Der Koran im Spiegel
Neulich kam in der jüdisch-muslimischen Mailinglist, in der auch ich Mitglied bin, die Frage auf, wie andere Mitglieder der Liste den Titelartikel der Spiegelausgabe vom 22.12.2007 “Der Koran – das mächtigste Buch der Welt” sehen. Ich habe mir den Artikel erst daraufhin angeschaut, da ich den Spiegel schon länger nicht mehr lese. An dieser Stelle veröffentliche ich meine Antwort in etwas abgewandelter Form.
Hallo,
ich habe mir den Artikel erst jetzt durchlesen können. Ich muss sagen, dass ich furchtbares erwartet habe, den Titel-Artikel zu stillen Islamisierung Deutschlands noch im Hinterkopf habend. Deshalb war ich erstmal erleichtert, einen eher flachen uninformativen aber nicht so reißerischen Artikel zu lesen. Mittlerweile frage ich mich allerdings ob das nicht viel schlimmer ist. Aber ich gehe mal auf einzelne Kritikpunkte ein, die ich habe, es könnte also etwas länger werden:
Die Reformer
Die Reformer, die in dem Artikel vorgestellt werden, sind oft keine. Abu Zayd ist der einzige unter ihnen, auf den diese Beschreibung zutreffen würde. Ich will mich an dieser Stelle nicht kritisch mit seinen Thesen auseinandersetzen, da es zu viel Raum einnehmen würde, dies seinem Werk gerecht werdend und angemessen zu tun. Ich kann dazu nur sagen, dass er sich tatsächlich mit innerislamischem Denken und Diskurs auseinandersetzt und seinen intellektuellen, gelehrten Beitrag dazu leistet. Allerdings vorrangig vor akademischen, nichtmuslimischen Publikum, soweit mir bekannt, was islamischer Reform von innen nicht unbedingt förderlich ist. Nun gut. Diesen Mann aber nun mit Salman Rushdie, Farag Foda oder auch Nahed Selim gleichzusetzen ist einfach nur lächerlich. Die beiden Schriftsteller Rushdie und Foda, sind/waren vielleicht Kritiker usw. aber bestimmt keine Reformer im Sinne eines aus innerem Interesse verfolgten Verbesserungsbestrebens der eigenes Glaubenspraxis und -vorstellungen. Nahed Selim hat, soweit ich weiß nichts weiter getan als ein Buch zu veröffentlichen, dass in der Forderung gipfelt, den Männern den Koran zu nehmen.1 Als würde das das Problem lösen. Und als würde es stimmen, dass (a) Frauen nie den Koran interpretiert hätten (vgl. für die Neuzeit Zaynab al-Ghazali oder wie ich meine auch Suad Salih, die Leiterin der Scharia Fakultät der Azhar, vgl. für die Vormoderne meinen Artikel zu weiblichen Gelehrten) und dass (b) Frauen aufgrund ihres Frauseins per se zu anderen, gerechteren oder sagen wir es gleich besseren Ergebnissen kommen bei ihrer Interpretation (siehe Beispiele aus der Neuzeit). Am Ende des Artikels wird dann auch noch Atatürk in die Reihe der Islamreformer gestellt.
Das alles wäre ja auch nicht weiter problematisch, wenn nur Abu Zayd und die anderen nicht als die Reformer schlechthin dargestellt würden. Ihnen gegenüber gibt es dann noch nur noch die “konservativen Gegner”, die natürlich nicht an Reform interessiert sein sollen. Diese Gegenüberstellung ist nicht nur stark vereinfachend, sie ist auch ganz schlicht falsch. Die muslimische Welt ist seit Jahrhunderten voll von selbsternannten und so bezeichneten Reformern. Die Bandbreite reicht von Abd al-Wahhab, über Afghani, Mohammed Abduh, Huda Sharawi, Hassan al-Banna, Sayyid Qutb, bis hin zu Leuten wie Tariq Ramadan, Amina Wadud, Asma Barlas.2 Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen mit Leuten, die so unterschiedliche Auffassungen über Islam, Reform und westliche Interessen vertreten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Das so platt zu reduzieren auf ein “Hier die Guten, Da die Blöden” ist dumpf und fehlinformierend. Übrigens haben die “konservativen Gelehrten der Azhar”3 bestimmt kein Problem mit den Thesen Abu Zayds, weil sie etwas gegen eine zeitgemäße Interpretation des Korans hätten – das tun sie nämlich erklärtermaßen auch, nur anders – wie es in dem Artikel suggeriert wird. Das Problem mit Abu Zayds Thesen ist für die Gelehrten der Azhar (und nebenbei auch für wohl die meisten anderen Gelehrten und Muslime) wohl eher, dass Abu Zayd sagt, dass es sich bei dem Koran um das subjektive Offenbarungserlebnis Muhammads (saws) handelt und eben nicht um wörtliche Offenbarung Gottes an den Propheten, soweit ich ihn verstanden habe.
Der ganzen Artikel wimmelt nur so voller Klischees über “gute” und “schlechte” Muslime. Ein weiteres Klischee, welches auch immer wieder gerne herangezogen wird, um zu demonstrieren wie sehr man doch in der Lage ist zu differenzieren, ist das Sufitum. Das Sufitum ist dann immer der lockere Islam mit Gegenwartskompatibilität in diesen Zusammenhängen. Zitat Spiegel: ” In der islamischen Variante der Mystik, dem Sufismus, sieht Sorusch ein Potential für die Herausforderungen der Moderne; hier sei der Glaube stets auf der Suche, stets fragend, nie selbstsicher – ein Gegenpol zum autoritären Rechtsislam, wie ihn die Mullahs predigen”. Schon wieder kann man weiter von der Realitiät nicht entfernt sein. Das “Sufitum” ist gar nicht vom so genannten “Rechtsislam”4 trennbar. Verkörpert wird dies durch berühmte Gelehrte, die sowohl einem Sufiorden angehörten als auch hervorragende Rechtsgelehrte waren, z.B. damals (Imam an-Nawawi, al-Ghazali usw.) und heute (Ali Guma, Mufti von Ägypten, einer der Usul ul-Fiqh Gelehrten und “Sufi”).
Übersetzungen aus dem Koran
Mich haben die verwendeten Übersetzung aus dem Koran in dem Artikel stark verwundert. Ich weiß aber nicht um welche es sich dort handelt. Auffallend ist z. B. wie tendenziös die Spiegel Autoren selbst die Bedeutung des Korans auslegen. Auf Seite 20 wird der 2. Vers der 2. Sure so übersetzt: “Dies ist das Buch, an dem nicht zu zweifeln ist, geoffenbart als Rechtleitung für die Gottesfürchtigen.“ Die betreffende Stelle (la rayba fih – in ihm ist kein Zweifel) hat jedoch andere Nuancen (ich würde sogar sagen, dass die Übersetzung aus dem Spiegel irreführend ist). So wird unter dieser Stelle z.B. verstanden, dass in dieser Schrift nichts ist, was zum Zweifel ob ihres göttlichen Ursprungs anregt, oder, dass diese Schrift nicht zweifelhaft ist, oder dass diese Schrift zweifelsfrei eine Rechtleitung ist.5 Die Übersetzung im Spiegel legt allerdings nahe, dass es verboten sei zu zweifeln oder zu hinterfragen. Es handelt sich bei diesem Satz jedoch aber schon grammatikalisch nicht um ein Ge- oder Verbot sondern um die Feststellung einer Tatsache. Vergleiche auch die (grammatikalisch) gleichen Aussagen “la ilaha illah Allah – es gibt keine Gottheit außer Allah” oder “la ikraha fi ad-din – es gibt keinen Zwang im Glauben”. Ich vermute diese “Übersetzung” soll nur weiter den Eindruck beim Leser untermauern, dass “strenggläubige” Muslime schon religionspraktisch gesehen nicht zweifeln (sprich: nachdenken) dürften.
Koran Definitionen
Durch den ganzen Artikel hindurch ist mir nicht klargeworden was die Autoren unter “Koran” verstehen. Ich denke es ist ihnen selbst auch nicht klar. So ist in dem grünen Infokästchen auf Seite 20 davon die Rede, dass der Koran bis zum Tode des Propheten (saws) nicht als Gesamtwerk existierte. Dies stimmt natürlich nicht, da der Offenbarungsvorgang noch vor dem Ableben des Propheten beendet war, also vollständig war. Nach der traditionellen Darstellung kannte nicht nur Muhammad sondern auch viele seiner Anhänger den kompletten Koran. Er existierte also vollständnig zu seinem Tode. Was bis dahin nicht existierte, ist eine komplette schriftlich fixierte Sammlung aller offenbarten Verse. So eine schriftliche Sammlung nennt man Mushaf und nicht Koran. Das wird auch im arabischen Sprachgebrauch deutlich, der hier klar unterscheidet. Die Redaktion und Sammlung des Mushafs fand tatsächlich erst länger nach dem Tode des Propheten statt. Die verschiedenen Lesarten (richtiger Rezitationsarten), die auch im Artikel angesprochen werden, existieren tatsächlich, was sich manchmal auch im (mit der Zeit immer detaillierter gewordenen) Schriftbild niederschlagen kann. Durch den ganzen Artikel hindurch wird aber durch die nicht erfolgte Differenzierung zwischen Mushaf und Koran der Eindruck erweckt, dass der Koran (a) ein Buch ist, welches (b) teilweise erst nach dem Tod des Propheten entstand und welches (c) von den Muslimen in seiner Buchform (also einem Gegenstand) verehrt wird. Alles schlicht falsch.
Es gibt nicht eine mir bekannte Meinung irgendeines wie auch immer gearteten Theologen innerhalb des Islams, der, wie im Artikel behauptet, das Buch als Gegenstand an sich (Mushaf) mit dem Koran gleichsetzt in punkto “Heiligkeit”.6 Schon gar nicht handelt es sich bei diesem Buch um die Inkarnation (!!) Gottes7 wie auf Seite 23 mehrfach behauptet. Auch bei dem Koran – also dem offenbarten Wort, das rezitiert wird – handelt es sich nicht um eine Fleischwerdung Gottes. Eine Fleischwerdung8 oder Buchwerdung kann es nach islamischer Vorstellung über das Wesen Gottes auch gar nicht geben. Kein Muslim, egal welcher Couleur, glaubt so einen Humbug. Auch in Bezug auf die Kaaba (die nicht schwarz ist, auch kein Kubus ist, und immer mal wieder umgebaut wurde) wird im Artikel versucht Muslime als Verehrer von Gegenständen darzustellen. Ich musste an diesen Stellen unweigerlich lächeln, weil diese Vorstellungen so an den Haaren herbei gezogen wirken wenn man sich ein ganz kleines bisschen mit der Glaubenspraxis von Muslimen auskennt.
Die Autoren malen ein Bild vom Koran, wie es Extremisten tun. Als könnte man den Koran von vorne bis hinten lesen und alles wäre klar. So etwas wie eine historische Analyse des sukzessiven Alkoholverbots (Seite 26) – die schon den ersten Muslimen bekannt war, und die in jeder Einführung zum Koran zu finden ist – scheinen die Autoren nicht zu kennen, auch das Einbetten bestimmter Verse in den historischen Kontext – auch eine alte Methode –, wie bei den Versen zu bestimmten Schlachten zur Zeit des Propheten (Seite 26), scheint den Autoren nichts zu sagen. Stattdessen zeichnen sie ein Bild voller Widersprüche und “geheimnisvoller Stellen”.
Verfälschende o. tendenziöse Darstellungen
In dem Artikel ist mir auch die Darstellung der Offenbarungserlebnisse des Propheten übel aufgestoßen. Gut, jeder kann ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein in Bezug auf die Glaubwürdigkeit des Propheten in Bezug auf seine Offenbarungserlebnisse und die Darstellung dieser Erlebnisse in den muslimischen Quellen, das steht ja jedem frei. Jedoch sind diese Quellen die einzigen, die wir haben und aus denen ist mir nichts von einer “Midlife-Crisis” (S.25), einem Tuch aus Brokat auf dem der erste Vers stand (S.25), einem Würgen bis fast zum Tode durch den Engel (S.25) bekannt. Vielmehr kenne ich nur die Version, die besagt, dass der Engel den Propheten heftig schüttelte, presste und ihn aufforderte zu rezitieren (nicht lesen), was der Prophet – völlig verstört durch dieses Erlebnis – mehrere Male ablehnte, bis er es dann endlich doch tat. Dies lässt mich natürlich fragen, wie die Autoren auf solcherlei Darstellungen kommen, denn irgendwelche Quellen müssen sie ja benutzt haben.
Andere Religionen im Koran
Auf Seite 25 ist die Rede davon, dass Juden und Christen im Koran für die “Verwässerung biblischer Gebote” gescholten werden und weil sie “laxe Gottesdiener” seien. Hier soll der Eindruck erweckt werden, dass Muslime die strengen, unflexiblen Religiösen wären, wohingegen alle anderen die lockeren, sprich modernen wären. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Die koranische Kritik an den Buchbesitzern (Juden, Sabäer und Christen) zur Zeit des Propheten ist vielmehr die Verfälschung bzw. das wissentliche Zuwiderhandeln der ihnen zuteil gewordenen Offenbarungen, und/oder die schlechte Behandlung und Nicht-Anerkennung nachfolgender Propheten, und/oder das sich an Gottes Stelle zum Bestimmer über Ge- und Verbotenes zu machen, teilweise sogar zum strengeren hin. Diese Kritik lässt sich übrigens auch problemlos als Warnung an die damaligen (und um vieles mehr die heutigen) Muslime verstehen. Interessant ist an dieser Stelle auch zu bemerken, dass es unter Muslimen die sehr populäre Auffassung gibt, Gott hätte es ihnen mit dem Islam leicht gemacht im Gegensatz zu anderen Glaubensgemeinschaften, auch in Bezug auf die islamische Glaubenspraxis und, dass Gott eben nicht von ihnen möchte, dass sie es sich durch eine besonders “strenge” Auslegung schwer machen.9
Ich will mal hier aufhören, aber meine Kritik an dem Artikel könnte ich problemlos fortsetzen (die völlig ahistorische Darstellung der mu’atzilitischen Position und “Herrschaftsphase” z.B.). Aber ich sehe, dass es schon lang genug geworden ist und bedanke mich bei denen, die es bis hierher geschafft haben. Würde mich mal interessieren, wie andere den Artikel aufgenommen haben.
Liebe Grüße und alles Gute, wassalam,
Kathrin
19 Kommentare auf “Der Koran im Spiegel”
Kommentieren:

2. Januar 2008, 0:21 Uhr
habe beschlossen, den Spiegel in Zukunft finanziell NICHT mehr zu unterstützen – werde mir also keine Ausgaben mehr kaufen, da ich heute beim Lesen der Leserbriefe auf diesen Artikel einseitige Berichterstattung mal wieder rot und dick unterstrichen sehe!
Tschüssikowski Spiegel!
4. Januar 2008, 12:59 Uhr
was mich immer wieder fassunglos macht, ist dass intelligente
menschen solchen unsinn glauben bzw. mitmachen.
religion ist untolerant, gewalttätig und hat in der weltge-
schichte immer sehr viel unheil angerichtet.
die christen mögen in der vergangenheit die böseren gewesen
sein, aber die meisten haben immerhin gelernt. beim islam
habe ich da wenig hoffnung wenn ich mich so umsehe.
5. Januar 2008, 17:43 Uhr
lieber Lother,
da mach beim “umsehen” mal die Augen auf
10. Januar 2008, 13:04 Uhr
leider kann ich zu deinem feedback nicht danke sagen weil es
eigentlich keines ist.
meine frage steht immer noch im raum:
was hat dich in die arme des islam’s getrieben bzw. was
war der ausschlag dafür.
bei meinem ägyptischen freund habe ich verständnis, er wurde
so erzogen und weiss nichts anderes.
er sagt zum beispiel, dass der koran vor sehr langer zeit
geschrieben wurde und in die damalige zeit gepasst hat was
heute nicht mehr passt bzw . anders ist:
- kleider
- essen und trinken
- demokratieverständnis
- geschlechter
- schwimmbäder
- usw.
ausserdem werden heute in den islamischen ländern auch keine
hände mehr abgehackt oder frauen gesteinigt. höchstens
vielleicht ein bischen ehrenmord, was aber nicht so schlimm
ist.
10. Januar 2008, 15:24 Uhr
Lieber Lothar,
ich denke Hasibe hat ihre etwas scherzhafte Formulierung durchaus ernst gemeint und wollte dir damit vielleicht sagen, dass sie deine Meinung nicht teilt und im Gegenteil sehr große Hoffnungen pflegt “wenn sie sich mal beim Islam umschaut”. Daher auch der Ratschlag etwas genauer hinzusehen und eventuell das zu sehen was sie sieht. Vielleicht sagt sie ja auch noch einmal etwas dazu…
Zu deiner Frage (die du jetzt übrigens zum ersten Mal stellst und von der ich nicht weiß an wen sie konkret gerichtet ist): mich hat nichts in die Arme des Islam “getrieben”. Ich habe mich bewusst und aus Überzeugung dafür entschieden.
“was mich immer wieder fassunglos macht, ist dass intelligente menschen solchen unsinn glauben bzw. mitmachen.”
Was ist es genau, was du nicht verstehst bzw. unsinnig findest? Dass man glaubt dass es einen Gott gibt oder dass Er den Menschen Propheten geschickt hat? Das sind doch die einzigen Dinge, die ich in dem Artikel oben angesprochen habe… Was ist daran unverständlich und was genau daran bringt dich zu folgender Schlussfolgerung?
“religion ist untolerant, gewalttätig und hat in der weltgeschichte immer sehr viel unheil angerichtet.”
Mir scheint dies ist so ein neuzeitlicher “Glaubensgrundsatz”, der meist unhinterfragt wiederholt wird. Wenn denn Religion (egal welche) hinter allen großen menschlichen Gewaltausbrüchen steht, wie erklärt man sich dann die Verbrechen an der Menschheit, die von den Ideologien hinter Pol Pot, Stalin oder Hitler (alle post-aufklärung)”inspiriert” wurden? Wie erklärt man sich dann den ersten und zweiten Weltkrieg? Und heißt das, man müsste nur die Religionen loswerden und es herrscht endlich Frieden auf der Welt? Will dann keiner mehr Länder, Gold, Frauen, Öl, Reichtum, Macht etc. an sich reißen?
Was du zu deinem Freund geschrieben hast habe ich nicht ganz verstanden. Findest du seine Sichtweise gut oder kritisierst du sie?
“ausserdem werden heute in den islamischen ländern auch keinehände mehr abgehackt oder frauen gesteinigt. höchstensvielleicht ein bischen ehrenmord, was aber nicht so schlimm ist.”
Die letzten beiden Sätze habe ich auch nicht verstanden. Ersteres stimmt nicht (siehe Iran, Saudiarabien und Nigeria) und Ehrenmorde finde ich schon schlimm. Ob nun ein bisschen oder viel Ehrenmord, jeder einzelne ist einer zu viel. Aber vielleicht meinst du (oder dein Freund?) ja etwas anderes? Bitte erkläre dich wenn möglich.
Grüße,
Kathrin
10. Januar 2008, 20:27 Uhr
Lieber Lothar,
Du möchtest ein Feedback?
Du bekommst eins…
aber vorher hätte ich gerne gewusst:
- was ist Dein Problem?
- welches Problem möchtest Du teilen?
- bist Du wirklich aufrichtig interessiert an anderen Meinungen und Gedanken?
DANKE Lothar…vielen DANK!;) im Voraus für Deinen comment
15. Januar 2008, 13:23 Uhr
leider ist mein comment abgestürzt. versuche es morgen
nochmals.
16. Januar 2008, 13:01 Uhr
liebe kathrin, liebe hasibe
ich habe tatsächlich ein problem (mit dem islam). möchte
aber vorausschicken, dass ich religion als privatsache
ansehe in die sich niemanden einmischen soll solange diese
auch eine privatsache bleibt und niemand dadurch behindert
wird.
ein problem habe aber ich wenn eine religion unsere
westlichen, freiheitlichen und demokratischen werte in
frage stellt bzw. überwinden möchte.
zitat taslima nasrin: ” es gibt viele moderate moslems doch
der islam selber ist nicht moderat.”
es ist vermutlich überflüssig bestimmte dinge aufzuzählen
wie:
- todesurteile gegen schriftsteller wie rushdie
- todesurteile und hinrichtungen gegen abtrünnige
- todesdrohungen gegen politiker, künstler und überhaupt
gegen alle kritiker
- die unzähligen selbstmordanschläge gegen unschuldige
im irak, pakistan, usa ….usw.
- islamophobie wird als rassismus bezeichnet
- menschenrechtsverletzungen aller art im namen des islams
- iran, saudi-arabien
- untoleranz gegen andersgläubige
- todesurteile gegen konvertierte
- die rolle der frau im islam
- die rolle der töchter im islam
- ablehnung der demokratie
- der heilige krieg gegen die ungläubigen bis als einzige
religion der islam übrigbleibt
- welche religion hat so viele hassprediger
die liste wäre endlos. was ich meine ist euch bestimmt
bestens bekannt.
unsere kirchen waren im mittelalter auch nicht besser, aber
denen gings in erster linie um macht und nicht um die
religion…
natürlich weiss ich, dass bestimmte dinge und riten kulturell
und nicht religiöser art sind, aber durch den islam gefördert
werden.
wir sind aber westliche menschen mit westlichen humanen
werten. wer das ablehnt bei dem oder der muss was falsch
gelaufen sein.
wir möchten keine unterdrückten sondern selbstbewusste
töchter und ehefrauen die selbst entscheiden was sie tun
und lassen möchten.
das alles ist mein problem mit dem islam, ja ich finde
empfinde diese religion als bedrohung und nicht als
folklore.
übrigens: stimmt das, dass der “prophet” eine sechsjährige
ehefrau hatte??
damit ihr mich richtig versteht: ich hasse nicht moslems
(habe selbst einige freunde die u.a. moslems sind) sondern
den islam und seinen folgen für die beteiligten menschen.
damit wir meine grundfrage nicht vergessen:
wieso macht eine aufgeklärte westliche frau (die nicht im
islamischen kulturkreis aufgewachsen ist) sowas mit. aber
ich schon mühe die zeugen jehovas zu verstehen. vielleicht
liegt es auch an mir.
viele grüsse
lothar
16. Januar 2008, 15:52 Uhr
Lieber Lothar,
bevor ich Deinen Beitrag kommentiere – nur eine Rückfrage zu Deinem Beitrag, du “hasst” den Islam????
und noch eine Rückfrage – beabsichtigst Du mit Deinen Bemühungen der Blogeinträge tatsächlich eine “Klärung” für dich – also bist du aufrichtig an Antworten interessiert, oder gehörst Du hier zu der Kategorie der polemisierenden, provokanten Fragensteller, die, nachdem sie ihren Satz ausgesprochen haben, den Saal empört verlassen??
Gruss
Hasibe
17. Januar 2008, 10:01 Uhr
liebe hasibe
nein, ich hasse den islam nicht. ich will weder polemisieren
noch provozieren sondern konfrontieren. du hast auch aus
bestimmten gründen deine seite ins internet gestellt.
allerdings stelle ich keine fragen deren antworten ich schon
kenne. du kannst davon ausgehen, dass ich weder falsch noch
hinterlistig bin. ich gehöre vermutlich zu jenen die dinge
hinterfragen und nicht sofort ablehnen oder dagegen protes-
tieren weil es in meine politische weltsicht passt. ich
lehne aber z.b. zeitungen ab die mich in eine politische oder
ideologische richtung erziehen möchten. bin weder rechts noch
links sondern ich.
allerdings bin ich skeptisch gegenüber religionen und dingen
für die es keine beweise oder erklärungen gibt. ich mag auch
keine parteien oder massenbewegungungen…
… und der islam macht mir eben persönlich irgendwie angst
weil gewalt (im gegensatz zu jesus) scheinbar eine grosse
rolle spielt. obwohl nichtgläubiger ich bin ich teilweise
anhänger von den ideen des jesus: liebe deinen nächsten
wie dich selbst….
hoffe ich habe mich genügend erklärt.
übrigens habe ich mich auch in der zeitung junge welt vom
letzten samstag gegen jegliche art gewalt (linke und rechte)
geäussert. es gibt keine gute oder schlechte gewalt. das
ist für mich auch ver-”gewaltigung”!
gruss lothar
17. Januar 2008, 12:23 Uhr
Nachtrag: diese dinge könnte ich theoretisch auch mit
meinen ägytischen oder türkischen freunden diskutieren.
weil wir aber freunde sind (hier darf eine religion
keine rolle spielen) und das jedem seine privatsache ist
an was er glaubt oder nicht wird das thema religion nie ange-
sprochen.
ich denke bei einer deutschen mitschwester ist das einfacher
weil wir aus dem selben kulturkreis entstammen.
17. Januar 2008, 23:26 Uhr
Hallo Lothar,
spätestens heute bin ich ja wohl aus dem Rennen, da ich türkischer Abstammung bin.
Und um sicher zu gehen, dass ich eine solche “Konfrontation” heil überstehe, lasse ich schon mal prophylaktisch den Airbag auf mit dem Satz: “dann biete ich Dir halt meine Freundschaft an”
sorry für meinen Sarkasmus
und gute Nacht
18. Januar 2008, 8:09 Uhr
liebe hasibe
du musst dich nicht entschuldigen. vermutlich drücke ich
mich manchmal unverständlich aus (was mir teilweise unter
zeitdruck passiert). religion ist eben doch eine sensible
sache was ich als nichtreligiöser hin und wieder vergesse.
eine sache noch: eine deutsche mitschwester kann auch
türkischer abstammung sein (man/frau gehört dahin wo sie
aufgewachsen ist) wir haben ja alle irgendeine abstammung…
und sind halt trotzdem deutsch. hoffe ich habe das richtig
rübergebracht.
ich nehme gerne deutsche freundschaft an >> ohne sarkasmus!
wünsche dir einen schönen tag
lothar
21. Januar 2008, 8:59 Uhr
berichtigung schreibfehler:
ich meinte natürlich: ” deine freundschaft” !!
gruss lothar
22. Januar 2008, 22:51 Uhr
na, dann kann ich ja endlich loslegen…
jetzt da Du meine Freundschaft angenommen hast, tauschen wir uns (wie von Dir angekündigt) eben über die wichtigen Dinge des Lebens aus – wie z.B. die besten Rezepte für wohlig-duftende Waffeln oder wie bekomme ich einen alten Farbfleck aus dem Teppich oder wann wird es endlich wieder Frühling?
gruss – die Frau Ö.
31. Januar 2008, 12:53 Uhr
Liebe Leute,
also ich verstehe Lothar, seine Argumente, kann ich alle gut nachvollziehen.
Ich sehe auch das Musafira ihren Islam zum persöhnlichen Wachstum in diesem Leben erwählt hat.
Meine Erfahrung ist: zwischen Moslems und Christen gibt es keinerlei Unterschied, wir sind Menschen! Die Unterschiede werden künstlich produziert, dann instrumentalisiert, dann politisiert.
Das geschieht auch bei Musafira, das geschieht bei Lothar.
Doch zwischen Onkel Ali, meinem Nachbarn, zwischen Musafira, zwischen Lothar und mir, gibt es keinen wirklichen Unterschied.
Wir sind alle Menschen! Es ist ganz EINFACH!
10. Februar 2008, 2:16 Uhr
Liebe leute, ehrenmord gibt es in islam nicht auch nicht im koran ,im islam hat niemand recht einen menschenleben zu nehmen ausser im krieg ,ihr verwechselt kultur und islam kann sein das ein moslem das macht aber glaubt mir das ist sünde
18. Juli 2008, 17:57 Uhr
an hasibe, lothar und kathrin: wieso habt ihr es versäumt, nachdem ihr euch über die grundlagen geeinigt habt, eine informative diskussion zu führen, mit dem ziel, dass die menschen, die nicht einfach den medien glauben wollen, ein richtiges bild vom islam bekommen können?
ich habe bis zu der stelle, in der hasibe nicht auf lothar eingeht vorfreude gehabt, dass es doch vernünftige menschen gibt, aber es erwies sich leider als ein flop.
mit freindlichen grüßen
18. Juli 2008, 20:06 Uhr
Lieber Ramazan,
danke, dass Du immerhin fünf(!!) Monate gewartet hast, um diese Diskussion als Flop zu enttarnen.
In diesen fünf Monaten ist viel geschehen:
Lothar und ich haben eine Initiative gegen die negative Berichterstattung in den Medien gegründet,
Kathrin ist Vorsitzende,
Tibet ist frei
und…
die Sonne geht mittlerweile im Norden auf!
Fragen?
floppige Grüsse
Hasibe
ps. das Wort erinnert mich stark an einen heute erst gelesenen Artikel über die Popper-Bewegung der 80er Jahre…können wir nicht lieber darüber bloggen??