Geschichte des Islams in Deutschland
Ich bin heute erst auf eine gute Zusammenfassung der Geschichte des Islams in Deutschland aufmerksam geworden:
Geschichte des Islams in Deutschland von 1731/1732 bis 1945
Geschichte des Islams in Deutschland seit 1945
Museumseröffnung in Istanbul zu arabisch-islamischen Wissenschaften
In der FAZ vom 4.7.2008 findet sich ein interessantes Interview mit Fuad Sezgin, das leider nicht ergoogelbar ist. In diesem Interview spricht Sezgin anlässlich einer Museumseröffnung im Topkapi Serail in Istanbul über die von ihm erstellten Modelle der arabisch islamischen Wissenschaftsgeschichte. Am Institut für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften in Frankfurt kann man 800 dieser Exponate seit langem auch in Deutschland bewundern. Für alle die den Weg nach Frankfurt scheuen gibt es hier einen virtuellen Rundgang.
Buchneuerscheinung: at-Tirmidhis “al-Shama’il Muhammadiyya”
Ich habe vor ein paar Tagen per Rundmail von einer interessanten Neuerscheinung erfahren. Es geht dabei um die Übersetzung der “Al-Schama’il al-Muhammadiyya” von Imam al-Tirmidhi. Bei dem Buch handelt es sich um das früheste seines Genres, denn diese Sammlung von Hadithen widmet sich speziell der Person des Propheten (saws), seinem Äußeren, Charakter, Verhalten usw. Hier kann man das Buch beim Warda Verlag bestellen.
Neue Übersetzung der Reisen des Ibn Battuta
Meiner Liste deutscher Übersetzungen arabischer Klassiker habe ich heute einen Neuzugang zugefügt. Die Reisen des Ibn Battuta liegen in völliger Neuübersetzung vor. Übersetzt wurden sie von Horst Grün. Hier ein Auszug aus dem Verlagstext:
Auf 120.000 Kilometer hat man die gesamte Reisestrecke geschätzt, die Ibn Battuta im 14. Jahrhundert zu Pferd und Kamel, zu Schiff, im Ochsenwagen und in der Sänfte zurücklegte. Siebenundzwanzig Jahre lang reiste der Marokkaner bis an die Grenzen der damals bekannten Welt. Er lernte Heilige und Wandermönche, Könige, Sultane und Despoten in den entlegensten Teilen der muslimischen Reiche kennen, während er die heiligen Stätten des Islam besuchte: Bagdad, Mekka, Kairo und Damaskus, aber auch Indien, die Malediven und China sind seine Stationen. Nach einem kurzen Besuch Spaniens und einer zweijährigen Reise nach Mali und Niger legte der rastlos Reisende den Wanderstab endgültig zur Seite. Der Bericht, den er nach seiner Rückkehr diktierte, trug ihm nicht nur in der arabischen Welt den Beinamen des größten Reisenden des Islam ein.
Update: Hier gibt einen Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen über die Entstehung dieser neuen Übersetzung.
Nachkommen afrikanischer Sklaven in der Türkei
Das Thema Sklaverei (und ihre Formen) ist innerhalb der Islamwissenschaft ein äußerst beliebtes. Es gibt bis heute auch ein par ganz interessante Forschungen zu dem Thema, ich musste mich auch mal im Rahmen einer Hausarbeit und meinen Abschlussprüfungen damit beschäftigen. Eine von vielen Fragen, die mir dabei immer wieder durch den Kopf gingen, war folgende: Wie nehmen Nachkommen von Sklaven aus dem osmanischen Reich heute ihre Abstammung war? Die Sklaverei – die im osmanischen Reich viele Formen hatte (weit verbreitet war der Einsatz von männlichen Sklaven im Militär, weiblichen Sklaven im Harem, teilweise Sklaven in der Hausarbeit und ganz wenig Sklaverei im Ackerbau) – wurde ja erst relativ spät in weiten Teilen der islamischen Territorien abgeschafft; und zwar Anfang des letzten Jahrhunderts. Mauretanien war meines Wissens nach das letzte Land, das Anfang der 1980er die Sklaverei gesetzlich verbannte.
Vor ein paar Tagen bin ich dann auf einen zwar recht oberflächlichen, aber trotzdem durchaus interessanten Artikel gestoßen, der aus der Lebensgeschichte eines türkischen Nachkommens kenianischer Sklaven erzählt:
Olpak, 54 Jahre alt und Steinmetz von Beruf, hat in zwei Bänden die unglaubliche Geschichte seines Großvaters aufgeschrieben: “Köle”, heißt das erste Buch, zu Deutsch “Sklave”. Denn als Sklaven kamen sein Großvater und seine Großmutter, die er in der Gefangenschaft kennen lernte, einst aus Kenia über Kreta in die Türkei. Kreta, vor 130 Jahren Teil des Osmanischen Reiches, lag auf der Route von Sklavenschiffen. Wohlhabende Großgrundbesitzer leisteten sich gern einen Leibeigenen für Küche oder Garten. […] Nach der Unabhängigkeit Kretas und der Vertreibung der dort lebenden Türken wurde auch Mustafa Olpaks Großvater an die türkische Ägäis-Küste gespült. Er war ein freier Mann, aber mittellos, und musste sich darum weiter zeitlebens als Diener und Handlanger reicher Leute verdingen. […] Mustafa Olpak hat jetzt einen “Verein der afrika-stämmigen Türken” gegründet. 2000 Nachkommen von Sklaven, vermutet er, leben heute noch in der Türkei. Und seit Olperts Familienbiografie trauen sich immer mehr, von ihrem eigenen Schicksal zu erzählen.
