Anne Will zum 3.
Durch einen offenen Brief an die Redaktion der Sendung von Anne Will entstand eine öffentliche Diskussion zwischen dem Initiator Mohssen Masserat und Andreas Cichowicz, dem für die “Anne Will”-Sendung verantwortlichen Chefredakteur des NDR. Auf Wunsch dokumentiere ich hier die Korrespondenz. Die Korrespondenz mit der ARD und der Offene Brief zu “Anne Will” wurde dem deutschen Presserat und einigen großen Tageszeitungen zur Kenntnis gebracht.
Hier die letzte Email Herrn Masserats in Antwort auf die Stellungnahme Herrn Cichowicz (folgt weiter unten):
Betreff: Re: ANNEWILL / Ihr Offener Brief
Datum: Thu, 22 Jan 2009 18:27:20 +0100
Von: Mohssen Massarrat
An: a.cichowicz@ndr.de, Anne WillSehr geehrter Herr Cichowicz,
sehr geehrte Frau Will,gestatten Sie mir, an dieser Stelle auf Ihren Antwortbrief vom 14. 01. 09, Herr Cichowicz, und auf Ihre Stellungnahmen in den Medien, speziell im FAZ-Interview vom 17. Januar, Frau Will, gleichzeitig einzugehen.
Ich komme gern Ihrer Bitte nach, sehr geehrter Herr Cichowicz, und leite Ihren Brief an die Unterzeichner des “Offenen Brief” vom 13.01.09 weiter. Ihnen allen ist allerdings die Auffassung der ARD längst bekannt. Denn in einem Begleit-e-mail, das dem besagten Offenen Brief vorangestellt wurde, hatte ich Herrn Baumann, den ARD-Chefredakteur, aus einem Telefongespräch vom 12. Januar wortgetreu wie folgt zitiert: “Herr Baumann hat in einem Telephongespräch mit Nachdruck hervorgehoben, dass die ARD in diesem Zusammenhang weder unter Druck gestanden habe noch unter Druck handeln würde.”
Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich diesen Brief an Sie, zusammen mit dem “Offenen Brief” und Ihrer Antwort, informationshalber dem deutschen Presserat und einigen bundesweit bekannten Tages- bzw. Wochenzeitungen zur Kenntnis bringe.
Ich bedauere sehr, weiterhin Ihrer offiziellen Darstellung der Entscheidungsfindung für die Sendung am 11. Januar nicht folgen zu können, so gern ich dieser Darstellung um der Gewissheit willen, “in Deutschland sei die Pressefreiheit nicht in Gefahr”, Glauben geschenkt hätte. Die immer noch offenen Fragen zu dem ganzen Vorgang sind m. E. sehr schwerwiegend. Angesichts der grundsätzlichen Bedeutung des Vorfalls für eine Debatte über die Gefahren für die Pressefreiheit, die m. E. im Zusammenhang mit der Solidarität zu Israel als deutscher Staatsräson zu sehen ist, und gerade weil diese politische Selbstverpflichtung von den Massenmedien als Selbstbeschränkung bei allen Israel bezogenen Themen missverstanden werden kann, möchte ich im folgenden doch auf Ihre Entgegnung detailliert eingehen:
1) Die von Ihnen Beiden herausgestellte Entgegnung, “die Redaktion diskutiert bis zur endgültigen Entscheidung parallel über mehrere aktuelle Themen”, entkräftet in keiner Weise meinen und unseren Vorwurf gegen die “Absetzung” des Themas Krieg in Gaza. Denn der Umstand der parallelen Planung kann Ihre Behauptung schwerlich glaubwürdig machen, dass die Redaktion gleichzeitig alle potentiellen Gäste für die in engerer Wahl stehenden Themen einlädt, bevor die endgültige Entscheidung zum Thema getroffen ist. Ein derartiges Verfahren hätte nicht nur wie in dem hier zur Diskussion stehenden Fall, sondern auch in allen anderen Fällen durch ständige Ein- und Ausladungen sicherlich für alle Beteiligten unangenehme Folgen. Da ich ausschließe, dass die Redaktion einer ARD-Talkshow mit den höchsten Quoten so unprofessionell arbeitet, blieb und bleibt immer noch nur die Möglichkeit übrig, die zunächst getroffene Entscheidung für das Thema Krieg in Gaza wurde nachträglich geändert.
2) Ich kann Ihre Argumentation im konkreten Fall der Sendung am 11. Januar, Frau Sumaya Farhat-Naser als “potentiellem Gast” musste der Termin wegen der Reiseumstände aus der Konfliktregion frühzeitig mitgeteilt werden, ebenso wenig nachvollziehen. Erstens hatte die Redaktion nicht nur Frau Farhat-Naser, sondern auch Rupert Neudeck und Daniel Barenboim gleichzeitig mit eingeladen, für die der Aspekt “Reiseumstände” nicht zutrifft. Zweitens hätte die Redaktion “alle potentiellen Gäste” schon bei der ersten Einladung unmissverständlich über den etwaigen unverbindlichen Status der Einladung und die Möglichkeit der Programmänderung informieren müssen. Soweit mir bekannt ist, geschah dies aber nicht, was als Indiz dafür zu werten ist, dass das Thema zum Zeitpunkt der verbindlichen Einladung von Frau Farhat-Naser, also am Mittwoch, dem 7. Januar, entschieden war.
3) Die Änderung der Redaktionsentscheidung selbst könnte aus meiner Sicht durch folgende Umstände veranlasst worden sein:
- Erstens Relevanz und Aktualität. Für das Thema “Krieg in Gaza” war dieses Kriterium auch nach Ihrer eigenen Einschätzung unbestritten erfüllt, während es niemandem leicht fallen dürfte, allen Ernstes dem Thema “Freitod” eine vergleichsweise noch höhere Aktualität und Relevanz zuzumessen.
- Zweitens eine politische Einflussnahme, für die es, wie Frau Will im FAZ-Interview meint, “nicht einmal den Versuch” gegeben habe. Ich möchte die eindeutige Aussage durchaus nicht in Zweifel stellen, zumal eine Falschaussage für alle Beteiligten verhängnisvoll wäre. Sehr wohl möchte ich aber die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass
- drittens das ursprünglich beschlossene Thema, als Folge eines eingesetzten Nachdenkens innerhalb der Redaktion, einer Selbstzensur zum Opfer gefallen ist. Dies wäre aber ein genau so “harter Schlag” gegen Pressefreiheit und Demokratie in Deutschland.
Im “Offenen Brief” wurde, nicht wie Sie, sehr geehrte Frau Will, mir unterstellen, “unter Annahme falscher Tatsachen” “ideologisiert”. Vielmehr habe ich wegen eigener Ungewissheit über die genauen Hintergründe der Redaktionsentscheidung aus der Feststellung – “uns sind die Umstände, die zur Absetzung der geplanten Sendung führten, nicht bekannt” – für alle drei o. g. denkbaren Möglichkeiten den Schluss gezogen, dass – unabhängig vom tatsächlichen Anlass – “diese Entscheidung der Redaktion auf jeden Fall ein harter Schlag gegen die Pressefreiheit und die Demokratie in Deutschland” ist und das “umso inakzeptabler, wenn die ARD unter politischem Druck gehandelt” haben sollte.
4) Auch die Tatsache, dass die FAZ allein Frau Will Gelegenheit gab, die eigene Entscheidung ins rechte Licht zu stellen, anstatt durch die Gegenüberstellung der Sicht der ausgeladenen Gäste der Wahrheit näherzukommen, ist m. E. ebenfalls ein weiterer konkreter Beleg für die herrschende Einseitigkeit mit Bezug auf Israel.
Gern reiche ich Ihnen, sehr geehrter Herr Cichowicz, wie Sie es in Ihrem Brief wünschen, einige wenige Beispiele nach, die die im Offenen Brief von mir beklagte überwiegend einseitige Berichterstattung in Deutschland über den Krieg in Gaza belegen: Ich möchte jedoch den Beispielen den alles andere überragenden Aspekt der Berichterstattung zum Gaza-Krieg, der zu der Kategorie der subtil wie gefährlichen Manipulation der öffentlichen Meinung gehört, voranstellen:
1) Hamas ist die Übersetzung für “Islamische Widerstandsbewegung”. Immerhin ist sie auch die legitime Vertreterin der Palästinenser, auf jeden Fall im Gazastreifen, da sie 2006 bei den demokratischsten Wahlen, die je in der arabischen Welt stattgefunden haben, gewählt wurde. Und dennoch gibt es in deutschen Massenmedien, einschließlich der beiden öffentlichen Fernsehanstalten, keine Nachricht über die Hamas zu hören, ohne dass sie nicht gleichzeitig mit dem Attribut “radikalislamisch” dämonisiert wird. Die ständige Kombination von “radikalislamisch” mit Hamas ist m. E. nichts Anderes als eine subtile Dämonisierung, da sie so den Zuschauern und Zuhörern gleich die nötige Vorverurteilung mitliefert. Auf diese Weise wird bei den Menschen die Empathie abgetötet und ihre Haltung begünstigt, sich über Israels Bomben auf palästinensische Frauen und Kinder nicht zu empören – nach dem Motto, “wer eine extremistische Organisation unterstützt, ist für die Folgen selbst verantwortlich”.
Die Dämonisierung ist somit alles Andere als eine sachliche Information, sie ist darüber hinaus auch eine gefährliche Manipulation der öffentlichen Meinung, die dazu dient, Kriege gegen vermeintliche Gegner zu rechtfertigen. Der Holocaust – um die Folgen einer derartigen Manipulation der Menschen drastisch vor Augen zu führen – wäre beispielsweise ohne die Dämonisierung der Juden durch die Nationalsozialisten und die Immunisierung der Deutschen gegen das Leid der Juden nicht möglich gewesen.
Können Sie, sehr geehrte Frau Will, sehr geehrter Herr Cichowicz, mir erklären, wie es kommt, dass alle Journalisten der öffentlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten, selbst wenn dies manchmal sprachlich ziemlich unpassend wirkt, gebetsmühlenartig die Hamas mit dem Zusatz “radikalislamisch” versehen? Halten Sie diese offenbar verordnete Sprachregelung angesichts ihrer manipulativen Substanz mit der Pressefreiheit noch vereinbar? Wenn nicht, bitte ich Sie, sich umgehend für die Abschaffung dieser diskriminierenden Sprachregelung einzusetzen.
2) Richard Schneider und Karin Storch, beide ARD-Korrespondenten, berichteten in den Tagesthemen jeden Abend über den Krieg in Gaza nicht etwa aus Gaza selbst, sondern aus Tel Aviv, von wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach gefilterte Informationen des israelischen Verteidigungsministeriums erhielten. Kein Wunder, dass sie systematisch und ohne Ausnahme, statt objektiver Informationen den Zuschauern der ARD erklärten, weshalb die israelische Luftwaffe Gaza bombardiert, weshalb Israels Bodentruppen vor Gaza auf den Angriffsbefehl warten, weshalb sie in Gaza einmarschieren etc.. Beiden Reportern ging es in meinen Augen durchweg stärker darum, bei den Zuschauern Verständnis für Israels Kriegshandlungen zu wecken.
3) Richard Schneider begann am 12. Januar seinen Bericht in den Tagesthemen damit, dass Israel “endlich” mit der Mobilisierung der Reservisten begonnen habe!
4) Auf die Frage der Tagesschaumoderatorin oder des -moderators in den letzten Kriegstagen, was die Bundesregierung tun müsse, damit es zum Waffenstillstand kommt, antwortete Karin Storch sinngemäß: die Bundesregierung könne nicht vermitteln, sie könne aber helfen, die Bedingungen herzustellen, die Israel für einen Waffenstillstand stellt. Wenige Tage später, und während Außenminister Frank-Walter Steinmeier sich in Nahost aufhielt, antwortete Richard Schneider auf die Frage von Tom Burow, was der Außenminister tun könne, damit es zum Waffenstillstand kommt, ebenfalls sinngemäß: Frank-Walter Steinmeier müsse auf den ägyptischen Präsidenten Druck ausüben, um mit deutscher Hilfe den Stopp der Waffenlieferungen für die Hamas durch die Tunnels durchzusetzen. Beide Antworten stimmen genau mit Israels Forderungen für einen Waffenstillstand überein, der Israel die Möglichkeit verschaffen soll, seine völkerrechtswidrige Blockadepolitik des Gazastreifens ungestört weiter zu betreiben.
Wie Sie sehen, gibt es für den Vorwurf der pro-israelischen Einseitigkeit deutscher Massenmedien viele Belege. Bei mir sind im Zuge der Veröffentlichung des Offenen Briefes weitere Beispiele für die Absetzung von geplanten Interviews und Gesprächen in diversen Hörfunk- bzw. Fernsehsendungen eingegangen. Mir liegt sogar ein Bericht für die direkte Intervention “von oben” während eines laufenden Gesprächs am 05.01.09 (10.10 – 11.30 Uhr) im Deutschlandfunk mit dem Nahostexperten Michael Lüders vor.
Ich melde mich, sehr geehrter Herr Cichowicz und sehr geehrte Frau Will, deshalb ausführlich zu Wort in der Absicht, die deutsche Wahrnehmung der islamischen Welt so gut es meine Zeit und Kraft erlaubt, aus einem anderen Blickwinkel heraus zu beleuchten. Denn ich beobachte mit großer Sorge, wie inzwischen der Islam und die islamische Welt in Deutschland den Platz von längst überwundenen historischen “Erbfeinden” eingenommen hat. Zu dieser verhängnisvollen Entwicklung haben deutsche Massenmedien leider erheblich beigetragen. Insofern sehe ich als Deutsch-Iraner es sogar für meine Pflicht an, die verantwortlichen Persönlichkeiten, wie Sie, auf künstlich geschaffene Gegensätze in Deutschland aufmerksam zu machen. Nichts liegt mir mehr am Herzen als zur Überwindung der Feindbilder und der im wesentlichen gezielt geschürten kulturellen Kluft zwischen meiner deutschen Heimat und Europa einerseits und meiner iranischen Heimat und der islamischen Welt andererseits ein wenig beizutragen.
Feindbilder und Dämonisierung der Anderen bereiten psychologisch den Boden für Gewalt und Krieg vor. Helfen Sie daher bitte mit, stattdessen den Geist der Kooperation und des Respekts vor anderen Kulturen zu fördern. Haben Sie bitte auch Verständnis für meine scharfe Kritik an den deutschen Massenmedien in Bezug auf die leider zu konstatierende einseitige Berichterstattung über den Krieg in Gaza.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat
Hier nun die Stellungnahme Herrn Cichowicz:
a.cichowicz@ndr.de schrieb:
Sehr geehrter Professor Massarrat,
vielen Dank für Ihren „Offenen Brief“ vom 13. Januar 2009, den Sie an Anne Will, an mich und ARD-Chefredakteur Thomas Baumann geschickt haben. Ihren Brief haben Sie mit einem Anschreiben versehen, in dem Sie u.a. mehrfach von einer „Absetzung“ einer geplanten ANNEWILL-Sendung zum Krieg in Gaza“ sprechen. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Weder der NDR, noch Thomas Baumann oder der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens haben eine Sendung zum Gaza-Konflikt „abgesetzt“, wie Sie behaupten.
Wie Ihnen bereits telefonisch von der zuständigen Redakteurin und von Thomas Baumann mitgeteilt wurde, entspricht es durchaus dem üblichen redaktionellen Verfahren, dass die Redaktion zeitgleich mehrere Themen vorbereitet. Zu diesem Zweck werden natürlich auch frühzeitig Terminanfragen an verschiedene potentielle Gäste gerichtet. So verhielt es sich auch vergangene Woche als mögliche Teilnehmer einer in Planung stehenden Sendung zum Thema Gaza angefragt wurden. Darunter war u.a. die von uns hoch geschätzte Frau Sumaya Farhat-Naser. Deren mögliche Teilnahme setzte eine frühzeitige Anreise aus der Konfliktregion voraus. Dass Frau Farhat-Naser erst bei ihrem Eintreffen in Berlin am vergangenen Freitag von der redaktionellen Entscheidung zugunsten einer Sendung zum Thema „Freitod“ erfahren hat, bedauern wir, stellen aber fest, dass dies den Unwägbarkeiten und Hindernissen ihrer Anreise geschuldet ist und nicht auf Versäumnisse der Redaktion zurückzuführen ist.
Die endgültige Themenfestlegung, eine entsprechende Ankündigung auf den von uns autorisierten Internetangeboten (www.annewill.de und www.daserste/annewill.de) und die Information der Programmpresse erfolgen freitags. Es entspricht weder den Tatsachen, dass eine Sendung zum Gaza-Konflikt von uns angekündigt, also veröffentlicht worden ist, noch, dass eine Themenfestlegung bereits vier Tage vor der Sendung – wie von Ihnen behauptet am Mittwoch – vorgenommen worden ist.
Die Entscheidung der Redaktion von ANNEWILL, die rein nach journalistischen Kriterien in großer Einmütigkeit mit dem NDR getroffen wurde, als „harten Schlag gegen die Pressefreiheit und die Demokratie in Deutschland“ zu bewerten, liegt vollständig neben der Sache. Eine wie auch immer geartete Einflussnahme auf die Entscheidung hat es nicht gegeben.
Und, wenn ich das abschließend anfügen darf: Für Ihren pauschalen Vorwurf, die Berichterstattung der ARD sei einseitig, bleiben Sie jeden Beleg schuldig. Die ARD hat insgesamt ausführlich über den Krieg in Gaza berichtet, sowohl in einer 30minütigen Hintergrundreportage als auch täglich in den Nachrichtensendungen mit Berichten, Interviews und Schalten und nicht zuletzt mit einem nahezu monothematischen Weltspiegel.
Ich erwarte, dass Sie diese Antwort an den gleichen Verteiler senden, der Ihren „Offenen Brief“ erhalten hat.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Cichowicz
Chefredakteur Fernsehen
Obama, lass meine Bauchschmerzen aufhören…
Dies ist ein offener Brief an den neuen US-Präsidenten Obama von einem Mitglied von Machsom Watch – einem Netzwerk israelischer Frauen, die sich gegen die Besatzung einsetzen. Es braucht keinerlei Kommentar meinerseits:
Programmänderung bei Anne Will – Gaza kein Thema
Am 11. Januar 2009, also heute, sollte der aktuelle Krieg in Gaza das Thema der Anne-Will-Sendung sein. Dazu waren Joschka Fischer, Avi Primor, Daniel Barenboim und die palästinensische Professorin Sumaya Farhat-Naser eingeladen. Nun gab es eine kurzfristige Programmänderung und es geht um das Thema “Freitod”. In diesem Zusammenhang dokumentiere ich einen Brief an die Redaktion (http://daserste.ndr.de/annewill/) von Irmgard Pinn:
Sehr geehrte Redaktion,
Änderungen des Fernsehprogramms aufgrund aktueller Ereignisse kommen nicht selten vor. Dagegen kann ich mich nicht erinnern, dass jemals ein Thema von höchster politischer Relevanz und Brisanz zugunsten einer zeitlosen Frage wie “Tabu Freitod” abgesetzt wurde. Oder sollte die Redaktion von “Anne Will” tatsächlich den Selbstmord eines deutschen Unternehmers für wichtiger, interessanter und damit diskussionswürdiger halten als die fortdauernde Bombardierung Gazas?Meine Erwartung, dazu auf der Homepage der Sendung eine Antwort zu finden, wurde leider enttäuscht. Allerdings entnehme ich dem Zuschauer-Blog, dass ich wohl nicht die erste und einzige bin, die sich über die Gründe des Themenwechsels Gedanken macht. Ich vermute jedenfalls, dass es sich bei den Postings, die als “nicht zum Thema gehörend” (Freitod) gelöscht wurden, um solche Nachfragen gehandelt hat. Glauben Sie wirklich, im Zeitalter des Internets auf diese Weise unbequeme Fragen abblocken zu können? Abgesehen von Grundprinzipien der Medien-Transparenz und Pressefreiheit, der sich gerade eine Sendung wie “Anne Will” doch wohl verpflichtet fühlt.
Ich nehme an, dass der Krieg in Gaza auch am kommenden Sonntag weiterhin aktuell sein wird und hoffe, dass Sie dann nicht wiederum auf ein “unverfängliches” Thema ausweichen. Als Schwerpunkt der Diskussion schlage ich Ihnen die Frage nach dem Umgang der deutschen Medien mit dem israelischen Überfall auf Gaza vor, der in vielen Bereichen eine Wahrung der Prinzipien von professioneller Recherche und kritischer Berichterstattung – nicht zuletzt mit Blick auf die deutsche Regierung und die Bekenntnisse zu einer unbedingten Solidarität mit Israel – schmerzlich vermissen läßt. Geeignete Diskussionsteilnehmerinnen aus Politik und Wissenschaften kann ich Ihnen dazu bei Bedarf gerne nennen.
(gleicher Text ging an den Zuschauer-Blog)
Update:
Der Evangelische Pressedienst meldet zum Thema:
Evangelisches Forum kritisiert Absetzung TV-Debatte zu Nahostkrieg
Der Vorsitzende des Evangelischen Forums Westfalen, Manfred Keller, hat die Absetzung der Debatte über den Krieg in Gaza in der TV-Talksendung “Anne Will” kritisiert.Der Vorsitzende des Evangelischen Forums Westfalen, Manfred Keller, hat die Absetzung der Debatte über den Krieg in Gaza in der TV-Talksendung “Anne Will” kritisiert. Die für Sonntagabend vorgesehene Diskussion in der ARD-Sendung wäre angesichts des aktuellen Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern und der unerträglichen Situation der Menschen in Gaza wichtig gewesen, erklärte Keller am Sonntag in Bochum. Weiterlesen…
Aldi, Lidl, Israel und die große Spendenaktion
Normalerweise kriege ich Massenmails mit irrsinnigen Betreffs (”Macht bei dieser Online-Umfrage mit!?!?!?!”, “Gehe nicht zu Demonstration weil das unislamisch ist!!!!!!!”, “SubhanAllah – Mekka Zentrum der Erde!?!?!??!!?!!!“) und offenen Mailadressen nur unterbewusst mit. Sie landen bei mir direkt im Papierkorb. In den letzten Tagen erreichen mich allerdings soviele SMS, Anrufe und Emails einem Boykottaufruf von Aldi und Lidl betreffend, dass ich mich genötigt sehe dazu jetzt mal was zu schreiben1 . Die Emails haben folgenden Inhalt:
Salam, Aldi und Lidl machen Spende für Israel. daher bitte nicht dort einkaufen,vor allem in der Zeit bis übernächsten Samstag,den 17.01.2009.
oder auch in Variation:
Den Freitag 9.1. 09 und den Samstag 10.1.09 alles bei LIDL und ALDI verkauft werden dieses Geld für Israelis schicken um die Israelis zu “Helfen Palästina zu zerstören” .
oder als SMS:
Am 10.01. nicht bei Aldi + Lidl einkauffen! Das Geld wird für Israel gespendet! Bitte weitersagen! Nachricht ist von einem Bruder, der bei Aldi als Filialleiter arbeitet!
Ich habe gleich mehrere Probleme mit diesen Nachrichten:
- Die Unlogik. Wenn ein Konzern etwas spenden möchte, dann tut er das ohnehin und nicht nur an bestimmten Tagen. Was soll mein Boykott an diesen Tagen also bringen?
- Die fehlenden Quellen. Wie kommen Muslime (die Absender sind bei mir ausschließlich Muslime, oder zumindest Leute mit arabisch oder türkisch klingenden Namen) darauf, solch offensichtlich abstrusen und dubiosen Behauptungen ohne vorherige Überprüfung weiterzuleiten? Auf Nachfrage kommt die Antwort: Ja, das haben soooo viele mir geschickt, dann muss es ja stimmen!. Oder: “Aldi gehört ja auch Juden2” .
- Hier habe ich dann gleich das nächste Problem, nämlich die misstrauische bis offen feindliche Haltung Juden in ihrer Gesamtheit gegenüber. Sie ist mir schon öfters begegnet, nur heißt das nicht, dass sie deswegen auch richtig ist. Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass Menschen die irgendeiner Gruppe – Juden, Christen, Afrikaner, Atheisten usw. – angehören nicht alle gleich sein, denken oder handeln können. Trotzdem wird dieses Pauschalurteil immer wieder geäußert. Ironischerweise von Leuten, die sich selbst – oft zurecht – als Opfer eines rassistischen Vorurteils sehen und es wegen dieser Erfahrung besser wissen könnten/sollten.
Nun, wenn schon die eigene Vernunft einen nicht mehr aufhält, dann doch wenigstens – so meine stille Hoffnung – die Realität. Ein paar Muslime haben sich die Mühe gemacht, das Märchen zu überprüfen. Ich dokumentiere an dieser Stelle zwei Emails zum Thema, damit möglichst viele darauf aufmerksam werden, die sich erstmal im Netz informieren wollen, bevor sie sinnlose Emails weiterleiten oder unsinnigen Boykottaufrufen folgen.
Die erste ist von der Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen:
Von: “Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen”
Datum: 9. Januar 2009 09:38:50 MEZ
Betreff: ACHTUNG: Falsche Meldungen zu Palästina/Israel mittels SMS und E-MailLiebe Freunde und Geschwister,
rael spenden” auch in Deutschland kursiert seit 07. Jänner die gleiche Nachricht.”
Dieser ist ein absoluter UNFUG und BLÖDSINN. Wir haben es auch inzwischen verifiziert, indem wir bei den Konzernen direkt nachfragten.
Unser Appell an alle die Nerven zu bewahren und KEINE wie immer unverifizierte Meldungen herum verteilen. Wir sollen gerade in dieser emotionalen Situation um Gaza nicht jede dubiose Meldung weiterleiten. So etwas würde auf uns schlecht zurückfallen.
Liebe Grüße und besten Dank
Für die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen:
Tarafa Baghajati
Liebe Grüße und besten Dank
Für die Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen:
Tarafa Baghajati
_______
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnenwww.islaminitiative.at
e-mail:dieinitiative@gmx.at
Die zweite Email habe ich von einem Muslim, den ich nicht persönlich kenne, weiter geleitet bekommen. Es ist die Antwort vom ALDI SÜD-Serviceteam zum Thema:
Datum: Fri, 09 Jan 2009 17:03:55 +0100
Von: mail@aldisued.de
Betreff: RE:Boykottaufruf [#394936]
An: xxxxx.xxxx@yahoo.deSehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Email und die damit verbundene Anfrage.
Gerne teilen wir Ihnen mit, dass es sich bei der angeblichen Unterstützung von Israel um ein Gerücht handelt, das jeder Grundlage entbehrt.
Wir möchten Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es zu den Grundsätzen der Unternehmensgruppe ALDI SÜD gehört, sich nicht politisch oder religiös zu engagieren.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr ALDI SÜD-Serviceteam
Die ganze Aufregung geht meines Erachtens auf eine berechtigte Empörung über die aktuellen Verbrechen am palästinensischen Volk zurück. Es kann aber nicht sein, dass man daraufhin unvernünftig, irrational, unlogisch und zudem noch rassistisch wird. Wir ändern gar nichts an der Sache wenn wir die falschen Ursachen dafür verantwortlich machen – hier die Religion des Anderen – und unsere Zeit mit Quatsch verschwenden. Dieser Konflikt ist vor allen Dingen ein politischer – es geht um Land, Wahlen, und die Vertreibung eines Volkes durch ein anderes durch Massenmord und Deportation vertriebenes Volk. Muslime sollten sehen, dass sie nicht alleine sind in ihrer Ablehnung der israelischen Vorgehensweise in Gaza. Ich habe in meinem vorherigen Blogeintrag ja unterschiedliche Websites vorgestellt, die Informationen zur Geschichte des Konflikts zur Verfügung stellen und den politischen Widerstand und Friedensaktivismus verschiedener Gruppierungen (muslimisch, jüdisch, national oder säkular motivierter Natur) reflektieren – vor allen Dingen weil diese Seiten wirklich gut und umfassend informieren, aber auch, um zu zeigen, dass Protest selbst aus Israel kommt, also über religiöse und nationale Grenzen hinausgeht. Die Ohnmacht, die viele Menschen aufgrund dieser Situation empfinden ist real: wir werden den Konflikt nicht mit einem Zauberstab von heute auf morgen beenden. Aber es gibt Möglichkeiten, Leid zu lindern, indem man Zeit und Geld spendet; aufzuklären, indem man echte Informationen verbreitet und evtl. durch Übersetzungen zur Verfügung stellt und darüber diskutiert; sich zu engagieren bei den vielen Gruppierungen (Kulturvereine, manche Parteien, Friedensinitiativen) die das Thema Palästina auch in “ruhigen” Zeiten auf der Agenda haben oder sich an Politiker (auch die lokalen) wendet um das eigene Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen und ihre Unterstützung in irgendeiner Form zu gewinnen.
UPDATE:
Mittlerweile finden sich auf den Seiten von Aldi und Lidl schon Dementis. Mit Dank an Blog-Dunia.
Infolinks zu Gaza/Palästina
Electronic Intifada
Gegründet im Jahr 2001, informiert dieses Online Portal regelmäßig mit Hintergrundberichten, Medienanalysen, Augenzeugenberichten und Aktionen zu aktuellen Themen zu Palästina und Israel. Die Autoren sind Aktivisten, Akademiker und Nahostexperten.

v.l.n.r.: EI-Gründer Ali Abunimah, Nigel Parry, Arjan El Fassed, Laurie King-Irani.
Eine weitere Rubrik ist die der Satire. Dort findet man aktuell ein Telefongespräch mit einem IDF-Offizier. Noch während der Luftattacken wurden Flyer über Gaza abgeworfen, die die Bewohner dazu aufrufen, mit den israelischen Streitkräften zu kollaborieren und Verstecke von Terroristen Preis zu geben.
B’tselem
Das israelische Informationscenter für Menschenrechte in den besetzten Gebieten wurde 1989 von israelischen Akademikern, Anwälten, Journalisten und Knesset-Mitgliedern gegründet, um die israelische Öffentlichkeit und Politiker über die Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten zu informieren. Es stellt in der letzten Zeit vor allen Dingen sogenannte Testimonies online, die dokumentieren wer in den besetzten Gebieten zu welchem Zeitpunkt durch feindliche Angriffe ums Leben gekommen ist – dies beeinhaltet Opfer sowohl auf israelischer als auch auf palästinensischer Seite. Weiterhin gibt es derzeit fast täglich Nachrichten aus dem Gazastreifen über Menschenrechtsverletzungen im Krieg.
Palestinian Blogs

Auf dieser Seite sammeln sich viele verschiedene Blogs die über Palästinarelevantes berichten. Aktuell eine gute Quelle für Live-Berichte.
Yohay Elams Blog
Dieser private Blog eines Israelis hat interessante Informationen und Videomaterial zu Demonstrationen in Tel Aviv gegen den Militäreinsatz Israels in Gaza.
Jewish Peace News
Jewish Peace News (JPN) ist ein Informationsservice, der Kommentare, Analysen und Benachrichtigungen zu Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Israel/Palästina-Konflikt zur Verfügung stellt. Ziel ist die Förderung eine gerechte Lösung für den Konflikt, ein Ende der Besatzung und kompletter Rückzug aus den palästinensischen Gebieten, sowie eine Lösung des Flüchtlingsproblems. Aktuell findet sich eine Zusammenstellung verschiedener Artikel zum Widerstand gegen den Krieg in Gaza auf dem Blog.
Raising Yousuf and Nour
Diesen Blog einer Mutter aus Gaza, gibt es schon recht lange. Laila El-Haddad ist Journalistin, lebt in den USA und schreibt regelmäßig Informatives zu den aktuellen Ereignissen aus ihrer persönlichen Perspektive.

Aktion von Jewish Voice for Peace zum Versand anti-muslimischer DVDs während des vergangenen Wahlkampfes in den USA.
Auf der Seite kann man sich auch über die grundlegenden Fragen des Konflikts informieren wie: Was ist eigentlich Basatzung?, Ist Israel die einzige Demokratie, umgeben von Diktaturen?, Wo ist die palästinensische Stimme für Frieden?
Update:
Auf der Seite InkforGaza kann sowohl Artikel auf Deutsch lesen als auch einreichen. Ein sehr lohnenswertes Projekt.
Schlechte Chancen für Frieden in Gaza?
Ein absolut hörenswerter Beitrag zum Krieg in Gaza kommt heute von den öffentlich-rechtlichen. In den Tagesthemen kommentiert Carsten Kühntopp aus Ammann die derzeitige Situation und beschreibt den Weg dahin:
[E]in kurzer Rückblick: Im Sommer war es in Südisrael so friedlich wie lange nicht. Doch die vereinbarte Öffnung von Gaza blieb aus. Anfang November begann Israels Armee dann, die Waffenruhe immer häufiger zu brechen und die Lage systematisch zu eskalieren. Deshalb hielt Hamas nicht mehr still, das Verhängnis nahm seinen Lauf.
Und die Forderungen, die auf beiden Seiten berechtigt sind:
Israel sagt, der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen müsse aufhören, ein für alle Mal. Das stimmt. Das völkerrechtlich verbriefte Recht auf Widerstand gegen eine Besatzungsmacht gibt Hamas nicht das Recht, israelische Zivilisten anzugreifen.
Hamas sagt, die Blockade des Gaza-Streifens müsse aufhören, ein für alle Mal. Auch das stimmt. Nicht nur jeder Israeli, auch jeder Palästinenser hat ein Recht auf Freizügigkeit, auf ein Leben in Freiheit und in Würde.
Die Aussichten auf Erfolg einer europäischen Vermittlung sieht Carsten Kühntopp pessimistisch:
Der Leiter der Delegation, der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg, scheint auf einem Auge blind zu sein. Am Sonntag sagte er, Hamas habe “angefangen” und trage “die Schuld”.
Schwarzenberg ignoriert legitime Hamas-Forderung.[…]Da Schwarzenberg nicht zur Kenntnis zu nehmen scheint, dass auch Hamas eine legitime Forderung hat – die Öffnung des Gaza-Streifens -, dürfte es kaum gelingen, einen wahren Durchbruch zu erreichen. Die Geschichte des Nahen Ostens hat unzählige israelisch-palästinensische Vereinbarungen gesehen, die stets das israelische Interesse höher hingen als das palästinensische. Gescheitert sind sie alle wegen genau dieses Grundfehlers.
Den ganzen Kommentar kann man mit einem Klick im MP3-Format anhören.
Bericht über die Situation im Gazastreifen
Über den DAVO-Newsletter kam heute ein gemeinsamer Lagebericht und Spendenaufruf von medico international e.V., Ärzte für Menschenrechte – Israel, Palestinian Medical Relief Society (Ramallah), Al-Mezan Center (Gaza) bei mir an. Ich möchte hier der Bitte um Bekanntmachung nachkommen. Den kompletten Bericht kann man hier ansehen:
Seit dem Beginn der israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen und bis zum Sonntag 16 Uhr sind 282 Tote, darunter 20 Kinder und 9 Frauen, und ca. 700 verwundete Personen (darunter 130 Kinder und 28 Frauen), von denen 100 schwerverletzt sind, wie von den Krankenhäusern in Gaza festgestellt werden musste
Das Gesundheitssystem kollabiert unter den derzeitigen Umständen: es gibt zu wenig Ärzte, Krankenhäuser und Medikamente. Lager für medizinische Hilfsmittel wurden am Sonntag bombardiert und somit zerstört. Zudem werden Patienten laut Bericht massiv bedroht:
Das israelische Militär bedroht Zivilisten
Viele Patienten haben die Ärzten für Menschenrechte – Israel in der letzten 24 Stunden telephonisch informiert, dass sie übernacht aufgezeichnete Drohungen per Telefon erhielten. Die erste aufgezeichnete Drohung forderte sie auf, ihre Häuser zu verlassen, da sie geplantermaßen bombardiert würden. Die zweite Drohung warnte davor, Militante zu unterstützen oder Waffen zu verstecken, da sie ansonsten bombardiert würden.
Spenden kann man an diese Bankverbindung oder direkt online überweisen:
Spendenkonto:
medico international
Frankfurter Sparkasse
Kontonummer 1800
BLZ 500 502 01
Stichwort: „Israel/Palästina“

