Ramadan in Osnabrück

Seitdem ich wieder in Osnabrück bin, gehe ich selten in die Moschee. In Berlin hatte ich eine ganz gute Anbindung an einen multiethnischen deutschsprachigen Moscheeverein mit sehr aktivem Gemeindeleben, an dem ich mich beteiligte. Dadurch hatte ich dann automatisch eine alltägliche Anbindung an die Moschee.

In Osnabrück kenne ich wenig Muslime, das Gemeindeleben ist – soweit ich das mitbekommen habe – eher nach nationalen Gruppen organisiert und ich habe mich auch nur vereinzelt um Kontakt bemüht, da ich früher oder später sowieso Osnabrück verlasse.

Nun im Ramadan gehe ich regelmäßig zum Tarawih-Gebet in unterschiedliche türkische Moscheen hier vor Ort. Die Gemeinden sind völlig anders als ich es aus Berlin gewohnt bin. Und was soll ich sagen … Ich finde diese Erfahrung wunderschön. Die Frauen (und wahrscheinlich auch die Männer), die zum Gebet kommen sind überwiegend alt, die Atmosphäre ist sehr ruhig und konzentriert und vor allen Dingen ganz einfach. Die Leute sind dort tatsächlich nur für das Gebet. Es gibt wenig Gerede, viel gemeinsames Dua (ich liebe es). Einfach schön.

Studie: Islamisches Gemeindeleben in Berlin

Der Berliner Senat hat am 14.12.2006 eine neue Studie zum islamischen Gemeindeleben in Berlin veröffentlicht. In der dazugehörigen Pressemitteilung heißt es:

Islamisches Leben in Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend diversifiziert, professionalisiert und emanzipiert. Dieses Fazit zieht Berlins Beauftragter für Integration und Migration, Günter Piening, anlässlich der Vorstellung einer umfangreichen Studie über die Entwicklung der inzwischen nach den beiden christlichen Großkirchen drittgrößten Glaubensgemeinschaft in der Stadt. „Die hier aufgewachsenen jungen Muslime der dritten Einwanderergeneration treten aus dem Schatten der Hinterhofmoscheen ihrer Großeltern und fordern selbstbewusst die Gleichberechtigung ihrer Religion ein“, so Piening.

Die Broschüre kann hier für 3 Euro bestellt oder als PDF herunter geladen werden.