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	<title>Musafira &#187; Koran</title>
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		<title>Rezension &#8220;Koran für Kinder und Erwachsene&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 15:32:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin heute auf den Blog eines Muslims aus Köln aufmerksam geworden. Er hat das Buch &#8220;Koran für Kinder und Erwachsene&#8221; von Lamya Kaddor und Rabeya Müller rezensiert. Das Buch hat seit Erscheinen für viel Diskussionsstoff unter Muslimen gesorgt – und ist teilweise unberechtigt bzw. sehr uninformiert kritisiert worden. Das kann man nun von der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin heute auf den <a href="http://medinenser.wordpress.com/">Blog eines Muslims aus Köln</a> aufmerksam geworden. Er hat das Buch &#8220;Koran für Kinder und Erwachsene&#8221; von Lamya Kaddor und Rabeya Müller <a href="http://medinenser.wordpress.com/2008/11/21/rezension-koran-fur-kinder-und-erwachsene/">rezensiert</a>. Das Buch hat seit Erscheinen für viel Diskussionsstoff unter Muslimen gesorgt – und ist teilweise unberechtigt bzw. sehr uninformiert kritisiert worden. Das kann man nun von der vorliegenden Rezension nicht behaupten – Sami Alphan geht recht neutral und sprachlich versiert vor allen Dingen auf die Übersetzung aus dem Arabischen ein. Empfehlenswerte Lektüre, besonders wenn man das Buch schon kennt.</p>
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		<title>Luxenberg, Ohlig und die Islamwissenschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 18:02:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich verfolge die Diskussion um die Thesen Luxenbergs und Ohligs nun schon ein paar Jahre. Immer mal wieder gibt es sehr interessante Artikel, die dazu von deutschsprachigen Wissenschaftlern veröffentlicht wurden. Ich habe diese Artikel nun in einem Reader gesammelt, denn ich bei Gelegenheit aktualisieren werde. Viel Spaß beim Lesen…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich verfolge die Diskussion um die Thesen Luxenbergs und Ohligs nun schon ein paar Jahre. Immer mal wieder gibt es sehr interessante Artikel, die dazu von deutschsprachigen Wissenschaftlern veröffentlicht wurden. Ich habe diese Artikel nun <a href="http://www.musafira.de/islamwissenschaft/reader-zur-debatte-um-luxenberg-und-ohlig/">in einem Reader gesammelt</a>, denn ich bei Gelegenheit aktualisieren werde. Viel Spaß beim Lesen…</p>
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		<title>Kurz verlinkt: Kommentar zur Diskussion um Kalisch</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 13:39:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Spiegel gibt es heute ein ausführliches Interview mit Michael Marx (Corpus Coranicum). Anlass ist die Diskussion um den Münsteraner Professor Kalisch, der mit seiner Einstellung zur Natur des Propheten Muhammad für Wirbel gesorgt hatte. Im Mittelpunkt steht dabei die Aussage es entspräche dem derzeitigen Forschungsstand innerhalb der Islamwissenschaft, begründete Zweifel an der Existenz des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Spiegel gibt es heute ein <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,578513,00.html">ausführliches Interview mit Michael Marx</a> (Corpus Coranicum). Anlass ist die Diskussion um den Münsteraner Professor Kalisch, der mit seiner Einstellung zur Natur des Propheten Muhammad für Wirbel gesorgt hatte. Im Mittelpunkt steht dabei die Aussage es entspräche dem derzeitigen Forschungsstand innerhalb der Islamwissenschaft, begründete Zweifel an der Existenz des Propheten zu haben.</p>
<p>Ich verfolge diese Diskussion schon etwas länger, Kalisch ist ja auch nicht der einzige der Aussagen in der Art tätigt. Das Novum ist bei ihm nur, dass es sich hier um einen bekennenden Muslim handelt. Was mir bei diesen Behauptungen besonders aufstößt ist allerdings nicht der offensichtliche Widerspruch zu muslimischen Grundüberzeugungen. Was mich am meisten verwundert ist, dass diese Behauptung nur dann als Ergebnis einer Forschung postuliert werden könnte, wenn überhaupt eine Forschung stattgefunden hat. Eigentlich ganz simpel. Das ist aber innerhalb der Islamwissenschaft noch gar nicht in ausreichendem Ausmaß passiert.<sup>1</sup> Das Projekt in Potsdam setzt an dieser Stelle an:</p>
<blockquote><p>Wir am Corpus Coranicum versuchen, erst einmal Grundlagenforschung zu treiben, bevor man mit Supertheorien kommt. </p></blockquote>
<p>Interessant ist, dass Michael Marx die mündlichen Aussagen Kalischs qualitativ auf dieselbe Stufe einordnet wie die Arbeiten Ohligs und sie als außer-wissenschaftlich empfindet – weil widersprüchlich und argumentativ lückenhaft. </p>
<blockquote><p>Marx: Es gilt, vorsichtig zu sein. Für die Geschichte generell kann man keine naturwissenschaftlichen Beweise anführen. Wie wollen Sie die Existenz von Karl dem Großen beweisen? Wir können keine Experimente durchführen, wir müssen mit Evidenzen arbeiten. Und ein Evidenzstrang in dieser Frage ist der Koran. Hier ist die Evidenzlage so gut wie bei keiner anderen Religion. Wir kennen Koranhandschriften und islamische Inschriften schon ab 40 bis 50 Jahre nach dem Tode des Propheten. Der Koran wäre extrem erklärungsbedürftig, wenn man den Propheten rausrechnet. Ohlig behauptet, der Islam sei bis in die Ommajadenzeit, also bis ins 9. Jahrhundert, im Wesentlichen eine christliche Sekte gewesen. In dem Fall aber habe ich das massive Problem, dass der Text des Koran dazu nicht passt. Wieso ist dann die Christusfigur im Koran nicht zentraler? Abraham, Moses und Noah werden viel häufiger genannt. </p></blockquote>
<p>Insgesamt kann ich nur empfehlen, das gesamte Interview zu lesen, da dadurch die wissenschaftlichen Dimensionen der Diskussion dem Außenseiter klarer werden.</p>
<fieldset>
<legend>Fußnoten</legend><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_361" class="footnote">Was einfach an der schieren Masse der zu bearbeitenden Texte/Dokumente liegt.</li></ol></fieldset>]]></content:encoded>
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		<title>Artikel in der IZ zur Frankfurter Tagung – Teil 2</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 15:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So nun komme ich endlich dazu, mich mit den Reaktionen zu meinem in der Islamischen Zeitung veröffentlichten Artikel zu beschäftigen. Mich erreichten diese teils per Mail, teils als Kommentar unter dem Artikel selber. Es gibt auch eine Anmerkung zu meinem Artikel von Wolf Ahmed Aries in der Islamischen Zeitung, die mittlerweile auch ohne Online-Abo einsehbar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So nun komme ich endlich dazu, mich mit den Reaktionen zu meinem in der <a href="http://www.islamische-zeitung.de/?id=10478" title="Wie unabhängig ist die Lehre bei uns?">Islamischen Zeitung veröffentlichten Artikel</a> zu beschäftigen. Mich erreichten diese teils per Mail, teils als Kommentar unter dem Artikel selber. Es gibt auch eine Anmerkung zu meinem Artikel von <a href="http://www.islamische-zeitung.de/?id=10512" title="Debatte: Zwischen Diskurs und Unabhängigkeit">Wolf Ahmed Aries</a> in der Islamischen Zeitung, die mittlerweile auch ohne Online-Abo einsehbar ist. Ich will versuchen, thematisch auf die geäußerte Kritik einzugehen. Mal sehen ob es mir gelingt.</p>
<p>Was die Organisation auf der Tagung anging will ich mich nicht weiter auslassen, da bereits alles gesagt wurde und es über das Inhaltliche weit mehr zu sagen gibt.</p>
<h3>Wissenschaftlicher Anspruch muss sich dementsprechend messen lassen</h3>
<p>Den Anmerkungen Ahmad Aries entnehme ich, dass Kritik an den auf dem Symposium formulierten Thesen lediglich ein Hinweis auf die mangelnde Diskussionskultur bzw. unbegründete Skepsis innerhalb der muslimischen Minderheit in Deutschland sei. Mal davon abgesehen, dass unter Muslimen tatsächlich eine große Skepsis gegenüber allem Staatlichen herrscht und sehr oft auch undifferenziert diskutiert wird, so ist dies natürlich überhaupt kein Maßstab an dem sich eine These messen muss, die in einem wissenschaftlichen Kontext formuliert wird. Wenn ich also eine Behauptung in den Raum stelle, so ist es erst einmal irrelevant wie dies innerhalb der muslimischen (oder sonstigen) Community aufgenommen wird. Relevant ist ob diese Behauptung einer wissenschaftlichen Überprüfung standhält. </p>
<p>Es kursieren ja immer mal wieder die unterschiedlichsten Behauptungen in Bezug auf den Koran oder die Person des Propheten (saws). Behaupte ich nun etwa der Prophet Muhammad (saws) habe nicht existiert, der Koran sei ein Produkt späterer Zeiten, gegenwärtig nicht vollständig oder beruhe auf einer ursprünglich aramäischen Lesart so ist daran zunächst einmal nichts auszusetzen, wenn ich mich einer Überprüfung und aufkommenden Fragen fachmännisch stelle. Ich sollte also in der Lage sein, Begründungen oder besser noch Beweise für meine Annahme vorzulegen und außerdem schlüssig darlegen zu können, warum Belege, die die das Gegenteil meiner Behauptung nahelegen, in diesem Fall nicht hinzu gezogen wurden oder gleich gar keine Gültigkeit besitzen. </p>
<p>Der Mutawatir<sup>1</sup> Charakter des Qurans und einiger Ahadith wurde in den Anfangszeiten und bis heute immer mal wieder diskutiert. Aus diesem Grund hat man sich ja auch schon früh mit der Glaubwürdigkeit und der Anzahl der Überlieferer auseinandergesetzt. Wie gesagt, es gibt eine eigene Gattung in der Wissenschaft, die sich nur mit den Biographien und der Bewertung von Überlieferern befasst (30.000 Biographien). Es ist also nicht so, dass hier Behauptung (&#8220;Der Koran ist nicht vollständig/falsch/später überliefert&#8221;) gegen Behauptung (&#8220;Der Koran ist so überliefert wie er offenbart wurde&#8221;) stehen würde. Ersteres bleibt so lange nichts weiter als eine haltlose Behauptung bis es sich a) gründlich mit den Belegen für zweiteres auseinandergesetzt hat und b) eigene stichhaltige Belege hervorgebracht hat. All dies habe ich bis jetzt von niemandem gesehen, weder ist dies auf dem Symposium passiert, noch habe ich dies in Veröffentlichungen von Vertretern dieser Behauptungen vorfinden können. Es blieb bis heute bei Behauptungen. </p>
<p>Es zeugt meines Erachtens auch von einer gewissen Uninformiertheit in Bezug auf islamische Wissenschaftsgeschichte, wenn man behauptet, bis heute wären sich Muslime (wie gesagt innerhalb der wissenschaftlichen Auseinandersetzung) der eigenen Relativität nicht bewusst gewesen. Über Relativität der eigene Aussagen waren sich Gelehrte im Islam schon seit langem klar, siehe die Voraussetzungen für Ijtihad Meinungen (Fatawa), die nur auf Zann-Belegen<sup>2</sup> beruhen können und genau deshalb nur für den einzelnen Mujtahid selbst verbindlich waren/sind und niemals für den Rest der Menschen. Fatawa gründen sich entweder auf komplett beleglosen Verstandesanstrengungen eines Gelehrten oder auf einen Beleg, der der Bedeutung und/oder der Überlieferung nach zanni (also mehrdeutig) ist. Andere Belege sind wiederum eindeutig, auch hier wieder der Bedeutung und/oder der Überlieferung nach und erzwingen aus diesem Grund eben nur eine einzige Bedeutung. Dies ist so im Aqidabereich, der nicht diesen Namen trägt, weil man bestimmte Dogmen einfach so festgesetzt hat, wie man sie grade persönlich für richtig hielt. Er trägt diesen Namen weil – als Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Quran und seiner Entstehung &#8211; es sich hier um eindeutige Belege der Überlieferung nach<sup>3</sup> handelt <em>und</em> der Bedeutung nach (was ja nun wirklich nicht bei allen Koranversen der Fall ist). Jemand der diese Prinzipien leugnet, widerspricht – nach klassischer Auffassung – also als allererstes der Vernunft und nicht irgendeinem widersinnigen Gebot.</p>
<p>Noch ein Wort zur Konstellation auf dem Symposium. Gemessen an der Gesamtheit der Redner auf dem Symposium kam der Ankaraner Schule, wie Serdar in seinem Kommentar beschreibt, tatsächlich nur ein geringer Anteil zu. Wenn jedoch Vertreter &#8220;anderer&#8221; muslimischer Theologien völlig fehlen, sich Kritische Stimmen auch nur wieder auf die Ankaraner Schule beziehen, dann muss man sich die Kritik der Einseitigkeit gefallen lassen.</p>
<h3>Politische Dimensionen der Lehrer- und Imamausbildung in Deutschland</h3>
<p>Eine vom Symposium unabhängige andere Frage ist natürlich nun, welche Akzeptanz solche Positionen unter Muslimen in Deutschland finden werden und inwieweit der Durchschnittsmuslim mit der Religionslehrer-, Theologen- und Imamausbildung &#8220;einverstanden&#8221; sein muss, bzw. inwieweit diese Ausbildung auch den Mainstream an Überzeugungen in sich beinhalten und selber auch vertreten sollte. Ich persönlich bin der Meinung, dass – unabhängig von irgendeiner wie auch immer gearteten Traditionalität oder Progressivität – es wenig Sinn macht Lehrstühle mit Exoten zu besetzen, die dann wiederum aufgrund dieser Eigenschaft auf Ablehnung stoßen. Ich denke übrigens nicht, dass dies seitens der Politik beabsichtigt ist (Stichwort &#8220;Verschwörung&#8221;), sondern einfach nur ein Ergebnis der schlechten Zusammenarbeit zwischen Politik und muslimischen Vertretern ist. </p>
<h3>Schlusswort</h3>
<p>Anschließend will ich noch auf <a href="http://serdargunes.wordpress.com/2008/07/12/reaktionen-zum-symposium-ii/" title="Reaktionen zum Symposium II">Serdars geäußerten Wunsch</a> nach gegenseitiger Toleranz eingehen. Ich empfinde die mangelnde Diskussionkultur in Bezug auf Differenzen unter Muslimen auch als unerträglich. Ich denke allerdings nicht, dass es in diesem Fall wirklich um Toleranz der &#8220;Traditionalisten&#8221; gegenüber den &#8220;Progressiven&#8221;<sup>4</sup> geht, sondern darum, ob eine Behauptung auch unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Methoden aufrechterhalten werden kann bzw. ob sie sich überhaupt diese Mühe macht. Dabei geht es nicht um Bekenntnisse zu irgendeiner Art von Glauben, sondern ganz einfach um methodische Korrektheit im Umgang mit Texten.</p>
<p>Zudem wird diese Forderung nach Toleranz oft missbraucht, um gar nicht erst auf sich aufwerfende Fragen eingehen zu müssen und vor allen Dingen von der eigenen Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen  abzulenken. Ich weiß, dass Serdar das nicht so gemeint hat, sondern auf tatsächliche Erfahrungen anspielt, möchte aber dennoch darauf hinweisen.</p>
<fieldset>
<legend>Fußnoten</legend><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_231" class="footnote">Mit Mutawatir wird eine Überlieferung bezeichnet, die in jeder Tradentengeneration eine bestimmte, hohe Anzahl an Tradenten aufweist – in diesem Fall unabhängig davon ob es um die Überlieferung einer Aussage des Propheten, eines Verses des Qurans oder irgendeines anderen zurückliegenden Ereignisses geht. So wird eine Falschaussage ausgeschlossen.</li><li id="footnote_1_231" class="footnote">also welchen die nach der Überlieferung und/oder Bedeutung mehrdeutig sind</li><li id="footnote_2_231" class="footnote">Der Quran, so hat man festgestellt, ist in seiner Gesamtheit der Überlieferung nach mutawatir, also ein qati Beleg.</li><li id="footnote_3_231" class="footnote"> Im Prinzip lehne ich diese Bezeichnungen ab, da sie die Diskussion um die Inhalte verwässern und eine Bewertung beinhalten.</li></ol></fieldset>]]></content:encoded>
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		<title>Artikel in der IZ zur Frankfurter Tagung</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 22:23:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe vor kurzem einen Artikel für die Islamische Zeitung geschrieben, in dem ich meine Eindrück der Frankfurter Tagung zum Thema &#8220;Koranwissenschaften heute – Genese, Exegese, Hermeneutik, Ästhetik&#8221; schildere. Inzwischen gibt es einige Rückmeldungen zu dem Artikel, die ich gerne kommentieren möchte… Nur nicht mehr heute! Insha Allah bald mehr dazu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe vor kurzem einen <a href="http://www.islamische-zeitung.de/?id=10478">Artikel für die Islamische Zeitung</a> geschrieben, in dem ich meine Eindrück der Frankfurter Tagung zum Thema &#8220;<a href="http://www.gefis-online.de/index.php4?nlev1=4&#038;nlev2=42">Koranwissenschaften heute – Genese, Exegese, Hermeneutik, Ästhetik</a>&#8221; schildere. Inzwischen gibt es einige Rückmeldungen zu dem Artikel, die ich gerne kommentieren möchte… Nur nicht mehr heute! Insha Allah bald mehr dazu.</p>
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		<title>Lexikon der Islam-Irrtümer – Alfred Hackensberger</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 08:32:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selten habe ich ein so merkwürdiges Buch gelesen. Auch Alfred Hackensberger hat sich vorgenommen, &#8220;Vorurteile, Halbwahrheiten und Missverständnisse&#8221;1 in Bezug auf den Islam aufzuklären. Das Buch ist so aufgebaut, dass man unter einem Schlagwort – z.B. Frauen – ein dazugehörendes Vorurteil oder Missverständnis findet – z.B. Die muslimische Frau ist ein unterdrücktes Wesen. Im darauffolgenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selten habe ich ein so merkwürdiges Buch gelesen. Auch Alfred Hackensberger hat sich vorgenommen, &#8220;Vorurteile, Halbwahrheiten und Missverständnisse&#8221;<sup>1</sup> in Bezug auf den Islam aufzuklären. </p>
<p>Das Buch ist so aufgebaut, dass man unter einem Schlagwort – z.B. <em>Frauen</em> – ein dazugehörendes Vorurteil oder Missverständnis findet – z.B. <em>Die muslimische Frau ist ein unterdrücktes Wesen</em>. Im darauffolgenden Absatz macht sich Alfred Hackensberger dann daran, seine Sichtweise der Dinge darzustellen. In dem von mir gegebenen Beispiel gelingt ihm das auch recht gut, wie ich finde. Der Autor weiß viel und unterschiedliches aus seiner eigenen Erfahrung als Dozent für Deutsch als Fremdsprache in Marokko und seiner Tätigkeit als Reporter im mittleren Osten zu berichten, so dass ihm oft ein wirklich informativer Einblick gelingt. Dies ist vor allen Dingen in politischen Betrachtungen der Fall. Sehr interessant sind für mich die Artikel zum Themenbereich &#8220;Konflikte im Nahen Osten&#8221; gewesen.</p>
<p>An manchen Stellen scheint es jedoch, dass dem Autor so gar kein wirkliches Vorurteil einfiel, der Autor aber trotzdem das Buch mit seinen Erfahrungen und Sichtweisen füllen mochte. So kommt dann ein Vorurteil wie &#8220;Muslime trinken keinen Alkohol, weil es ihnen der Koran verbietet&#8221; zustande. Dem folgt ein kurzer Artikel mit Berichten über Alkoholgeschäfte in Damaskus, Bierliebhaber in Marokko und das vermeintliche Fehlen eines Verbotes von Alkohol im Koran usw. Mir erschien dieser Artikel (und andere) eher wie ein Zeilenfüller, und ist zudem noch falsch. Denn es ist natürlich so, dass Muslime keinen Alkohol trinken, weil es &#8220;ihnen der Koran verbietet&#8221;.<sup>2</sup> Der Fakt, dass sich nicht alle/oder auch nur wenige Muslime daran halten, beweist noch nicht das Gegenteil.</p>
<p>Etwas unseriös wirkt Hackensbergers Vorliebe für eine einseitige Darstellung der Thesen der &#8220;Luxenberger Schule&#8221; als die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft. So findet man immer wieder Verweise auf Luxenberg selbst oder Ohlig in einigen der Lexikoneinträge, obwohl diese in Fachkreisen längt widerlegt sind bzw. dort aufgrund der mangelhaften Methodik oft nicht ernst genommen werden konnten. Dem Hackensberger scheinen sie aber einfach zu gefallen, und so findet man dann unter diversen Einträgen, besonders zum Thema &#8220;Koran&#8221;, Ausführungen und Interviews mit Luxenberg&#8217;schen Thesen. Für Hackensberger scheinen diese ein hoffnungvoller Weg zum historisch-kritischen Umgang mit dem Koran zu sein. Doch genau das sind sie nicht<sup>3</sup>, denn ein wirklich historisch-kritischer Ansatz setzt sich zunächst einmal systematisch mit den vorhandenen Quellen auseinander. Diese sind zahlreich und beinhalten natürlich auch die mündlichen Quellen (ja, auch diese sind schriftlich festgehalten). Ein lobenswertes Projekt, dass diesen Ansatz heute tatsächlich verfolgt ist das <a href="http://www.bbaw.de/bbaw/Forschung/Forschungsprojekte/Coran/de/Ueberblick">Corpus Coranicum</a> in Potsdam. Mit den Quellen<sup>4</sup> setzten sich Leute wie Luxenberg oder Ohlig allerdings nur selektiv  auseinander – also wenn es die eigene zu beweisende Theorie unterstützt –, wenn sie es überhaupt tun.</p>
<p>Alles in allem habe ich das Buch ganz gerne gelesen, weil es in den genannten Bereichen (Frauenunterdrückung, Politik) wirklich erkenntnisfördernd sein kann. Jedoch glaube ich, dass Alfred Hackensberger durch seine eigene eingeschränkte Sicht in großen Teilen doch wieder nur alte und neue Vorurteile bestärkt.</p>
<fieldset>
<legend>Fußnoten</legend><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_204" class="footnote">So der Untertitel des Buches.</li><li id="footnote_1_204" class="footnote">Genau genommen ist es ja auch nicht der Koran der es verbietet, sondern der Sprecher, der sich im Koran äußert. Nach muslmischer Aufassung der Schöpfer. Zum Alkoholverbot: die deutlichste Stelle findet sich wohl in Sure 5 Vers 90/91, wo in der Imperativform geboten wird, Satan/seine Werke (Glücksspiel. Alkohol usw.) zu meiden.</li><li id="footnote_2_204" class="footnote">Dazu eine Lesenswerte <a href="http://qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-737/_p-1/i.html">Rezension</a> zu Ohligs letzem Buch von Daniel Birnstiel auf Qantara. Darin wird exemplarisch die Unzulänglichkeit der dort angewandten Methode anhand des Namens des Propheten Muhammad (saws) aufgezeigt.</li><li id="footnote_3_204" class="footnote">Und hier findet auch nur eine Auseinandersetzung mit den schriftlichen Zeugnissen der Überlieferung des Korans statt, unter Negierung einer parallelen mündlichen Tradierung.</li></ol></fieldset>]]></content:encoded>
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		<title>Der Koran im Spiegel</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jan 2008 17:22:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Abu Zayd]]></category>
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		<description><![CDATA[Neulich kam in der jüdisch-muslimischen Mailinglist, in der auch ich Mitglied bin, die Frage auf, wie andere Mitglieder der Liste den Titelartikel der Spiegelausgabe vom 22.12.2007 &#8220;Der Koran &#8211; das mächtigste Buch der Welt&#8221; sehen. Ich habe mir den Artikel erst daraufhin angeschaut, da ich den Spiegel schon länger nicht mehr lese. An dieser Stelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich kam in der <a href="http://www.talmud.de/abraham-ibrahim/">jüdisch-muslimischen Mailinglist</a>, in der auch ich Mitglied bin, die Frage auf, wie andere Mitglieder der Liste den Titelartikel der Spiegelausgabe vom 22.12.2007 &#8220;Der Koran &#8211; das mächtigste Buch der Welt&#8221; sehen. Ich habe mir den Artikel erst daraufhin angeschaut, da ich den Spiegel schon länger nicht mehr lese. An dieser Stelle veröffentliche ich meine Antwort in etwas abgewandelter Form.</p>
<blockquote><p>Hallo,</p>
<p>ich habe mir den Artikel erst jetzt durchlesen können. Ich muss sagen, dass ich furchtbares erwartet habe, den Titel-Artikel zu stillen Islamisierung Deutschlands noch im Hinterkopf habend. Deshalb war ich erstmal erleichtert, einen eher flachen uninformativen aber nicht so reißerischen Artikel zu lesen. Mittlerweile frage ich mich allerdings ob das nicht viel schlimmer ist. Aber ich gehe mal auf einzelne Kritikpunkte ein, die ich habe, es könnte also etwas länger werden:</p>
<h3>Die Reformer</h3>
<p>Die Reformer, die in dem Artikel vorgestellt werden, sind oft keine. Abu Zayd ist der einzige unter ihnen, auf den diese Beschreibung zutreffen würde. Ich will mich an dieser Stelle nicht kritisch mit seinen Thesen auseinandersetzen, da es zu viel Raum einnehmen würde, dies seinem Werk gerecht werdend und angemessen zu tun. Ich kann dazu nur sagen, dass er sich tatsächlich mit innerislamischem Denken und Diskurs auseinandersetzt und seinen intellektuellen, gelehrten Beitrag dazu leistet. Allerdings vorrangig vor akademischen, nichtmuslimischen Publikum, soweit mir bekannt, was islamischer Reform von innen nicht unbedingt förderlich ist. Nun gut. Diesen Mann aber nun mit Salman Rushdie, Farag Foda oder auch Nahed Selim gleichzusetzen ist einfach nur lächerlich. Die beiden Schriftsteller Rushdie und Foda, sind/waren vielleicht Kritiker usw. aber bestimmt keine Reformer im Sinne eines aus innerem Interesse verfolgten Verbesserungsbestrebens der eigenes Glaubenspraxis und -vorstellungen. Nahed Selim hat, soweit ich weiß nichts weiter getan als ein Buch zu veröffentlichen, dass in der Forderung gipfelt, den Männern den Koran zu nehmen.<sup>1</sup> Als würde das das Problem lösen. Und als würde es stimmen, dass (a) Frauen nie den Koran interpretiert hätten (vgl. für die Neuzeit Zaynab al-Ghazali oder wie ich meine auch Suad Salih, die Leiterin der Scharia Fakultät der Azhar, vgl. für die Vormoderne <a href="http://www.musafira.de/islam/weibliche-islamische-gelehrte/">meinen Artikel zu weiblichen Gelehrten</a>) und dass (b) Frauen aufgrund ihres Frauseins per se zu anderen, gerechteren oder sagen wir es gleich besseren Ergebnissen kommen bei ihrer Interpretation (siehe Beispiele aus der Neuzeit). Am Ende des Artikels wird dann auch noch Atatürk in die Reihe der Islamreformer gestellt.</p>
<p>Das alles wäre ja auch nicht weiter problematisch, wenn nur Abu Zayd und die anderen nicht als die Reformer schlechthin dargestellt würden. Ihnen gegenüber gibt es dann noch nur noch die &#8220;konservativen Gegner&#8221;, die natürlich nicht an Reform interessiert sein sollen. Diese Gegenüberstellung ist nicht nur stark vereinfachend, sie ist auch ganz schlicht falsch. Die muslimische Welt ist seit Jahrhunderten voll von selbsternannten und so bezeichneten Reformern. Die Bandbreite reicht von Abd al-Wahhab, über Afghani, Mohammed Abduh, Huda Sharawi, Hassan al-Banna, Sayyid Qutb, bis hin zu Leuten wie Tariq Ramadan, Amina Wadud, Asma Barlas.<sup>2</sup> Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen mit Leuten, die so unterschiedliche Auffassungen über Islam, Reform und westliche Interessen vertreten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Das so platt zu reduzieren auf ein &#8220;Hier die Guten, Da die Blöden&#8221; ist dumpf und fehlinformierend. Übrigens haben die &#8220;konservativen Gelehrten der Azhar&#8221;<sup>3</sup> bestimmt kein Problem mit den Thesen Abu Zayds, weil sie etwas gegen eine zeitgemäße Interpretation des Korans hätten – das tun sie nämlich erklärtermaßen auch, nur anders – wie es in dem Artikel suggeriert wird. Das Problem mit Abu Zayds Thesen ist für die Gelehrten der Azhar (und nebenbei auch für wohl die meisten anderen Gelehrten und Muslime) wohl eher, dass Abu Zayd sagt, dass es sich bei dem Koran um das subjektive Offenbarungserlebnis Muhammads (saws) handelt und eben nicht um wörtliche Offenbarung Gottes an den Propheten, soweit ich ihn verstanden habe.</p>
<p>Der ganzen Artikel wimmelt nur so voller Klischees über &#8220;gute&#8221; und &#8220;schlechte&#8221; Muslime. Ein weiteres Klischee, welches auch immer wieder gerne herangezogen wird, um zu demonstrieren wie sehr man doch in der Lage ist zu differenzieren, ist das Sufitum. Das Sufitum ist dann immer der lockere Islam mit Gegenwartskompatibilität in diesen Zusammenhängen. Zitat Spiegel: &#8221; In der islamischen Variante der Mystik, dem Sufismus, sieht Sorusch ein Potential für die Herausforderungen der Moderne; hier sei der Glaube stets auf der Suche, stets fragend, nie selbstsicher – ein Gegenpol zum autoritären Rechtsislam, wie ihn die Mullahs predigen&#8221;. Schon wieder kann man weiter von der Realitiät nicht entfernt sein. Das &#8220;Sufitum&#8221; ist gar nicht vom so genannten &#8220;Rechtsislam&#8221;<sup>4</sup> trennbar. Verkörpert wird dies durch berühmte Gelehrte, die sowohl einem Sufiorden angehörten als auch hervorragende Rechtsgelehrte waren, z.B. damals (Imam an-Nawawi, al-Ghazali usw.) und heute (Ali Guma, Mufti von Ägypten, einer <em>der</em> Usul ul-Fiqh Gelehrten und &#8220;Sufi&#8221;).</p>
<h3>Übersetzungen aus dem Koran</h3>
<p>Mich haben die verwendeten Übersetzung aus dem Koran in dem Artikel stark verwundert. Ich weiß aber nicht um welche es sich dort handelt. Auffallend ist z. B. wie tendenziös die Spiegel Autoren selbst die Bedeutung des Korans auslegen. Auf Seite 20 wird der 2. Vers der 2. Sure so übersetzt: &#8220;Dies ist das Buch, an dem nicht zu zweifeln ist, geoffenbart als Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.“ Die betreffende Stelle (la rayba fih &#8211; in ihm ist kein Zweifel) hat jedoch andere Nuancen (ich würde sogar sagen, dass die Übersetzung aus dem Spiegel irreführend ist). So wird unter dieser Stelle z.B. verstanden, dass in dieser Schrift nichts ist, was zum Zweifel ob ihres göttlichen Ursprungs anregt, oder, dass diese Schrift nicht zweifelhaft ist, oder dass diese Schrift zweifelsfrei eine Rechtleitung ist.<sup>5</sup> Die Übersetzung im Spiegel legt allerdings nahe, dass es verboten sei zu zweifeln oder zu hinterfragen. Es handelt sich bei diesem Satz jedoch aber schon grammatikalisch nicht um ein Ge- oder Verbot sondern um die Feststellung einer Tatsache. Vergleiche auch die (grammatikalisch) gleichen Aussagen &#8220;la ilaha illah Allah – es gibt keine Gottheit außer Allah&#8221; oder &#8220;la ikraha fi ad-din – es gibt keinen Zwang im Glauben&#8221;. Ich vermute diese &#8220;Übersetzung&#8221; soll nur weiter den Eindruck beim Leser untermauern, dass &#8220;strenggläubige&#8221; Muslime schon religionspraktisch gesehen nicht zweifeln (sprich: nachdenken) dürften.</p>
<h3>Koran Definitionen</h3>
<p>Durch den ganzen Artikel hindurch ist mir nicht klargeworden was die Autoren unter &#8220;Koran&#8221; verstehen. Ich denke es ist ihnen selbst auch nicht klar. So ist in dem grünen Infokästchen auf Seite 20 davon die Rede, dass der Koran bis zum Tode des Propheten (saws) nicht als Gesamtwerk existierte. Dies stimmt natürlich nicht, da der Offenbarungsvorgang noch vor dem Ableben des Propheten beendet war, also vollständig war. Nach der traditionellen Darstellung kannte nicht nur Muhammad sondern auch viele seiner Anhänger den kompletten Koran. Er existierte also vollständnig zu seinem Tode. Was bis dahin nicht existierte, ist eine komplette schriftlich fixierte Sammlung aller offenbarten Verse. So eine schriftliche Sammlung nennt man Mushaf und nicht Koran. Das wird auch im arabischen Sprachgebrauch deutlich, der hier klar unterscheidet. Die Redaktion und Sammlung des Mushafs fand tatsächlich erst länger nach dem Tode des Propheten statt. Die verschiedenen Lesarten (richtiger Rezitationsarten), die auch im Artikel angesprochen werden, existieren tatsächlich, was sich manchmal auch im (mit der Zeit immer detaillierter gewordenen) Schriftbild niederschlagen kann. Durch den ganzen Artikel hindurch wird aber durch die nicht erfolgte Differenzierung zwischen Mushaf und Koran der Eindruck erweckt, dass der Koran (a) ein Buch ist, welches (b) teilweise erst nach dem Tod des Propheten entstand und welches (c) von den Muslimen in seiner Buchform (also einem Gegenstand) verehrt wird. Alles schlicht falsch.</p>
<p>Es gibt nicht eine mir bekannte Meinung irgendeines wie auch immer gearteten Theologen innerhalb des Islams, der, wie im Artikel behauptet, das Buch als Gegenstand an sich (Mushaf) mit dem Koran gleichsetzt in punkto &#8220;Heiligkeit&#8221;.<sup>6</sup> Schon gar nicht handelt es sich bei diesem Buch um die Inkarnation (!!) Gottes<sup>7</sup> wie auf Seite 23 mehrfach behauptet. Auch bei dem Koran – also dem offenbarten Wort, das rezitiert wird – handelt es sich nicht um eine Fleischwerdung Gottes. Eine Fleischwerdung<sup>8</sup> oder Buchwerdung kann es nach islamischer Vorstellung über das Wesen Gottes auch gar nicht geben. Kein Muslim, egal welcher Couleur, glaubt so einen Humbug. Auch in Bezug auf die Kaaba (die nicht schwarz ist, auch kein Kubus ist, und immer mal wieder umgebaut wurde) wird im Artikel versucht Muslime als Verehrer von Gegenständen darzustellen. Ich musste an diesen Stellen unweigerlich lächeln, weil diese Vorstellungen so an den Haaren herbei gezogen wirken wenn man sich ein ganz kleines bisschen mit der Glaubenspraxis von Muslimen auskennt.</p>
<p>Die Autoren malen ein Bild vom Koran, wie es Extremisten tun. Als könnte man den Koran von vorne bis hinten lesen und alles wäre klar. So etwas wie eine historische Analyse des sukzessiven Alkoholverbots (Seite 26) – die schon den ersten Muslimen bekannt war, und die in jeder Einführung zum Koran zu finden ist – scheinen die Autoren nicht zu kennen, auch das Einbetten bestimmter Verse in den historischen Kontext – auch eine alte Methode –, wie bei den Versen zu bestimmten Schlachten zur Zeit des Propheten (Seite 26), scheint den Autoren nichts zu sagen. Stattdessen zeichnen sie ein Bild voller Widersprüche und &#8220;geheimnisvoller Stellen&#8221;.</p>
<h3>Verfälschende o. tendenziöse Darstellungen</h3>
<p>In dem Artikel ist mir auch die Darstellung der Offenbarungserlebnisse des Propheten übel aufgestoßen. Gut, jeder kann ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein in Bezug auf die Glaubwürdigkeit des Propheten in Bezug auf seine Offenbarungserlebnisse und die Darstellung dieser Erlebnisse in den muslimischen Quellen, das steht ja jedem frei. Jedoch sind diese Quellen die einzigen, die wir haben und aus denen ist mir nichts von einer &#8220;Midlife-Crisis&#8221; (S.25), einem Tuch aus Brokat auf dem der erste Vers stand (S.25), einem Würgen bis fast zum Tode durch den Engel (S.25) bekannt. Vielmehr kenne ich nur die Version, die besagt, dass der Engel den Propheten heftig schüttelte, presste und ihn aufforderte zu rezitieren (nicht lesen), was der Prophet – völlig verstört durch dieses Erlebnis – mehrere Male ablehnte, bis er es dann endlich doch tat. Dies lässt mich natürlich fragen, wie die Autoren auf solcherlei Darstellungen kommen, denn irgendwelche Quellen müssen sie ja benutzt haben.</p>
<h3>Andere Religionen im Koran</h3>
<p>Auf Seite 25 ist die Rede davon, dass Juden und Christen im Koran für die &#8220;Verwässerung biblischer Gebote&#8221; gescholten werden und weil sie &#8220;laxe Gottesdiener&#8221; seien. Hier soll der Eindruck erweckt werden, dass Muslime die strengen, unflexiblen Religiösen wären, wohingegen alle anderen die lockeren, sprich modernen wären. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Die koranische Kritik an den Buchbesitzern (Juden, Sabäer und Christen) zur Zeit des Propheten ist vielmehr die Verfälschung bzw. das wissentliche Zuwiderhandeln der ihnen zuteil gewordenen Offenbarungen, und/oder die schlechte Behandlung und Nicht-Anerkennung nachfolgender Propheten, und/oder das sich an Gottes Stelle zum Bestimmer über Ge- und Verbotenes zu machen, teilweise sogar zum strengeren hin. Diese Kritik lässt sich übrigens auch problemlos als Warnung an die damaligen (und um vieles mehr die heutigen) Muslime verstehen. Interessant ist an dieser Stelle auch zu bemerken, dass es unter Muslimen die sehr populäre Auffassung gibt, Gott hätte es ihnen mit dem Islam leicht gemacht im Gegensatz zu anderen Glaubensgemeinschaften, auch in Bezug auf die islamische Glaubenspraxis und, dass Gott eben nicht von ihnen möchte, dass sie es sich durch eine besonders &#8220;strenge&#8221; Auslegung schwer machen.<sup>9</sup></p>
<p>Ich will mal hier aufhören, aber meine Kritik an dem Artikel könnte ich problemlos fortsetzen (die völlig ahistorische Darstellung der mu&#8217;atzilitischen Position und &#8220;Herrschaftsphase&#8221; z.B.). Aber ich sehe, dass es schon lang genug geworden ist und bedanke mich bei denen, die es bis hierher geschafft haben. Würde mich mal interessieren, wie andere den Artikel aufgenommen haben.</p>
<p>Liebe Grüße und alles Gute, wassalam,</p>
<p>Kathrin</p></blockquote>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/69d1dc8b43a642e9bab202b2bd41f8c6" width="1" height="1" alt=""></p>
<fieldset>
<legend>Fußnoten</legend><ol class="footnotes"><li id="footnote_0_164" class="footnote">Ich muss allerdings zugeben, das Buch nur aus Rezensionen zu kennen. Werde es mir beizeiten einmal selber zu Gemüte führen und meine Gedanken dazu hier veröffentlichen.</li><li id="footnote_1_164" class="footnote">Tut mir leid, ich bin etwas ägyptenzentriert in meiner Wahrnehmung der muslimischen Welt.</li><li id="footnote_2_164" class="footnote">Hier wird vermittelt, dass es sich bei diesen zumeist um blinde Tattergreise handeln würde, die sich Tag ein Tag aus im Moscheevorhof aufhalten würden. Das die Azhar eine Rieseninstitution ist, an der tatsächlich akademische Titel verliehen, internationale Konferenzen abgehalten und interne Diskussionen geführt werden, scheint wenig zu interessieren.</li><li id="footnote_3_164" class="footnote">auch wieder so ein Begriff der für mich in Bezug auf den Islam wenig Sinn macht, aber auch das sollte ich lieber an anderer Stelle ausführen.</li><li id="footnote_4_164" class="footnote">Abdel Haleem, <em>The Qur&#8217;an – A new Translation</em>, Oxford World&#8217;s Classics, 2004, Oxford University Press, S. 4, Fußnote b.</li><li id="footnote_5_164" class="footnote">Dies ist auch so ein Begriff mit dem ich islamisch-theologisch nichts anfangen kann.</li><li id="footnote_6_164" class="footnote">Im Gegenteil, man würde bei einem solchen Glauben den wichtigsten Glaubensartikel im Islam, die Einheit Gottes, über den Haufen werfen.</li><li id="footnote_7_164" class="footnote">Die Autoren verwenden tatsächlich diesen Begriff (Inkarnation), meinten aber vielleicht Inlibration, also Buchwerdung Gottes.</li><li id="footnote_8_164" class="footnote">Auch die Verwendung des Begriffes &#8220;Ungläubige&#8221; im Artikel ist merkwürdig, gibt es einen solchen Begriff doch im Koran überhaupt nicht. Das oft dafür gehaltene Wort &#8220;Kafir&#8221; bezeichnet jemanden, der die Botschaft des Islams bewusst nicht annehmen will. Dass eine solche Person dabei durchaus gläubig sein kann, versteht sich eigentlich fast von selbst.</li></ol></fieldset>]]></content:encoded>
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		<title>Einen gnadenreichen Ramadan…</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 14:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kathrin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;wünsche ich uns allen. Auf dass dieser Monat uns ermöglicht, unserem Schöpfer näher zu kommen und unsere Seelen zu reinigen. Amin. Ich habe ihn dieses Jahr besonders sehnsuchtsvoll erwartet und jetzt ist er endlich da. Es tut mir leid, dass ich mich nur noch selten gemeldet habe in der letzten Zeit, aber isA werde ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;wünsche ich uns allen. Auf dass dieser Monat uns ermöglicht, unserem Schöpfer näher zu kommen und unsere Seelen zu reinigen. Amin.</p>
<p>Ich habe ihn dieses Jahr besonders sehnsuchtsvoll erwartet und jetzt ist er endlich da. Es tut mir leid, dass ich mich nur noch selten gemeldet habe in der letzten Zeit, aber isA werde ich bald wieder etwas mehr Zeit für den Blog und besonders für den Rest dieser Seiten haben.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2007/11/ramadan.jpg" alt="ramadan.jpg" /><br />
<span style="font-size: 7px">Bildnachweis: </span><span style="font-size: 7px"><a href="http://www.flickr.com/photos/leoheart/51335890/" target="_blank" rel="external">ramadan</a></span><span style="font-size: 7px"> von </span><span style="font-size: 7px"><a href="http://www.flickr.com/photos/leoheart/" target="_blank" rel="external">leo heart</a></span></p>
<p>Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur&#8217;aan als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klarer Beweis der Rechtleitung und der Unterscheidung. (2:185)</p>
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