Neues auf Nafisa.de

Silvia hat dort Reaktionen auf den Mord an Marwa el-Sherbiny kommentiert und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf.

Neue Internetseite muslimischer Frauen

Zusammen mit zwei anderen muslimischen Frauen arbeite ich schon seit einigen Monaten an einer neuen Webpräsenz . Zusammen mit Nina Mühe und Silvia Horsch haben wir jetzt die Seite Nafisa.de ins Leben gerufen auf der wir den Diskurs über muslimische Frauen kritisch betrachten wollen. Aus dem Klappentext:

Wir – das sind drei muslimische Frauen und Wissenschaftlerinnen – beschäftigen uns aus persönlichen und beruflichen Gründen intensiv mit den Themenbereichen “Frau”, “Geschlecht”, “Islam” in einer pluralistischen Gesellschaft. Mit nafisa wollen wir über unsere Arbeit, Ansichten und Ergebnisse informieren. Dabei verfolgen wir zwei Ziele: Erstens möchten wir uns am gesellschaftlichen Diskurs über den Islam und muslimische Frauen beteiligen. Schon oft haben wir uns an einseitigen Debatten und tendenziöser Berichterstattung zu einer Reihe von Themen gestört und wollen deshalb unsere Sicht der Dinge in die Diskussion bringen.

Wir hoffen damit auf Interesse zu stoßen!

Aufgeräumt…

habe ich die Links in meiner Seitenleiste. Einige Links habe ich entfernt, da sich dort in letzter Zeit nichts neues getan habe und zwei habe ich hinzugefügt: Hasibe hat jetzt ihren eigenen Blog und ich habe schon seit längerem einen Web basierten Feedreader (was das ist? bitte hier bei Wikipedia nachschauen).1 Unter Feeds@Musafira in der Seitenleiste können die von mir abonnierten Feeds auch von jedem anderen gelesen werden.

Fußnoten
  1. Ich benutze dafür die Anwendung mit dem Namen Gregarius. []

Artikel in der IZ zur Frankfurter Tagung – Teil 2

So nun komme ich endlich dazu, mich mit den Reaktionen zu meinem in der Islamischen Zeitung veröffentlichten Artikel zu beschäftigen. Mich erreichten diese teils per Mail, teils als Kommentar unter dem Artikel selber. Es gibt auch eine Anmerkung zu meinem Artikel von Wolf Ahmed Aries in der Islamischen Zeitung, die mittlerweile auch ohne Online-Abo einsehbar ist. Ich will versuchen, thematisch auf die geäußerte Kritik einzugehen. Mal sehen ob es mir gelingt.

Was die Organisation auf der Tagung anging will ich mich nicht weiter auslassen, da bereits alles gesagt wurde und es über das Inhaltliche weit mehr zu sagen gibt.

Wissenschaftlicher Anspruch muss sich dementsprechend messen lassen

Den Anmerkungen Ahmad Aries entnehme ich, dass Kritik an den auf dem Symposium formulierten Thesen lediglich ein Hinweis auf die mangelnde Diskussionskultur bzw. unbegründete Skepsis innerhalb der muslimischen Minderheit in Deutschland sei. Mal davon abgesehen, dass unter Muslimen tatsächlich eine große Skepsis gegenüber allem Staatlichen herrscht und sehr oft auch undifferenziert diskutiert wird, so ist dies natürlich überhaupt kein Maßstab an dem sich eine These messen muss, die in einem wissenschaftlichen Kontext formuliert wird. Wenn ich also eine Behauptung in den Raum stelle, so ist es erst einmal irrelevant wie dies innerhalb der muslimischen (oder sonstigen) Community aufgenommen wird. Relevant ist ob diese Behauptung einer wissenschaftlichen Überprüfung standhält.

Es kursieren ja immer mal wieder die unterschiedlichsten Behauptungen in Bezug auf den Koran oder die Person des Propheten (saws). Behaupte ich nun etwa der Prophet Muhammad (saws) habe nicht existiert, der Koran sei ein Produkt späterer Zeiten, gegenwärtig nicht vollständig oder beruhe auf einer ursprünglich aramäischen Lesart so ist daran zunächst einmal nichts auszusetzen, wenn ich mich einer Überprüfung und aufkommenden Fragen fachmännisch stelle. Ich sollte also in der Lage sein, Begründungen oder besser noch Beweise für meine Annahme vorzulegen und außerdem schlüssig darlegen zu können, warum Belege, die die das Gegenteil meiner Behauptung nahelegen, in diesem Fall nicht hinzu gezogen wurden oder gleich gar keine Gültigkeit besitzen.

Der Mutawatir1 Charakter des Qurans und einiger Ahadith wurde in den Anfangszeiten und bis heute immer mal wieder diskutiert. Aus diesem Grund hat man sich ja auch schon früh mit der Glaubwürdigkeit und der Anzahl der Überlieferer auseinandergesetzt. Wie gesagt, es gibt eine eigene Gattung in der Wissenschaft, die sich nur mit den Biographien und der Bewertung von Überlieferern befasst (30.000 Biographien). Es ist also nicht so, dass hier Behauptung (“Der Koran ist nicht vollständig/falsch/später überliefert”) gegen Behauptung (“Der Koran ist so überliefert wie er offenbart wurde”) stehen würde. Ersteres bleibt so lange nichts weiter als eine haltlose Behauptung bis es sich a) gründlich mit den Belegen für zweiteres auseinandergesetzt hat und b) eigene stichhaltige Belege hervorgebracht hat. All dies habe ich bis jetzt von niemandem gesehen, weder ist dies auf dem Symposium passiert, noch habe ich dies in Veröffentlichungen von Vertretern dieser Behauptungen vorfinden können. Es blieb bis heute bei Behauptungen.

Es zeugt meines Erachtens auch von einer gewissen Uninformiertheit in Bezug auf islamische Wissenschaftsgeschichte, wenn man behauptet, bis heute wären sich Muslime (wie gesagt innerhalb der wissenschaftlichen Auseinandersetzung) der eigenen Relativität nicht bewusst gewesen. Über Relativität der eigene Aussagen waren sich Gelehrte im Islam schon seit langem klar, siehe die Voraussetzungen für Ijtihad Meinungen (Fatawa), die nur auf Zann-Belegen2 beruhen können und genau deshalb nur für den einzelnen Mujtahid selbst verbindlich waren/sind und niemals für den Rest der Menschen. Fatawa gründen sich entweder auf komplett beleglosen Verstandesanstrengungen eines Gelehrten oder auf einen Beleg, der der Bedeutung und/oder der Überlieferung nach zanni (also mehrdeutig) ist. Andere Belege sind wiederum eindeutig, auch hier wieder der Bedeutung und/oder der Überlieferung nach und erzwingen aus diesem Grund eben nur eine einzige Bedeutung. Dies ist so im Aqidabereich, der nicht diesen Namen trägt, weil man bestimmte Dogmen einfach so festgesetzt hat, wie man sie grade persönlich für richtig hielt. Er trägt diesen Namen weil – als Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Quran und seiner Entstehung – es sich hier um eindeutige Belege der Überlieferung nach3 handelt und der Bedeutung nach (was ja nun wirklich nicht bei allen Koranversen der Fall ist). Jemand der diese Prinzipien leugnet, widerspricht – nach klassischer Auffassung – also als allererstes der Vernunft und nicht irgendeinem widersinnigen Gebot.

Noch ein Wort zur Konstellation auf dem Symposium. Gemessen an der Gesamtheit der Redner auf dem Symposium kam der Ankaraner Schule, wie Serdar in seinem Kommentar beschreibt, tatsächlich nur ein geringer Anteil zu. Wenn jedoch Vertreter “anderer” muslimischer Theologien völlig fehlen, sich Kritische Stimmen auch nur wieder auf die Ankaraner Schule beziehen, dann muss man sich die Kritik der Einseitigkeit gefallen lassen.

Politische Dimensionen der Lehrer- und Imamausbildung in Deutschland

Eine vom Symposium unabhängige andere Frage ist natürlich nun, welche Akzeptanz solche Positionen unter Muslimen in Deutschland finden werden und inwieweit der Durchschnittsmuslim mit der Religionslehrer-, Theologen- und Imamausbildung “einverstanden” sein muss, bzw. inwieweit diese Ausbildung auch den Mainstream an Überzeugungen in sich beinhalten und selber auch vertreten sollte. Ich persönlich bin der Meinung, dass – unabhängig von irgendeiner wie auch immer gearteten Traditionalität oder Progressivität – es wenig Sinn macht Lehrstühle mit Exoten zu besetzen, die dann wiederum aufgrund dieser Eigenschaft auf Ablehnung stoßen. Ich denke übrigens nicht, dass dies seitens der Politik beabsichtigt ist (Stichwort “Verschwörung”), sondern einfach nur ein Ergebnis der schlechten Zusammenarbeit zwischen Politik und muslimischen Vertretern ist.

Schlusswort

Anschließend will ich noch auf Serdars geäußerten Wunsch nach gegenseitiger Toleranz eingehen. Ich empfinde die mangelnde Diskussionkultur in Bezug auf Differenzen unter Muslimen auch als unerträglich. Ich denke allerdings nicht, dass es in diesem Fall wirklich um Toleranz der “Traditionalisten” gegenüber den “Progressiven”4 geht, sondern darum, ob eine Behauptung auch unter Bezugnahme auf wissenschaftliche Methoden aufrechterhalten werden kann bzw. ob sie sich überhaupt diese Mühe macht. Dabei geht es nicht um Bekenntnisse zu irgendeiner Art von Glauben, sondern ganz einfach um methodische Korrektheit im Umgang mit Texten.

Zudem wird diese Forderung nach Toleranz oft missbraucht, um gar nicht erst auf sich aufwerfende Fragen eingehen zu müssen und vor allen Dingen von der eigenen Intoleranz gegenüber abweichenden Meinungen abzulenken. Ich weiß, dass Serdar das nicht so gemeint hat, sondern auf tatsächliche Erfahrungen anspielt, möchte aber dennoch darauf hinweisen.

Fußnoten
  1. Mit Mutawatir wird eine Überlieferung bezeichnet, die in jeder Tradentengeneration eine bestimmte, hohe Anzahl an Tradenten aufweist – in diesem Fall unabhängig davon ob es um die Überlieferung einer Aussage des Propheten, eines Verses des Qurans oder irgendeines anderen zurückliegenden Ereignisses geht. So wird eine Falschaussage ausgeschlossen. []
  2. also welchen die nach der Überlieferung und/oder Bedeutung mehrdeutig sind []
  3. Der Quran, so hat man festgestellt, ist in seiner Gesamtheit der Überlieferung nach mutawatir, also ein qati Beleg. []
  4. Im Prinzip lehne ich diese Bezeichnungen ab, da sie die Diskussion um die Inhalte verwässern und eine Bewertung beinhalten. []

Artikel in der IZ zur Frankfurter Tagung

Ich habe vor kurzem einen Artikel für die Islamische Zeitung geschrieben, in dem ich meine Eindrück der Frankfurter Tagung zum Thema “Koranwissenschaften heute – Genese, Exegese, Hermeneutik, Ästhetik” schildere. Inzwischen gibt es einige Rückmeldungen zu dem Artikel, die ich gerne kommentieren möchte… Nur nicht mehr heute! Insha Allah bald mehr dazu.

Umzug und Systemumstellung

Vielleicht haben es einige bemerkt: auf meinen Seiten hat sich etwas getan. Als erstes habe ich den Server gewechselt, weshalb gestern die Seite für einige Zeit komplett verschwunden war. Es sind auch einige Emails nicht mehr durchgekommen. Wie auch immer, jetzt scheint alles wieder prima zu funktionieren.

Die wichtigste Änderung ist jedoch der Wechsel von Rapidweaver zu WordPress. Dies hat uns einige Zeit gekostet, da mein Theme erstmal umgebastelt werden musste. Aber auch hier scheint jetzt alles zu funktionieren. Den Wechsel habe ich vollzogen, weil es im Endeffekt doch sicherer ist, die Daten für die Seiten nicht nur lokal zu speichern, sondern web-basiert zu veröffentlichen.

Außerdem kann ich jetzt endlich auch so coole Sachen machen, die für WordPress-Benutzer schon fast selbstverständlich sind. Die wichtigsten Neuheiten sind die Suchfunktion, die Rubrik “Schon gelesen?” in der ich auf für mich interessante Texte etc. verweise, die Möglichkeit in mehr als einer Kategorie (!!!) zu veröffentlichen, die Tagfunktion und am allerwichtigsten: ich hab jetzt endlich auch eine ganz einfach zu bedienende Blogroll!

Ach ja, außerdem habe ich noch einen neuen Artikel über meine Pilgerfahrt nach Mekka geschrieben, die ich vor ein paar Jahren vollzogen habe.

Das wachende Auge

Diese Zeichnung wurde mir von einer Freundin zugesandt, die lieber anonym bleiben möchte :) . Ich hab ihr gesagt, sie soll doch selber anfangen zu bloggen. Aber nein, da ist kein Durchkommen… Deswegen stell ich das Bild hier ein:Das wachende Auge

NuN – Zeitschrift für muslimische Kultur

In der neuesten Ausgabe der Nun-Zeitschrift wurde ein Artikel von mir veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine gekürzte Version des Vortrages über weibliche islamische Gelehrte, den ich bei der IHV in Köln gehalten habe.

Neue Kategorie – Buchrezensionen

Ich habe eine neue Kategorie auf musafira.de eröffnet. Unter Buchrezensionen und -hinweise will ich in Zukunft isA Bücher besprechen, die mich auf die ein oder andere Weise beeindruckt haben. Ich hoffe diese Kategorie findet Anklang. Ich habe das ganze im Blogformat angelegt, so dass man die Einträge auch als rss-feed abonnieren kann und dort auch Kommentare hinterlassen kann.

Endlich Winter!

Auch bei uns… Innerhalb von 2 Stunden ist alles zugeschneit und auf der Straße kann man sich Schneeballschlachten mit 4-Jährigen liefern. So macht mir der Winter Spaß.

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