Einführung in das Koranarabische anhand der Sure “al-Mulk” – Robert Breitinger
Viele Menschen lernen Arabisch aus der Motivation heraus, islamische Quelltexte – und zwar vorrangig den Koran – lesen und verstehen zu können. Warum sich also mit den für Anfängerlehrwerke typischen Restaurant- und Arztdialogen herumquälen? Das ist oft extrem frustrierend weil das angestrebte Ziel weit entfernt scheint. Der Verlag für islamische Bildung und Erziehung (VIBE) stellt für dieses Problem ein kleine aber feine Lösung parat: mit der Einführung in das Koranarabisch anhand der Sure 67 “Die Herrschaft” können sogar Grammatikanfänger direkt mit dem Korantext arbeiten. Lediglich mit den arabischen Buchstaben sollte man bereits vertraut sein.
In zwölf Lektionen wird der Lerner in Grundlagen der arabischen Grammatik anhand von Beispielen aus der Sure al-Mulk eingeführt: Wortarten, Verbalstämme, Verneinung usw. Der Anhang ist äußerst hilfreich: hier findet sich die gesamte Grammatik des Buches noch einmal komprimiert und sehr übersichtlich gestaltet auf sieben Seiten wieder. Zum Vokabeltraining ist hier auch der komplette erlernte Wortschatz in Verben und Nomen unterteilt aufgelistet und außerdem sind zum Schluss alle grammatischen Fachausdrücke erklärt. Wirklich brauchbar wird das Buch auch für Anfänger durch die konsequente Umsetzung aller arabischen Passagen in wissenschaftliche Umschrift und Übersetzung und die farbliche Markierung der jeweils relevanten Abschnitte. Kurz: das Buch ist in sich abgeschlossen und benötigt keine zusätzlichen Materialien. Ich würde mich sehr freuen, wenn der Verlag in Zukunft weiterführende Grammatikbücher produzieren würde.
Die Glaubenslehre des Imam al-Tahawi
Dieses kleine Büchlein habe ich vor Kurzem auf der Internetseite von Wardapublikationen gefunden. Es handelt sich dabei um eine Zusammenfassung der klassisch-islamischen Glaubenslehre nach Imam Tahawi (239-321 n.H.), einem hanafitischen Rechtsgelehrten.
Soweit ich weiß, ist dies die erste Übersetzung dieser kurzen – aber inhaltsschweren – Abhandlung ins Deutsche. Da es sich bei dem Wardaverlag um einen kleinen Verlag handelt, weiß ich nicht wie lange diese wertvolle Übersetzung noch zu haben ist. Es lohnt sich übrigens, dort immer mal wieder vorbei zu schauen. Es handelt sich bei den dort erhältlichen Büchern meist um Übersetzungen von Abd al-Hafidh Wentzel, der in dem Bereich sehr aktiv zu sein scheint.
Noch ein Wort zum äußeren Erscheinungsbild des Heftchens, da mir ein paar Dinge besonders positiv aufgefallen sind. Im Gegensatz zu so manch anderer Publikation muslimischer Verleger im deutschsprachigen Raum, muss dieser kleine Text sehr sorgfältig Korrektur gelesen worden sein – Rechtschreibung und Umschrift des Arabischen sind perfekt umgesetzt. Außerdem ist mir das wirklich hervorragende Erscheinungsbild des Textes (Satz, Seitenaufbau, Typographie, Papierfarbe und -art etc.) aufgefallen, was ja wirklich eine Seltenheit ist heutzutage. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass es sich hierbei wirklich nur um einen kurzen Text handelt (ca. 45 Seiten), der in einem kleinen unscheinbar verpackten Heftchen daherkommt. Man sieht an jedem Detail, mit welcher Sorgfalt hier vorgegangen wurde (sehr detaillierte Quellenangaben, biographische Notizen etc.). Zuletzt halte ich die Übersetzung für sehr gut, praktischerweise ist der deutschen Übersetzung auf jeder Seite das – vollständig vokalisierte – arabische Original gegenüber gestellt.
