Symposium der Islamwissenschaft und Arabistik

Eine gute Idee hatten Studierende der Uni Münster. Unter dem Titel “Iftah ya Simsim – Eine Tür zum modernen Orient?” organisieren sie ein Symposium für andere Studierende des Faches. Die Tagung so vom 30.04.09 bis zum 03.05.09 stattfinden.

Dadurch wollen wir insbesondere eine Plattform für Studierende schaffen, die ihre Haus- und Abschlussarbeiten nicht einfach nur in der Schublade verschwinden lassen wollen, sondern einem interessierten Publikum vorstellen möchten. Des Weiteren wird die Gelegenheit geboten, sich über Studienbedingungen, Auslandsaufenthalte und Masterstudiengänge auszutauschen. Ziel ist nicht nur ein einmaliges Symposium, sondern auch den Grundstein für zukünftige Symposien zu legen.

Via Gedankensplitter.

Vokabellernen mit Karteikarten

Ich lerne Vokabeln seit einem Spanischkurs an der Uni mit Karteikarten. Ich finde dieses Methode bis jetzt die beste. Gestern habe ich den Internetdienst vokker.net entdeckt. Dort kann man mit virtuellen Karteikarten Vokabeln aus vielen verschiedenen Sprachen lernen (auch Arabisch ist vorhanden), selber Vokabellisten anfertigen, die Listen anderer Nutzer verwenden und bei Bedarf auch Karteikarten ausdrucken.

Vom Suchen und Finden arabischsprachiger Literatur im Netz

Auf der Suche nach bestimmten Tafsiren im Original wird man in den Weiten des Internets recht gut fündig. Ein sehr gutes Instrument für die Suche ist der Suchdienst Yamli. Am besten man probiert es einfach mal aus. Der Vorteil hier ist, dass man für eine arabischsprachige Suche nicht immer mehr das Tastaturlayout wechseln muss. Man umschreibt den gesuchten Begriff einfach in lateinischen Buchstaben und Yamli gibt dann mehrere Varianten in Arabisch vor. Auf diese Weise habe ich recht schnell den Tafsir von Aisha Abd ar-Rahman alias Bint as-Shati gefunden.1 Meines Wissens ist dies einer der ganz wenigen Korankommentare auf arabisch, die von einer Frau verfasst wurden.2

Eine reiche Quelle (nicht nur) für arabische Bücher in elektronischer Form ist archive.org. Dieser Dienst archiviert nicht nur alle Internetseiten sondern auch lizenzfreie Texte. So bin ich hier bei meiner Such nach einer Reihe von Tafsiren fündig geworden: der bekannte moderne Tafsir von Ibn Ashur in 15 Bänden mit dem Titel “at-Tahrir wa-t-Tanwir”3, der Tafsir al-Manar von Muhammad Abduh4 oder aber der Tafsir von Jalal ad-Din as-Suyuti namens “ad-Durr al-manthur fi-t-tafsir bi-l-ma’thur” aus dem 15. Jahrhundert. Weiterhin findet man dort auch orientalistische Werke wie die “Geschichte des Qorans” von Theodor Nöldeke aus dem Jahre 1860 oder islamische Klassiker wie das berühmte Geschichtswerk Ibn Jarir at-Tabaris in persischer Sprache.

Fußnoten
  1. Er hat den Titel “Tafsir al-Bayani lil-Qur’an al-Karim”. []
  2. Vielleicht der einzige? Ein anderer Korankommentar, der immer mal wieder in der Literatur genannt wird, den ich aber bis jetzt nicht gefunden habe, ist der von Zaynab al-Ghazali. []
  3. Das könnte man mit “Befreiung und Erleuchtung” übersetzen. []
  4. Umstrittener Großmufti von Ägypten von 1899 bis 1905. []

Interview über islamischen Feminismus

Es ist schon etwas her, dass ich meine Magisterarbeit geschrieben habe. Dennoch habe ich es nie geschafft (bis auf einen kleinen Text zu weiblichen Gelehrten), etwas zu dem darin bearbeiteten Thema auf musafira.de zu veröffentlichen. Der Titel meiner Arbeit lautete “Islamischer Feminismus in Ägypten am Beispiel Omaima Abou-Bakrs” und sagt auch eigentlich schon alles über den Inhalt. Zu diesem Zweck hatte ich damals besagte Wissenschaftlerin in Kairo interviewt und ihre relevanten Texte analysiert.

Dem Begriff “Islamischer Feminismus” gegenüber bin ich nach wie vor kritisch eingestellt1, dennoch hat mich die Arbeit mit den Konzepten und der Forschung von Omaima Abou-Bakr inspiriert und mir Horizonte eröffnet. Außerdem ist sie jemand, mit deren Ideen ich mich stark identifizieren konnte und noch immer kann.

Vor ein paar Monaten hatte ich ihr ein paar Fragen zu ihrer Forschung und dem Thema “Islamischer Feminismus” im Allgemeinen geschickt, die sie mir vor kurzem beantwortet hat und freundlicherweise zur Veröffentlichung auf diesen Seiten freigegeben hat. Die Kommunikation fand auf englisch statt, weswegen ich in den letzten Tagen eine Übersetzung angefertigt habe. Beide Texte sind nun mit Einleitung und Literaturverzeichnis auf musafira.de zu lesen.

Zum deutschen Interview: Interview mit Omaima Abou-Bakr über Wissenschaft, islamischen Feminismus und Geschichte.

Zur englischen Version:
Interview with Omaima Abou-Bakr on science, islamic feminism and history.

Fußnoten
  1. Dazu vielleicht an anderer Stelle mehr []

Arabisch lernen im Jemen

Über meinen Uni Verteiler bekam ich grade eine Infomail einer Sprachschule in Sana’a, Jemen. Die Schule nennt sich “Saba Institute”. Ich habe kurz die Seite des Instituts überflogen und Ausbildung der Lehrer, Unterrichtsangebot, Preise und Unterkunft machen einen sehr soliden Eindruck.

Literaturverwaltung professionell

Für alle, die viel schreiben (wollen), lesen, Texte in der Bibliothek ausleihen, Artikel sammeln und in einem unübersichtlichen Papierberg untergehen gibt es eine wirklich gute Lösung.

Schon während des Studiums sah ich mit einem Papier- bzw. Verwaltungsproblem konfrontiert. Dies aus folgenden Gründen:

  • Ich kopiere mir gerne die für die jeweilige Arbeit notwendige Literatur, falls zu teuer in der Anschaffung. Zum einen, weil ich nicht an Ausleihfristen gebunden sein möchte, die ich grundsätzlich verpasse; zum anderen gebe ich einmal gelesenes ungern wieder her, denn man könnte es ja zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal benötigen. Das heißt aber, dass mittlerweile ziemlich viel Papier bei mir herumliegt
  • Ich habe zwar ein relativ funktionierendes System um diese Texte zu sortieren und abzuheften, dennoch vergesse ich ab und zu wo ich was abgelegt habe. Manchmal erinnere ich mich auch nur schwach, etwas zu einem bestimmten Thema gelesen zu haben, kann aber den Autoren oder den Titel nicht mehr ausmachen.
  • In den letzten Jahren sind eine Unmenge elektronischer Texte zu meiner Sammlung hinzugekommen. Ich nutze relativ häufig internetbasierte Dokumentlieferdienste, sammle aber auch sonst alles an wissenschaftlichen bzw. relevanten Texten, die mir im Internet über den Weg laufen. Auch diese Texte archiviere ich lokal auf meinem Computer. Auch hier bin ich gut strukturiert.
  • Aufgrund der Menge der Texte und ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit bin ich nun schon seit längerem an Grenzen gestoßen und hatte die verschiedensten Literaturverwaltungsprogramme ausprobiert, mit denen ich insgesamt unzufrieden war. Bis ich auf das serverbasierte Literaturverwaltungssystem Aigaion aufmerksam gemacht wurde. Ich benutze es zusammen mit meinem Mann und einer Freundin nun seit ca. einem halben Jahr und bin immer noch begeistert davon. Ich war lange auf der Suche nach einem Programm,

  • in dem ich meinen kompletten Literaturbestand aufnehmen kann unabhängig vom Format (Bücher, Artikel aus Sammelbänden, Artikel aus Zeitschriften, Konferenzberichte usw.). Die verschiedenen Textsorten sollten aber wiedergeben werden.
  • das unkompliziert Literaturverzeichnisse erstellen kann,
  • in das ich digitale Texte laden kann, so dass meine ganzen Artikel sich auf dem internen Server befinden und dort auch wieder herunterladbar sind
  • das www-Adressen zur Publikation mit aufnimmt,
  • das mir erlaubt den kompletten Bestand zu durchsuchen
  • in dem ich mehrere Schlagworte/Themen für einen Text vergeben kann
  • das verschiedene Formate im- und exportieren kann
  • All das kann Aigaion und noch einiges mehr. Hinzukommt, dass das Programm ein Opensource-Projekt ist, das aktuell weiterentwickelt wird.