zu stöbern. Eine Sache, die mich dabei besonders reizt, ist zu sehen was Menschen so alles mit ihren Büchern anstellen. Da finden sich liebevolle Widmungen und manchmal auch Bleistiftanmerkungen an den Rändern. Ich habe z.B. ein Buch, das dem Vorbesitzer wohl gar nicht gefallen hat. Man findet an den Rändern Anmerkungen, die auf einen intensiven inneren Dialog mit dem Autor hinweisen, wie z.B.: “So einfach war das nicht, mein Herr”; “Kleingeist!”; “Aha, wieso nicht?”; “Linguistenidiot”; “Hier vergisst er sich”; “Kotz!” usw. auf vielen Seiten des Buches. Es war ein riesiges Vergnügen für mich, dieses Buch zu lesen.

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    Foto: psilver

    In einem anderen Buch mit den Namen “Der Rosengarten” entdeckte ich zuhause viele wunderbar duftende Rosenblätter, die der Vorbesitzer zum Trocknen dort ablegte.

    Aber eigentlich wollte ich ja nur meinen heutigen Fund mit der Welt da draußen teilen. Ich habe nämlich einen Papierschnipsel mit einem ganz schönen Gedicht von Rainer Maria in einem kürzlich antiquarisch erworbenem Buch gefunden:

    In meine abgenutzten Hände, Herr:
    wie darf ich meine schwere Seele nehmen
    in meine abgenutzten Hände, Herr?

    Vielleicht sind jene Stellen grad noch rein,
    an denen ich im Heben sie berühre:
    vielleicht sind jene Stellen grad noch rein.

    Un dann: erheb ich sie, mein Gott, wer weiß.
    Nimmst du sie ab, wenn ich sie aufwärts halte,
    so lange und so hoch ich halten kann:
    Nimmst du sie ab, wenn ich sie aufwärts halte?

    Studie: Islamisches Gemeindeleben in Berlin

    Der Berliner Senat hat am 14.12.2006 eine neue Studie zum islamischen Gemeindeleben in Berlin veröffentlicht. In der dazugehörigen Pressemitteilung heißt es:

    Islamisches Leben in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend diversifiziert, professionalisiert und emanzipiert. Dieses Fazit zieht Berlins Beauftragter für Integration und Migration, Günter Piening, anlässlich der Vorstellung einer umfangreichen Studie über die Entwicklung der inzwischen nach den beiden christlichen Großkirchen drittgrößten Glaubensgemeinschaft in der Stadt. „Die hier aufgewachsenen jungen Muslime der dritten Einwanderergeneration treten aus dem Schatten der Hinterhofmoscheen ihrer Großeltern und fordern selbstbewusst die Gleichberechtigung ihrer Religion ein“, so Piening.

    Die Broschüre kann hier für 3 Euro bestellt oder als PDF herunter geladen werden.

    Das Bild der muslimischen Frau

    Wer sich näher mit der Wahrnehmung der muslimischen Frau auseinandersetzen möchte, dem kann ich folgende Literaturempfehlungen ans Herz legen, die sich dem Thema wissenschaftlich annähern:

    Mohja Kahf – Western Representations of the Muslim Woman: From Termagant to Odalisque

    Irmgard Pinn – EuroPhantasien. Die islamische Frau aus westlicher Sicht

    Brecht…

    hat mich trotz Pflichtlektüre in der Schule nie sonderlich interessiert. Ein Versäumnis, das es nachzuholen gilt. Für den Anfang habe ich mich über einige Zitate von ihm gefreut (Danke Papa!). Hier ein persönliches Best-of:

    Reicher Mann und armer Mann standen da und sah`n sich an. Da sagt der Arme bleich: ´Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.´

    Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

    Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten.

    Keine Gnade mehr mit denen, die nicht erforscht haben und doch reden.

    Mehr gibts hier und hier.