Touristen gegen Menschenrechtsverletzungen
Eine tolle Idee hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung im Auswärtigen Amt, Günter Nooke von der CDU, vorgestern im Kampf zur Verteidigung der Menschenrechte in aller Welt verlautbart: Nun sollen deutsche Touristen in ihrem Lieblingsferienziel offensiv gegen Menschenrechtsverletzungen eintreten, denn – so Nooke – „Gerade die außereuropäischen Hauptreiseziele der Deutschen führen in Länder mit katastrophaler Menschenrechtsbilanz.” Touristen sollen dies tun, indem sie Passanten ansprechen (selbst in China sei das auch in Englisch möglich, was ja der deutsche Tourist bekanntlich einwandfrei beherrscht!) und “nach ihrer persönlichen Situation und Einschränkungen ihrer Freiheit” befragen. Auch Reiseführer und -prospekte solle man auf ihre oft zu beschönigende Darstellung der Realität in den Urlaubsländern kritisch hinweisen.
Nooke berichtete von religiösen Verfolgungen in Ägypten, von Polizeiwillkür in Thailand und der Misshandlung von Arbeitsmigranten in der Dominikanischen Republik.
Ich versuche mir grade vorzustellen, wie glaubwürdig ein Tourist rüberkommt, der solche Dinge mit Einheimischen diskutiert, während er sich grade als Sextourist betätigt, von Kindern hergestellte Souvenirs einkauft etc. Viel sinnvoller wäre es doch, mal die eigenen Politiker dazu aufzufordern, die Menschenrechtsverletzungen internationaler Politik- und Handelspartner (und nicht nur die zitierten “außereuropäischen”) anzuprangern. Die handeln nämlich so, als wüssten sie von nichts…

Bildnachweis: 3Monkeys von d’n'c
