Kopftuchverbot verletzt Menschenrechte…

Aufgrund von Zeitmangel hier nur ein Link zur Studie (basierend auf Gesprächen mit gut 30 verhinderten Lehrerinnen in Deutschland) von Human Rights Watch: Diskriminierung im Namen der Neutralität von Haleh Chahrokh.

Hier noch ein guter Kommentare zu dem Bericht “Kopftuchverbot für Lehrerinnen:
Glaube oder Beruf? Beides!”
von Claudia Kirsch. (Überraschenderweise aus der Brigitte).

Programmänderung bei Anne Will – Gaza kein Thema

Am 11. Januar 2009, also heute, sollte der aktuelle Krieg in Gaza das Thema der Anne-Will-Sendung sein. Dazu waren Joschka Fischer, Avi Primor, Daniel Barenboim und die palästinensische Professorin Sumaya Farhat-Naser eingeladen. Nun gab es eine kurzfristige Programmänderung und es geht um das Thema “Freitod”. In diesem Zusammenhang dokumentiere ich einen Brief an die Redaktion (http://daserste.ndr.de/annewill/) von Irmgard Pinn:

Sehr geehrte Redaktion,
Änderungen des Fernsehprogramms aufgrund aktueller Ereignisse kommen nicht selten vor. Dagegen kann ich mich nicht erinnern, dass jemals ein Thema von höchster politischer Relevanz und Brisanz zugunsten einer zeitlosen Frage wie “Tabu Freitod” abgesetzt wurde. Oder sollte die Redaktion von “Anne Will” tatsächlich den Selbstmord eines deutschen Unternehmers für wichtiger, interessanter und damit diskussionswürdiger halten als die fortdauernde Bombardierung Gazas?

Meine Erwartung, dazu auf der Homepage der Sendung eine Antwort zu finden, wurde leider enttäuscht. Allerdings entnehme ich dem Zuschauer-Blog, dass ich wohl nicht die erste und einzige bin, die sich über die Gründe des Themenwechsels Gedanken macht. Ich vermute jedenfalls, dass es sich bei den Postings, die als “nicht zum Thema gehörend” (Freitod) gelöscht wurden, um solche Nachfragen gehandelt hat. Glauben Sie wirklich, im Zeitalter des Internets auf diese Weise unbequeme Fragen abblocken zu können? Abgesehen von Grundprinzipien der Medien-Transparenz und Pressefreiheit, der sich gerade eine Sendung wie “Anne Will” doch wohl verpflichtet fühlt.

Ich nehme an, dass der Krieg in Gaza auch am kommenden Sonntag weiterhin aktuell sein wird und hoffe, dass Sie dann nicht wiederum auf ein “unverfängliches” Thema ausweichen. Als Schwerpunkt der Diskussion schlage ich Ihnen die Frage nach dem Umgang der deutschen Medien mit dem israelischen Überfall auf Gaza vor, der in vielen Bereichen eine Wahrung der Prinzipien von professioneller Recherche und kritischer Berichterstattung – nicht zuletzt mit Blick auf die deutsche Regierung und die Bekenntnisse zu einer unbedingten Solidarität mit Israel – schmerzlich vermissen läßt. Geeignete Diskussionsteilnehmerinnen aus Politik und Wissenschaften kann ich Ihnen dazu bei Bedarf gerne nennen.
(gleicher Text ging an den Zuschauer-Blog)

Update:
Der Evangelische Pressedienst meldet zum Thema:

Evangelisches Forum kritisiert Absetzung TV-Debatte zu Nahostkrieg
Der Vorsitzende des Evangelischen Forums Westfalen, Manfred Keller, hat die Absetzung der Debatte über den Krieg in Gaza in der TV-Talksendung “Anne Will” kritisiert.

Der Vorsitzende des Evangelischen Forums Westfalen, Manfred Keller, hat die Absetzung der Debatte über den Krieg in Gaza in der TV-Talksendung “Anne Will” kritisiert. Die für Sonntagabend vorgesehene Diskussion in der ARD-Sendung wäre angesichts des aktuellen Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern und der unerträglichen Situation der Menschen in Gaza wichtig gewesen, erklärte Keller am Sonntag in Bochum. Weiterlesen…

“Der Weg nach Mekka” im Kino

Ich bekomme seit Tagen Rundmails den Film über Muhammad Asad betreffend. Er ist ja jetzt auch in den deutschen Kinos angelaufen. In folgenden Kinos in Deutschland soll der Film laufen:

Ab dem 27.11.2008 läuft der Film in folgenden Städten und Kinos:
Berlin – babylon berlin:mitte
Berlin – fsk Kino
Köln – Filmpalette
Frankfurt – Mal seh’n Kino
Karlsruhe – Schauburg
München – Forumkinos
München – Neues Arena
München – Monopol (nur am 30.11.)
Nürnberg – Cinecitta

Ab dem 04.12.2008 in:
Dresden – Kino im Dach
Münster – Cinema
Hamburg – Abaton (nur am 6.12, 7.12., 13.12., 21.12.)

Kurz verlinkt: Wie schön es ist, eine muslimische Frau zu sein…

Mohja Kahf hat einen sehr lesenswerten Artikel mit dem Titel “Spare Me the Sermon On Muslim Women” in der Washington Post verfasst.

Der Weg nach Mekka

Der Weg nach Mekka, Regie: Georg Misch, Foto: Mischief Films

Der Weg nach Mekka, Regie: Georg Misch, Foto: Mischief Films

Dieses Jahr ist ein Dokumentarfilm über Muhammad Asad fertig gestellt worden. Ausgerechnet ein Regisseur aus seinem Heimatland Österreich hat einen Film über sein Leben hergestellt. Die Inhaltsbeschreibung hört sich recht interessant an:

Rede und Gegenrede sind Strukturprinzip des Films DER WEG NACH MEKKA – Die Reise des Muhammad Asad, welcher sich wohlfeilen Lösungen beharrlich verweigert. Der Film insistiert auf Widersprüchlichkeiten, was ihn auszeichnet. Die heutigen Kontakt- und Konfliktpunkte werden aus einem neuen Blickwinkel untersucht und gezeichnet. Berührend sind neben biographischen Einzelheiten, Textzitate, private Fotografien und Filmaufzeichnungen eingewebt, welche Lebenswelten verschiedenster Menschen sichtbar machen: Die einfacher, saudischer Beduinen, palästinensischer Flüchtlinge, Beratern Sharons, pakistanischer Asadianern und Wegbegleiter Asads.

Das autobiographische Buch “Der Weg nach Mekka” ist übrigens eines der am spannendsten und schönsten geschriebenen Zeugnisse eines deutschsprachigen Islam überhaupt. Leider findet man es nur noch sehr teuer im antiquarischen Buchhandel. Wenn man englisch liest, hat man es da ein wenig einfacher.

Geschichte des Islams in Deutschland

Ich bin heute erst auf eine gute Zusammenfassung der Geschichte des Islams in Deutschland aufmerksam geworden:

Geschichte des Islams in Deutschland von 1731/1732 bis 1945

Geschichte des Islams in Deutschland seit 1945

Scharia in westlichen Gesellschaften

Die Debatte um eine Anwendung der Scharia auch im Westen erhitzt die Gemüter immer wieder. Sei es aufgrund der verzerrten Wahrnehmung eines Vorschlags des Bischofs von Canterbury, oder weil der bosnische Mufti wagte, das Unwort in einem Artikel zu benutzen. Auf eine interessante Studie, die sich mit der Praxis in westlichen Gesellschaften (hier Kanada und die USA) beschäftigt, bin ich heute gestoßen. Ganz unhysterisch und aus einer rechtswissenschaftlichen Perspektive untersucht nun eine Forscherin in Nordamerika – gefördert vom Social Science and Humanities Council of Canada – das Phänomen “islamische Scheidung”. Das laufende Projekt geht also den Fragen nach, warum manche Muslime zusätzlich zum zivilrechtlichen Weg in Eheangelegenheiten religiöse Beratschlagung und Regelung in Anspruch nehmen, warum dies eine Bedeutung für sie hat, welche Rolle Imame in diesem Prozess spielen, inwieweit islam-rechtliche Prinzipien in diesem Prozess zur Anwendung kommen und inwieweit Moscheen eine Rolle spielen im Bereich der Konfliktlösung zwischen Ehepartnern. Das Projekt hat eine Internetseite, die man unter www.islamicdivorce.org erreichen kann.

Vortrag auf der Islamwoche

Vor ein paar Wochen habe ich auf der Islamwoche in Stuttgart einen Vortrag gehalten. Der Titel des Themas war “Islam in Europa – damals und heute”. Ich habe daraus aber einen Vortrag gemacht, der sich hauptsächlich um Muslime in Deutschland seit der Gründung der BRD dreht. Zusätzlich habe ich mich noch in einer kritischen Betrachtung versucht, die in 6 Thesen mündet.

Ich habe zum ersten Mal versucht eine Vortrag frei zu halten und war am Ende doch sehr überrascht wie gut es geklappt hat. Normalerweise würde ich einen Vortrag lieber ablesen, weil ich mich dann sicherer fühle. Dieses Mal wurde aber in der Vorbereitung klar, dass ablesen dem Vortrag schaden würde. Ich habe nun versucht den Vortrag für die Seite zu verschriftlichen, der vorher nur als Präsentation mit freier Rede konzipiert war. Hier kann man sich den Vortrag durchlesen.

Buchneuerscheinung: at-Tirmidhis “al-Shama’il Muhammadiyya”

Ich habe vor ein paar Tagen per Rundmail von einer interessanten Neuerscheinung erfahren. Es geht dabei um die Übersetzung der “Al-Schama’il al-Muhammadiyya” von Imam al-Tirmidhi. Bei dem Buch handelt es sich um das früheste seines Genres, denn diese Sammlung von Hadithen widmet sich speziell der Person des Propheten (saws), seinem Äußeren, Charakter, Verhalten usw. Hier kann man das Buch beim Warda Verlag bestellen.

Gespräche in Behörden…

..können durchaus sprachlos machen.

So kam es eines schönen Tages in irgendeiner deutschen Behörde zu diesem denkwürdigen Gesprächsansatz zwischen Sachbearbeiterin (SB) und Muslima (M):

SB: “Islam… (nachdenkliches Stirnrunzeln) … dit is do so eher im Süden anjesiedelt, wa?”

M:”hmm”

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