Handschriften

Vor kurzem empfahl mir eine Freundin, doch mal die Seiten der Datenbank für arabische Papyri der Universität Zürich zu besuchen. Dort werden arabische Papyri aus dem ersten bis zum zehnten Jahrhundert Hijri online archiviert und sind für jedermann anzusehen. Bei den Dokumenten handelt es sich um Protokolle, Eheverträge, Steuerbescheide, Schenkungsschreiben, private Briefe usw. Die Papyri sind nach ganz unterschiedlichen Parametern durchsuchbar und sind auch teilweise übersetzt. Einfach spannend, einen einfachen Zugriff auf so frühe Dokumente islamischer Kultur-, Rechts- und Sozialgeschichte zu bekommen.

Das beste kommt aber noch: ein weiteres Projekt der Uni Zürich ist die Schule für arabische Papyri. Die dortigen Wissenschaftler haben sich tatsächlich die Mühe gegeben, einen online-Kurs zu entwerfen, in dem man lernen kann, arabische Papyri aus den unterschiedlichen Jahrhunderten lesen zu lernen. Zunächst erhält man eine theoretische Einführung zu Zustand, Konservierung und Editierung von arabischen Papyri. Im Lehrgang selbst wird anhand sieben verschiedener Papyri zunächst das Lesen geschult und noch zusätzlich Vokabeln abgefragt, Redewendungen gelernt und Verständnisfragen zum entzifferten Text gestellt. Wenn man sich dort als Nutzer registriert, werden alle Fortschritte, die man gemacht hat gespeichert, so dass man jederzeit wieder an dem Punkt ansetzen kann, an dem man aufgehört hat. Ich selbst bin ganz begeistert von dem Programm und setze mich immer mal wieder daran. Es ist zwar nicht ganz einfach, macht aber unheimlich Spaß! Man kann sogar ein offizielles Zertifikat der Uni Zürich bekommen, wenn man alle sieben Handschriften entziffert hat.